"Relationship Management" in der Kita

Bevor man sich als Kita überhaupt Gedanken macht Fundraising als alternative Quelle der Ressourcenbeschaffung in Erwägung zu ziehen muss man sich die Frage stellen ob man die Kita konsequent auf die Elternschaft, Unternehmen und Stiftungen potentielle Ressourcengeber ausgerichtet hat. Hierzu bedarf es einer genauen Untersuchung aller bestehenden und notwendigen Beziehungen um Fundraising erfolgreich in der Kita zu positionieren. Typische Fragen in diesem Zusammenhang sind "wer" in "welcher Beziehung" zur eigenen Kita steht und "welche" Interessen die Zielgruppen vertreten. Erst wenn man sich dessen bewusst ist kann man sich der Frage stellen wie man diese Zielgruppen im Sinne der eigenen Zielerreichung bestmöglich beeinflussen kann. "Relationship Management" ist damit nicht dem Zufall zu überlassen sondern ist konsequent und zielorientiert zu etablieren und zu steuern. So schreiben Buchner, K und Weller. F richtigerweise, dass "Transparenz, regelmäßige Informationen und eine Kultur des Denkens....eine Fundraising-orientierte Organisation..." auszeichnen.

Die Zielgruppen zu kennen bedeutet auch ihre Sprache und ihre Interessen zu kennen und zu verstehen. Nur dadurch wird es möglich, dass sich beide Parteien aufeinander einstellen können und die mit dem Fundraising einhergehenden Erwartungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit abgeglichen werden können. So verfolgt eine lokale Bank im Rahmen eines Fundraisingprojektes sicherlich ganz andere Zielsetzung als ein kleiner Vorort agierender Händler. Noch größer werden die Unterschiede wenn die Erwartungen der Industrie mit den Erwartungen der Eltern verglichen werden.

Wo aber die Schwerpunkte setzen?

Diese Frage ist nicht immer einheitlich zu beantworten und kann von Kita zu Kita unterschiedlich ausfallen. Daher ist es wichtig ganz grundsätzlich das Beziehungsnetzwerk einer Kita dahingehend zu beleuchten, welche Zielgruppen für die Erreichung des Zielsystems einer Kita die wichtigsten sind, also diese mit Prioritäten zu belegen. Erst wenn dieser Schritt geschaffen ist können individuelle, auf die Bedürfnisse der Kita ausgerichtete Strategien definiert und umgesetzt werden. Hierzu bedarf es nicht zwingendermaßen einem analytischen CRM, wie dies gerne in der Industrie zur Analyse von Verhaltensweisen und Eigenschaften einzelner Zielgruppen angesetzt wird. Häufig genügt es sich in einer Gruppe aus engagierten Eltern und Erziehern zusammenzusetzen und im Rahmen eines Brainstormings das Beziehungsgeflecht aufzuzeichnen und zu bewerten.

Zusammengefasst kann also festgestellt werden, dass Fundraising nicht nur eine losgelöste Methode zur Ressourcenbeschaffung ist, sondern eingebettet sein muss in ein konsequentes Beziehungsmanagement mit allen am Fundraising beteiligten Parteien, von den Eltern, über die Träger, der Industrie bis hin zur Kommune, den Stiftungen sowie Verbänden. Hat sich die Kita-Leitung mit dieser Tatsache vertraut gemacht und in ihrer eigenen DNA verankert, ist eine wichtige Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Fundraising gegeben. Die genaue Analyse der Zielgruppen und deren Erwartungen und Bedürfnisse hilft übrigens nicht nur dem Fundraising an sich, sondern ist auch ein wichtiges Element der Kita-Leitung, auf die sich immer schneller wandelnde Gesellschaft besser und effizienter einzustellen.

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