Ängste von Kindern

Fotograf: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

Kinder und Ängste

Ängste gehören zum Leben dazu und sind ganz normal. Versuchen Sie nicht, ihrem Kind jegliche Angst zu ersparen, sondern lehren Sie es den richtigen Umgang mit seiner Angst. In der Regel setzt mit acht Monaten das Fremdeln ein, das Kind leidet unter Trennungsängsten. Dies ist wahrscheinlich eine Schutzfunktion, die verhindern soll, dass sich das Kind zu weit von seinen Eltern entfernt. Trennungsängste treten auch vom ersten bis zum dritten Lebensjahr in unterschiedlicher Intensität auf. Mit zwei bis vier Jahren befindet sich Ihr Kind in der sogenannten „magischen Phase“. Es fürchtet sich nun vor bedrohlichen Gestalten und vor der Dunkelheit generell. Zwischen vier und fünf Jahren bildet sich die Angst vor dem Tod heraus. Mit fünf bis sieben Jahren haben Kinder Angst vor Katastrophen, Unglücken oder Kriegen, z.B. wenn Sie etwas darüber im Fernsehen gesehen haben. Außerdem haben Kinder dieser Altersstufe oft Angst davor, verletzt zu werden oder vor bestimmten Tieren. Etwa mit acht Jahren treten erste Leistungsängste auf, also etwa Angst vor der Schule oder vor Prüfungen.

 

Was kann man tun?

Normalerweise lernt das Kind in der jeweiligen Entwicklungsphase die entsprechenden Ängste zu überwinden. Dazu braucht es die Unterstützung seines Umfelds. Wenn das Kind nachts Angst vor Ungeheuern hat, kann es helfen, wenn nach einem beruhigenden Einschlafritual ein Nachtlicht leuchtet oder die Tür einen Spalt offen steht. Ein Kuscheltier kann helfen, sich nicht so alleine zu fühlen. Das Kind mit ins Bett der Eltern zu nehmen, ist eher kontraproduktiv. Bei den ersten Anzeichen von Angst oder Ängstlichkeit sollten sie das offene Gespräch mit Ihrem Kind suchen. Wenn Kinder Angst vor Gespenstern oder furchteinflößenden Tieren haben, thematisieren sie dies meist von sich aus. Eltern können entsprechende Kinderbücher vorlesen oder eigene Geschichten entwickeln, die die Angst nehmen. Regelmäßige Rituale, z.B. fröhliche Gute-Nacht-Geschichten, lassen Ängste gar nicht erst aufkommen. Seien Sie ein gutes Beispiel, denn manche Angstreaktionen sind erlernt. Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren haben z. B. weder Angst vor Spinnen noch vor Schlangen.

 

Und wenn das alles nichts hilft?

Sollte das alles nichts helfen und die Ängste über Wochen bestehen bleiben und das Kind in seinem Alltag einschränken, sollte man über professionelle Hilfe nachdenken. Bei kleinen Kindern kann sich eine pathologische Angst im Alltag dadurch zeigen, dass es sich z.B. ständig hinter Personen oder Gegenständen versteckt und sich nicht mehr frei im Raum bewegt. Eine Angststörung liegt vor, wenn Ängste lange anhalten, über die typische Entwicklungsphase hinaus bestehen und das Kind in seinem Alltag und seiner weiteren Entwicklung behindert ist. Es kommen verschiedene Arten von Angststörungen bei Kindern vor. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Etwa jedes fünfte Kind leidet an behandlungsbedürftigen Ängsten. Besonders häufig leiden Kinder und Jugendliche unter generalisierten Angststörungen, Trennungsängsten und sozialen Phobien. Kinder mit Angststörungen sollten frühzeitig eine Therapie beginnen, damit Panikattacken oder Platzangst nicht zum ständigen Begleiter werden. Man muss unterscheiden zwischen Angst und Angststörung. Während Ängste eine Schutzreaktion des Körpers und der Seele sind, über die jeder Mensch verfügt, sind Angststörungen sozusagen die verschärfte Form davon. Bei Kindern und Jugendlichen sind Angststörungen hauptsächlich im sozialen Bereich zu finden. Bei sozialen Angststörungen bzw. Phobien richten sich die Befürchtungen auf Situationen, in denen das Kind oder der Jugendliche mit anderen in Kontakt kommt. Doch was ist der Unterschied zwischen einer Angststörung und einer Phobie? Während erstere meist auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt beschränkt bleibt, erweitert sich das Spektrum bei der Phobie auf weitere Bereiche, ohne dass der Betroffene dies willentlich beeinflussen kann. Dadurch entsteht ein Kreislauf unzureichender Angstabwehr, der nur schwer wieder zu durchbrechen ist.

 

Hilfreiche Links:

Familien-Wegweiser.de: Angst bei Kindern: Zum Fachartikel

Baby und Familie: Ängste bei Kindern: Zum Fachartikel

Angst-Auskunft.de: Umgang mit Kinderängsten: Zum Fachartikel

 

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