Fundraising-Instrument Bußgeldmarketing

Tim Reckmann / pixelio.de

Definition des Bußgeldmarketing

Bußgeldmarketing als Fundraising-Instrument hat für den unbedarften Leser zunächst ein -wie der Schwabe gerne sagt- Geschmäckle. Was versteht man also unter dem Begriff des Bußgeldmarketings und warum kann es für einen Träger oder eine Kita so attraktiv sein, diese Form der Querfinanzierung in Betracht zu ziehen?

Häufig werden in der deutschen Rechtsprechung Verfahren eingestellt gegen Auflage einer Strafzahlung an eine gemeinnützige Organisation. Es ist der Richter der entscheidet, ob die Strafzahlung an die Staatskasse zu leisten ist oder an eine gemeinnützige Organisation wie bspw. ein Verein, eine Kindertagesstätte oder an eine der großen gemeinnützigen Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz.

Gerne wird bei der Auswahl der gemeinnützigen Organisation durch das Gericht darauf geachtet, einen inhaltlichen Bezug zum Straftatbestand herzustellen. Wurde beispielsweise ein Autofahrer in einer Spielstraße mit Alkohol und zu hohem Tempo gefasst liegt es nahe, ggf. der dort ansässigen Kita die Strafe als quasi "Wiedergutmachung" zuzuweisen.

Bevor man sich jedoch zu den "Glücklichen" zählen darf gilt es auf den Listen der Oberlandesgerichte als gemeinnützig anerkannte Non Profit Organisation gelistet zu sein. Diese Listen kommen immer dann zum Einsatz, wenn ein Verfahren bspw. wegen Geringfügigkeit eingestellt werden soll.

 

Wie gelangt man auf die Liste der Oberlandesgerichte?

Grundsätzlich kann die Aufnahme formlos bei jedem Oberlandesgericht beantragt werden. Hierzu ist die Satzung, der Vereinsregisterauszug und eine Kopie des Freistellungsbescheids beim Amts-, Landes- oder Oberlandesgericht einzureichen. Für Sie als Kita, mit lokalem Wirkungskreis, wird es in erster Linie das Amtsgericht sein. Da viele gemeinnützige Institutionen um die Gunst der Richter buhlen kann es von Vorteil sein, mit der Eintragung in die Liste auch eine Projektskizze miteinzureichen, um die Mittelverwendung bereits im Vorfeld vorzustellen.

Auch macht es Sinn sich regelmäßig bei den Gerichten zu melden und die Richter und Staatsanwälte auf Ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Gerade Kindergärten und Krippen liegen in der Gunst weit oben und haben berechtigte Chancen, Zahlungen aus Verkehrsdelikten für sich nutzbar zu machen.

Da die Listen in der Regel einmal jährlich überarbeitet und den Richtern und Staatsanwälten überlassen werden, sollten sie als Kita-Leitung nach erfolgreicher Akquisition den Kontakt nicht abbrechen lassen. Nutzen die das Medium Internet um regelmäßig mit den Entscheidern in einen Dialog zu treten. Die Elternschaft wird es Ihnen danken.

Für die Kita hat das Busgeldmarketing den großen Vorteil, dass bei einer hinreichend großen Bekanntheit die Kita mit regelmäßigen Geldzahlungen rechnen darf. Immerhin flossen 2013 fast 80 Mio. Euros an gemeinnützige Organisationen. Übrigens müssen diese Strafen nicht zwingendermaßen Geldstrafen sein. Beliebt ist auch die Auflage, die Strafe in der Form gemeinnütziger Arbeit abzuleisten.

 

Linktipps

Bundeszentrale für politische Bildung: Bußgeldmarkting als langfrstige Invesition: Zum Fachartikel Bußgeldmarketing

Fundraising-wiki.de: Zum Fachartikel Bußgeldmarketing

Bußgeld-fundraising.de: Zum Fachartikel Bußgeldmarketing

Anzeige

Erzieher

Kita und Krippe

Kitafinanzierung

Freizeit

Kinder