Der richtige Fernsehkonsum bei Kindern

C. Riesenberger

Zahlen und Fakten zum Fernsehkonsum bei Kindern

Das Fernsehen ist immer noch das wichtigste Medium in deutschen Familien. In fast jedem zweiten Kinderzimmer und in mehr als der Hälfte der Jugendzimmer steht heute ein Fernseher. Es ist wichtig, Kinder bei einem kritischen Umgang mit dem Fernseher zu unterstützen. Am besten sehen Sie sich Sendungen gemeinsam mit Ihren Kindern an. So bekommen Sie mit, wie Ihre Kinder auf bestimmte Inhalte reagieren, ob sie etwas nicht verstehen oder sich vielleicht fürchten. Auch können Sie so die Programmauswahl besser beeinflussen. Studien bestätigen immer wieder den außerordentlich großen Einfluss der Eltern auf den Fernsehkonsum der Kinder. Viele Eltern gehen heute sorgloser mit dem Fernsehen um als früher. So sitzen schon 20% der Einjährigen und 90% der Dreijährigen regelmäßig vor dem Fernseher. Sie sollten Ihren eigenen Umgang mit dem Fernsehen überprüfen, denn dieser dient Ihren Kindern als Vorbild.

 

Das richtige Maß 

Unter Dreijährige sollten noch nicht fernsehen. 3 – 5jährige Kinder sollten nicht länger als eine halbe Stunde fernsehen, 6 – 9jährige nicht länger als 45 Minuten und ab 10jährige nicht länger als eine Stunde. Ausnahmen dürfen gemacht werden, beispielsweise wenn Sie einmal im Familienkreis einen für Kinder geeigneten Spielfilm anschauen möchten. Es ist wichtig, dass Kinder von Anfang an erfahren, dass es neben dem Fernsehen noch viele andere Dinge gibt, die man machen kann, die Spaß machen und für die genügend Zeit vorhanden sein sollte: Gemeinsam spielen, Freunde besuchen und Vorlesen. Aus der Fülle des Programmangebots das Passende für Ihr Kind auszusuchen ist nicht immer leicht. Eine erste Orientierung geben die Altersfreigaben, aber auch Angebote mit Tipps fürs kindliche Fernsehen wie flimmo.de. Wenn Programme für Kinder nicht geeignet sind, ist ein klares, gut begründetes Nein wichtig. Auch sollte Kindern nicht die Fernbedienung überlassen werden, da sie beim Zappen sonst schnell auf ungeeignete Programme stoßen könnten. Planen Sie auch fernsehfreie Tage ein. Ab einem Alter von 13 Jahren sollten Kinder langsam lernen, ihren Fernsehkonsum selbst zu regeln. In diesem Alter sind sie zwar alt genug, um der Handlung des Films zu folgen und Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden, jedoch fällt es ihnen immer noch schwer, eine emotionale Distanz zum Gesehenen aufzubauen. Im Ranking der Freizeitbeschäftigungen steht bei Kindern das Fernsehen – nach Freunde treffen und draußen spielen – auf dem dritten Platz. Im Schnitt verbringt ein Kind täglich 23 Minuten mit einem Buch, jedoch 91 Minuten vor dem Fernseher. Die beliebtesten Sender sind Super-RTL und Kika. Eltern gehen oftmals sehr naiv mit dem TV-Konsum ihrer Kinder um und lassen sie Inhalte konsumieren, die ihrer Entwicklung schaden. Gutes Kinderfernsehen hingegen kann Ihre Erziehungsinteressen durchaus unterstützen, indem es Hintergründe der realen Welt zeigt und erklärt oder qualitätsvoll altersangemessen unterhält. Grundsätzlich ist der Wunsch nach Abwechslung und Unterhaltung ganz normal.

 

Folgen übermäßigen Fernsehkonsums bei Kindern

Problematisch wird es erst dann, wenn das Fernsehen übermäßig wichtig im Leben des Kindes wird, wenn es sich beispielsweise nicht mehr selbst zu beschäftigen weiß, wenig spielen, sich selten verabreden, weder lesen noch vorgelesen bekommen möchten und das Fernsehen zur wichtigsten Beschäftigung wird. Fernsehen sollte auf keinen Fall die Hauptbeschäftigung in der Familie sein. Achten Sie darauf, dass genügend Zeit für andere Aktivitäten bleibt wie Spiel, Sport und das Treffen von Freunden. Die Altersempfehlungen der Filme und Sendungen gibt es nicht umsonst. Orientieren Sie sich daran, an welche Altersgruppe sich die Sendungen richten. Kleinere Kinder sind noch nicht in der Lage, komplexeren Handlungen zu folgen und Vor- und Rückblenden zu verstehen. Kleine, in sich abgeschlossene Filmsequenzen wie beispielsweise das Sandmännchen, sind ideal. Für Vorschulkinder eignen sich altersgemäße Informationssendungen wie die Sendung mit der Maus. Unmittelbar vor dem Schlafengehen sollten Kinder nicht mehr fernsehen. Sie könnten sonst Schwierigkeiten haben, einzuschlafen, da sie ihre Fernseheindrücke nicht so schnell verarbeiten können.

 

Hilfreiche Links zum Thema TV und Kindern

Broschüre des BMFSFJ: Geflimmer im Zimmer: Zur Broschüre des bmfsfj

Schau-hin.info: Tipps für Fernsehanfänger: Zum Fachbeitrag

Flimmo.de: Fernsehratgeber für Eltern: Zum Ratgeber

 

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