Kinder und Stress

Fotograf: Nicole Celik / pixelio.de

Stress bei Kindern, so ungewöhnlich? 

Beim Wort Stress werden viele eher an einen Manager denken als an Kinder. Doch auch Kinder leiden unter Stress. Da sind der Konkurrenz- und Leistungsdruck in der Schule, aber auch Streitigkeiten in der Familie und im Umfeld. Fehlen Ruhe- und Erholungsphasen, kann es auch bei Kindern schon zu Überforderungen kommen. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass alle Kinder im Stress sind, es gibt viele Kinder, die mit den an sie herangetragenen Anforderungen gut zurechtkommen. Trotzdem ist es sinnvoll, wachsam gegenüber Überforderungssignalen zu sein, denn so kann man rechtzeitig etwas unternehmen, um das Kind in seinem Alltag zu unterstützen.

 

Symptome von Stress bei Kindern

Stress kann sich psychisch und körperlich äußern. Betroffene Kinder haben beispielsweise Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Schweißausbrüche oder Angst oder sind gereizt oder stark erschöpft. Als Reaktion auf Ereignisse wie beispielsweise eine schwere Klassenarbeit ist das völlig normal. Schwierig wird es, wenn die Symptome länger anhalten. Die verschiedenen Stressreaktionen treten oft kombiniert auf. So können starke emotionale Reaktionen zu Denkblockaden führen, die den Stress noch weiter steigern. Manche Kinder werden aggressiv und fallen in der Gruppe auf, weil sie ständig stören. Andere ziehen sich in sich selbst zurück. Beides kann längerfristig die sozialen Beziehungen beeinträchtigen. Gestresste Eltern bedeutet häufig auch gestresste Kinder. Je besser sie selbst mit Stress zurechtkommen, desto besser lernt es auch Ihr Kind. Häufig werden eigene Ziele auf die Kinder projiziert. So muss das Kind zum Beispiel unbedingt auf das Gymnasium, auch wenn es sich in der Schule schwertut. Heute gehört ein gewisses Maß an Stress zum normalen Alltag. Auch Eltern werden teilweise mit den äußeren oder den eigenen Anforderungen nur schwer fertig. Wer sich von dem Ideal, in Familie und Beruf perfekt sein zu wollen, nicht trennen kann, für den sind permanente Misserfolge vorprogrammiert.

 

Stress vermeiden

Kinder sollten aber nicht aus Zeitmangel vor dem Fernseher geparkt werden, denn das bedeutet für sie eine Reizüberflutung, die erst verarbeitet werden muss. Stattdessen sollten Kinder Hobbies aufnehmen, bei denen sie aktiv am Leben teilnehmen. Allerdings sollten die Kinder nicht mit einer Menge von Terminen überfordert werden. Was das Fernsehen betrifft, so erreicht man durch das Parken der Kinder vor dem Gerät oft das Gegenteil von dem, was man erreichen wollte, denn Fernsehen kann auch ein Stressor sein, nämlich eine massive Reizüberflutung. Wer Kinder einmal vor dem Bildschirm beobachtet hat, weiß, wie sehr sich Kinder von dem Geschehen absorbieren lassen und emotional daran beteiligt sind. Die Folge können Ängste, Aggressionen und Nervosität sein. Der Fernsehkonsum sollte aktiv durch die Eltern passend zum Alter der Kinder gestaltet werden. Für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren reicht eine Stunde am Tag. Dasselbe gilt für den PC. Viele Kinder verbringen schon mehr Zeit vor dem Computer als vor dem Fernseher. Stress zu erkennen ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Stressbewältigung. Das aktive Angehen von Problemen hat sich als die effektivste Möglichkeit, Stress zu reduzieren, herausgestellt. Oft geraten Kinder unter Druck, weil viele scheinbar gleich wichtige Dinge zu tun sind. Sie müssen erst lernen, Prioritäten zu setzen. Prioritäten setzen zu können, ist eine zentrale Fähigkeit im Rahmen der Stressreduktion. Zur Unterstützung kann sich ihr Kind in Stresssituationen Hilfe von anderen holen. Ein gutes Selbstwertgefühl ist die Basis für eine hohe Stresstoleranz, denn dann wird nicht jeder Fehlschlag gleich als persönliches Versagen gewertet. Ein gesundes Selbstwertgefühl können Sie bei Kindern aufbauen, indem Sie nicht nur bei Erfolgen (auch kleinen) loben, sondern wenn Sie auch bei missglückten Versuchen unterstützen und dem Kind Ihre Wertschätzung zeigen.

 

Hilfreiche Links:

Broschüre der Techniker Krankenkasse zu Kindern und Stress: Zur Broschüre Stress bei Kindern

Familie.de: Stress bei Kindern: Zum Fachartikel bei familie.de

Elternwissen.com: Leidet Ihr Kind unter Stress Zum Fachartikel Stress bei Kindern

 

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