Fundraising-Instrument Testamentspende

Definition Testamentspende

Unter einer Testamentspende versteht man die Übertragung von Vermögenswerten an eine Organisation mit dem Ziel auch nach dem Tod etwas Positives zu bewegen. Testamentspenden habe insbesondere in der Kirche eine lange Tradition und können auf eine über 2.000 Jahre alte Geschichte zurückgreifen. Das Potential der Testamentspenden ist beachtlich und ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Testamentspenden kommen immer dann zum Tragen, wenn es keine gesetzlichen Erben mehr gibt oder diese nicht auffindbar sind. In diesem Fall greift das gesetzliche Erbrecht und vermacht das Vermögen dem Land, wo der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte. Um die Vermögenswert gezielt zu spenden bietet es sich daher an, im Testament präzise die Verwendung zu bestimmen. Handelt es sich um eine steuerbegünstigte Organisation sind die Testamentspenden von der Erbschaftssteuer ausgenommen.

Anfangs noch umstritten ist es mittlerweile üblich, dass große Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe, der Arbeiter Samariter Bund (ASB), der WWF oder Ärzte ohne Grenzen aktiv um Testamentspenden werben. Warum dies so ist zeigt das große Potential der Testamentspenden. So schätzt das Deutsche Institut für Altersvorsorge, dass zwischen 2011 und 2020 über 2,6 Billionen € vererbt werden. Da nur 3% 1998 ein juristisch unanfechtbares Testament hinterließen zeigt eindrucksvoll, dass es sich durchaus lohnt, für die restlichen 97% zu kämpfen (Quelle: Michael Urselmann, Fundraising, Professionelle Mittelbeschaffung für steuerbegünstigte Organisationen).

Wie können nun diese Testamentspenden gewonnen werden? Ein Begriff, der diese Form der Mittelgewinnung beschreibt, ist das Erbschafts-Fundraising. Grundsätzlich haben sich in den letzten Jahren folgende Modelle des Erbschafts-Fundraising etabliert. Die 5 wichtigsten seien nachstehend kurz genannt.

Postmailings: Potentielle Kunden werden über eine Erbschaftsbroschüre informiert wie man sein Erbe am besten steuerbegünstigt und sinnvoll einsetzen kann. Oftmals wird in diesem Kontext auch Hilfe für die Erstellung eines Testaments angeboten.

Telefonmarketing: Nach Versand einer Broschüre werden die Kunden aktiv angerufen und zu ihrem Feedback befragt. Ziel der Telefonate ist es mit dem Kunden ein persönliches Gespräch zu vereinbaren.

Direktvertrieb: Beim Direktvertrieb nimmt ein Erbschafts-Fundraiser Kontakt zur Person auf und berät diese in einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeiten des Testamentspendens. Da es sich bei den Testament-Fundraisern in der Regel nicht um Anwälte handelt sollte bei größeren Testamenten dringend ein Anwalt hinzugezogen werden.

Onlineplattformen: Über eine Internetseite wrid online um Testamentspenden geworben. Gerade große Organisationen wie der ASB oder WWF nutzen diese Form der Mittelakquisition

Emailmarkting: Im Zuge des Internets hat das Emailmarketing an Bedeutung gewonnen. In Emails mit dem Betreff "Testament" wird der Empfänger auf die Vorteile von Testamentspenden hingewiesen.

 

Zielgruppe für Testamentspenden

Wer kommt als Zielgruppe für Testamentspenden in Frage? Der klassische Testamentspender ist zwischen 70 und 90 Jahre alt und meist weiblich (70%). Häufig sind die Testamentspender der Organisation meist nicht bekannt. Dies gilt vor allem für Organisationen, die das Thema professionell über alle Marketingkanäle ausspielen.

 

Die 5 größten Empfänger von Testamentsenden in Deutschland

Nachstehend möchte ich die 5 größten Organisationen listen zusammen mit den Einkünften aus Testamentsspenden in 2010. Quelle: Deutscher Fundraising Verband.

  • Deutsche Krebshilfe e.V., 38,6 Mio. €
  • SOS-Kinderdörfer e.V., 36 Mio. €
  • Christoffel Blindenmission e.V., 6,7 Mio. €
  • Missio Internationales Katholisches Missionswerk e.V., 6,6 Mio. €
  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., 5,6 Mio. €

Anzeige

Erzieher

Kita und Krippe

Kitafinanzierung

Freizeit

Kinder