Burnout bei Kindern

Fotograf: Ines Friedrich / pixelio.de

Definition und Symptome des Burnouts bei Kindern

Burnout bei Kindern und Jugendlichen weißt die gleichen Symptome auf wie bei Erwachsene. So leiden auch sie unter Appetit- und Lustlosigkeit. Sie klagen über ständige Müdigkeit bis zur totalen Erschöpfung. Sie haben Schlafstörungen und wollen morgens nicht mehr aufstehen. Sie haben Versagensängste, sind frustriert und verzweifelt. Dieser Gemütszustand kann auch bei Kindern und Jugendlichen zu einer Depression führen. Mögliche Folgen sind ein hohes Aggressionspotenzial und eine übertriebene Gereiztheit. Die schulischen Leistungen lassen nach, was wieder zur Folge hat, dass sie mit sich und ihren Leistungen unzufrieden sind. Dieses verstärkt wiederum die Angst vor dem Versagen. Sie werden introvertiert und ziehen sich sogar vor Gleichaltrigen zurück. Oft leugnen sie ihre Probleme. Mitunter kann es zu schweren psychischen Erkrankungen wie Magersucht und Ritzen bei Mädchen und Suizidfällen vor allem bei Jungen kommen. Burnout bei Kindern und Jugendlichen wirkt sich auch auf die körperliche Gesundheit aus. So sind sie häufiger krank als ihre Altersgenossen. Angst- und Panikattacken führen zu Kopf- und Magenschmerzen bis hin zum Erbrechen.

Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechseln, sind besonders betroffen. So weisen 20-30% entsprechende Symptome auf (Quelle: www.depressiv-leben.de). Die Tendenz ist steigend. Auch ist festzustellen, dass die Kinder immer jünger werden. So ist jedes sechste Kind und jeder fünfte Jugendliche betroffen. (Quelle: www.focus.de)

Besonders gefährdet sind „liebe“ und angepasste Kinder, die versuchen es allen recht zu machen. Burnout bei Kindern und Jugendlichen wird daher oft zu spät erkannt.

 

Ursachen des Burnouts bei Kindern

Die Ursachen für ein Burnout bei Kindern liegen in der Gesellschaft, im Bildungssystem und im Elternhaus.

So wird beispielsweise im Fernsehen und besonders in der Werbung der Druck aufgebaut jung, schön, dynamisch und erfolgreich sein zu müssen. Diesem Anspruch können Kinder und Jugendliche oft nicht genügen und leiden so unter Versagungsängsten. Hinzu kommt der Druck untereinander. Im Zeitalter von Handy und Internet haben Kinder und Jugendliche das Gefühl ständig erreichbar sein zu müssen, da sie sonst etwas verpassen könnten.

Aber auch die schulischen Anforderungen sind sehr hoch. Durch das gesellschaftliche Ansehen des derzeitigen Schulsystems werden besonders Schüler aus Real- und Hauptschulen weniger anerkannt als Gymnasiasten. Somit stehen viele Kinder und Jugendliche, die ein Gymnasium besuchen, unter einem enormen Leistungsdruck um ihren Status zu halten. Real- und Hauptschüler machen zum Teil die Erfahrung, dass sie keinen Einfluss auf ihr Leben haben und zum Scheitern verurteilt sind. Das führt zu Minderwertigkeitsgefühlen. Hinzu kommt die Angst vor einer drohenden Arbeitslosigkeit. Sie fühlen sich als unerwünscht und von der Gesellschaft isoliert. Diese trostlose Zukunftsperspektive führt zu einer Demotivation schon im frühen Alter.

Hinzu kommt oft ein hoher Erwartungsdruck von Seiten der Eltern, auch wenn sie sich dessen nicht immer bewusst sind. Kinder und Jugendliche mit Burnout beklagen sich oft darüber, dass ihnen Freiräume fehlen, in denen sie über sich selbst und ihre Zeit bestimmen können. 39% der 16-Jährigen haben an drei oder mehr Tagen in der Woche einen außerschulischen Termin (Quelle: www.focus.de).

Hinzu kommen oft hohe Belastungen durch Aufgaben im Haushalt, die eigentlich Aufgaben der Eltern sind. Dazu gehören z. B. Behördengänge, die Erziehung der Geschwister usw.. Auch die allgemeine Sprachlosigkeit in den Familien trägt dazu bei, dass sich Kinder und Jugendliche mit ihren Bedürfnissen alleingelassen und überfordert fühlen.

Durch den Leistungsdruck, den straffen durchorganisierten Alltag und Mangel an Bewegung bleibt für Kinder und Jugendliche kaum Zeit zur Entspannung. Jugendliche in der Pubertät haben kaum noch Zeit zur Selbstfindung.

Bereits bei den Kleinkindern führen der frühe Eintritt in die KiTa und der Optimierungswahn der Eltern zu Überforderung und Trennungsängsten.

 

Tipps zum Umgang mit dem Burnout bei Kindern

Sehr wichtig ist es mit den Kindern und Jugendlichen im Gespräch zu bleiben und ihnen zu helfen mit dem Leistungsdruck sinnvoll umzugehen. Hilfreich sind hier z. B. Entspannungsübungen und ein geregelter Tagesablauf mit Ritualen wie z. B. Zeit für gemeinsames Essen. Sie sollten das Gefühl haben, dass sich die Eltern für ihre Bedürfnisse interessieren. Gerade Jugendliche sollten auch Zeit bekommen um sich selbst zu finden und ihre Freizeit selbst zu gestalten.

Burnout bei Kindern und Jugendlichen sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Frühzeitiges Erkennen ist wichtig um weitere Schäden in der Entwicklung zu vermeiden. Dann sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe eingeholt werden.

 

Hilfreiche Links zum Burnout:

Sueddeutsche.de: Alle mal runterkommen: Zum Fachartikel "Burnout bei Kindern"

Spiegel.de: Burn-out-Diagnose bei Kindern: Zum Fachartikel "Burnoutdiagnose bei Kindern"

Zeit.de: „Wer nichts leistet, hat verloren“: Zum Fachartikel "Schüler und Burnout"

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 04.10.2016
  • Eltern und Erzieher
  • Kategorie: Kinder
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