Fundraising bei Kitas

S. Hofschlaeger / pixelio.de

Begriffsbestimmung Fundraising

Der Begriff des "Fundraising" stammt ursprünglich aus dem Englischen und hat sich zwischenzeitlich auch in der deutschen Sprache fest etabliert. Fundraising lässt sich am besten mit dem Begriff der Kapitalbeschaffung übersetzen (fund = Kapital und to raise = beschaffen). Den Begriff jedoch ausschließlich auf die Beschaffung liquider Mittel zu begrenzen wäre falsch da es sich beim Fundraising auch um Sach- und Dienstleistungen handeln kann. Der Begriff der Mittelbeschaffung oder Mittelakquisition ist daher treffender. Fundraising definiert sich nach Wikipedia als die "systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aufgaben einer steuerbegünstigten Organisation, die darauf abzielen....die benötigten Ressourcen....zu möglichst geringen Kosten zu beschaffen"

 

Fundraising als Marketing Aufgabe

Fundraising wird heute als eine umfassende "Marketing Aufgabe" betrachtet die einer kontinuierlichen Analyse, Planung, Umsetzung und Kontrolle der dahinterliegenden Prozesse bedarf. Fundraising dient nicht dazu kurzfristige Finanzierungslücken zu schließen sondern ist meist Teil einer langfristig angelegten Strategie und daher entsprechend komplex.

Fundraising, oder Beschaffungsmarketing wird ausschließlich im Kontext von steuerbegünstigten Organisationen verwendet. Steuerbegünstigt bedeutet in diesem Zusammenhang wenn der Satzungszweck der Organisation von der zuständigen Steuerbehörde als gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich anerkannt ist. Zielgruppen für das Fundraising sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Ressourcenbereitstellung meist nicht rein altruistisch geprägt. Dies gilt insbesondere für Unternehmen die über Fundraising auf eine positive Beeinflussung des Unternehmensimages hoffen oder auf eine stärkere Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Ähnliche wenig altruistisch geprägte Motivationen sind selbst bei Stiftungen und bei öffentlichen Institutionen zu beobachten. Ein Idealfall des Fundraising ist dann gegeben, wenn der Ressourcenbereitsteller komplett auf eine Gegenleistung verzichtet, also die Sachleistung, das Kapital- oder die Dienstleistung als Spende unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. D.h. jedoch nicht, dass in diesem Fall für den Empfänger der Ressource keine Kosten entstehen da die meisten Spender in der Regel eine immateriellen Dank in der Form einer Websitenennung, Artikels oder Rundbriefs erwarten. Dieser Tatsache sollten sich Kitas grundsätzlich bewusst sein wenn sie sich dem Thema des "Fundraising" widmen wie auch der möglichen Abhängigkeit von einzelnen Geldgebern. Auch empfiehlt es sich gut in die Thematik einzuarbeiten um die Chancen und Grenzen des Fundraising richtig einschätzen die zu können.

 

Literaturempfehlungen zum Thema Fundraising

Als weiterführende Literatur seinen folgende Werke empfohlen: 

  • Fundraising Akademie (Hrsg.), Fundraising – Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden, 5. Auflage, Gabler 2016
  • Andreas Schiemenz, Das persönliche Gespräch: Fundraising durch Überzeugung: Großspender und Unternehmer erfolgreich ansprechen, Springer Gabler 2015
  • Michael Urselmann, Fundraising – Professionelle Mittelbeschaffung für steuerbegünstigte Organisationen, 6. Auflage, Springer Gabler Verlag 2014
  • Torsten Schmotz, Fördermittel für gemeinnützige Projekte und Organisationen: In fünf Schritten systematisch neue Zuschussquellen erschließen, Förder-Lotse 2011
  • Fundraising, ein Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente, das Handbuch der Fundraising Akademie, Springer Gabler Verlag 2016

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