Kopfläuse bei Kindern

Grace Winter / pixelio.de

Die Kopflaus

Die Kopflaus ist ein stationärer Ektoparasit des Menschen. Das heißt, sie lebt in der Regel permanent auf ihrem Wirt im Kopfhaar. Bei massivem Befall können auch andere behaarte Stellen wie Bart, Augenbrauen befallen sein. Kopfläuse sind die häufigste parasitäre Erkrankung in Europa und kommen weltweit vor.

Eine ausgewachsene Kopflaus ist ca. 3 mm groß, hat 6 Beine und ihre Farbe variiert zwischen durchsichtig bis leicht gräulich. Sie ernährt sich ausschließlich vom Blut ihres Wirtes. Davon benötigt sie alle 1-3 Stunden etwas. Ansonsten verhungert sie nach ca. 24 Stunden.

Das Weibchen „klebt“ ihre befruchteten Eier seitlich am Haaransatz des Kopfes, in der Nähe der Kopfhaut. Dieser „Kleber“ ist wasserfest und lässt sich auch nicht mit normalem Shampoo lösen. 

 

Kopfläuse, mangelnde Hygiene?

Fast jedes Kind ist mindestens einmal im Leben von Kopfläusebefall betroffen. Er ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene und kann jeden treffen. Wenn ihr Kind von Kopfläusebefall betroffen ist, finden sich auf seinem Kopf Läuse in all ihren Lebenszyklen. Da ist zunächst die ausgewachsene Laus: Sie hat 6 Beine, ist ungefähr 3 mm lang und liegt farblich irgendwo zwischen durchsichtig und leicht gräulich, es sei denn, sie hat gerade Blut gesaugt, dann schimmert das rote Blut durch den Chitin-Panzer. Daneben befinden sich auch kleinere Läuse auf dem Kopf, sowie die sogenannten Nissen, die leeren Hüllen der Läuseeier. Die Läuseweibchen legen auf dem Kopf ihre Eier ab, die sie mit einem selbst produziertem „Klebstoff“ an die Haare kleben. Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen die Nymphen genannten Larven. Nach insgesamt 14 bis 21 Tagen sind die Läuse ausgewachsen und können nun ihrerseits 100 - 300 Eier legen. Läuseweibchen leben bis zu 4 Wochen. Wenn sich die Laus abseits des Kopfes befindet, also zum Beispiel in der Kleidung oder auf der Couch, stirbt sie innerhalb von 2 – 3 Tagen. Kopfläuse sind zwar unangenehme und hartnäckige Gesellen, aber Krankheiten übertragen sie nicht. Die einzige Gefahr ist, dass sich die Kinder den Kopf wund kratzen, sich also Entzündungen auf der Kopfhaut bilden.

 

Wie erkenne ich die Kopflaus?

Kopfläuse bei Kindern machen sich vor allem durch einen ständig Juckreiz auf der Kopfhaut bemerkbar. Die Folgen dieses ständigen Juckreizes sind ein unruhiger Schlaf, Hautrötungen auf dem Kopf oder im Nacken. Die Ursache für das Jucken sind kleine Stiche auf der Kopfhaut. Die Kopflaus sticht in die Kopfhaut und saugt Blut. Damit das Blut nicht gerinnt, sondert sie eine Art Speichel ab, der in der Wunde zu einem Juckreiz führt.

Durch das ständige Aufkratzen können sich die Wunden entzünden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass beim Kämmen eine Kopflaus abfällt. Dann sollte man eine gründliche Untersuchung des Kopfes durchführen. Diese ist nicht ganz einfach, da sich die Kopfläuse sehr gut im Haar des Kindes verstecken können und sie sich mit ihren Beinen festkrallen. Bei einer gründlichen Untersuchung muss daher das Haar Strähne für Strähne durchkämmt werden. Diese Prozedur erfordert sehr viel Zeit und vor allem viel Geduld bei Eltern und Kindern. Daher ist es sinnvoll, die Kinder mit anderen Dingen, wie z.B. Vorlesen einer Geschichte abzulenken.

Um diese Untersuchung zu erleichtern, kann man auch nach der Haarwäsche die Haare mit Pflegespülung behandeln. Diese wird nicht ausgespült, sondern mittels eines speziell für Kopfläuse entwickelten Kamms ausgekämmt. Die Reste der Spülung, die am Kamm hängen bleiben, werden dann auf ein helles Tuch oder Küchenpapier ausgestrichen und auf Kopfläuse untersucht.

 

Ansteckungen durch Kopfläuse

Da Kopfläuse weder fliegen noch springen können, ist der häufigste Weg der Ansteckung ein Haar-zu-Haarkontakt. Die erwachsene Kopflaus krabbelt von einem Kopf auf den anderen. Da Kinder sehr oft ihre „Köpfe zusammenstecken“, ist die Gefahr einer Ansteckung bei ihnen sehr hoch. Kopfläuse können auch durch Gegenstände, wie Mützen oder Bürsten und Kämme übertragen werden. Da Kopfläuse aber nur sehr ungern ihre Wirte verlassen und nicht lange ohne sie überleben können, ist die Gefahr der Ansteckung relativ gering. Da Kopfläuse ausschließlich auf dem Kopf von Menschen leben, können sie auch nicht durch Tiere übertragen werden. Ebenso übertragen sie keine Krankheiten. Küchenpapier ausgestrichen und auf Kopfläuse untersucht.

 

Behandlung von Kopfläusen

Dann sollte man zum Kinderarzt gehen. Die ersten Indizien eines Kopflausbefalls sind: das Kind hat Hautrötungen im Nackenbereich oder auf der Kopfhaut, schläft unruhiger als sonst und kratzt sich häufig am Kopf. Das Jucken kommt von den Stichen der Läuse. Mit einem spitzen Rüssel zapfen sie das Blut ab. Wie bei Mücken sorgt ihr Speichel dafür, dass das Blut nicht gerinnt. Dieser Speichel und auch der Kot der Läuse sind für den Juckreiz verantwortlich. Manchmal merkt das Kind aber auch garnichts von den Läusen und es fällt plötzlich eine beim Kämmen aus den Haaren. Wenn also ein Kopflausbefall in der Kita oder in der Schule bekannt wird, sollte man die Köpfe der Sprösslinge genau unter die Lupe nehmen. Es ist nicht ganz einfach, einen Kopfläusebefall zu entdecken. Selbst wenn man die Köpfe der Kleinen mit der Lupe untersucht, wird man nicht viele Läuse entdecken. Meist sind es weniger als 10 Stück – und die verstecken sich gut. Deshalb sollte man am besten nach dem Haare waschen eine Pflegespülung ins feuchte Haar auftragen und dann mit einem speziellen Läusekamm die Haare kämmen. Wenn man nun den Läusekamm auf einem Küchenpapier abstreift, kann man die Läuse gut entdecken. Mit wirksamen Präparaten und viel Geduld können Sie den Parasiten den Garaus machen. Dabei ist es mit einer einzelnen Behandlung nicht getan: zwei Wochen lang müssen sie alle 4 Tage die Haare mit dem Läusekamm auskämmen und die Behandlung mit einem Läusemittel muss im Abstand von 8-10 Tagen zweimal erfolgen. Kopfläusemittel erhalten Sie in der Apotheke. Wenn Sie sich ein Rezept geben lassen, übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Die zweite Behandlung ist unbedingt notwendig, weil die Läusemittel zwar gut gegen erwachsene Läuse helfen, aber nur eingeschränkt oder garnicht gegen die Läuseeier. Deshalb können nach der ersten Anwendung noch Läuse nachschlüpfen, die dann mit der zweiten Anwendung des Mittels vernichtet werden. Personen, die keine Läusemittel verwenden sollten, wie Schwangere, Stillende oder Menschen mit Chrysanthemenallergie können das Auskämmen auch als alleinige Methode anwenden; hierbei ist jedoch keine so große Zuverlässigkeit gegeben, dass man auch wirklich alle Läuse loswird. Auch nach erfolgreicher Behandlung können sich noch leere Eier, die sogenannten Nissen, in den Haaren finden. Sie sind äußerst schwer zu entfernen. Wenn sie sich mit dem Läusekamm nicht auskämmen lassen, sollte man versuchen, sie einzeln mit den Fingernägeln abzulösen. Gelingt auch dies nicht, muss man gegebenenfalls sogar einzelne Haare abschneiden.

 

Weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Kopfläuse

Um Kopfläuse bei Kindern erfolgreich zu bekämpfen ist es wichtig, dass alle Personen, die im engeren Kontakt zu dem Kind stehen, unverzüglich und gründlich untersucht werden, um gegebenenfalls mit der sachgerechten Behandlung unverzüglich beginnen zu können. Das bedeutet, dass auch Einrichtungen wie Kindergarten oder Schulen und Vereine sofort informiert werden müssen, damit sie entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten können. Für die Eltern besteht hier eine Meldepflicht an die Einrichtung. Die Leitung der Einrichtungen ist verpflichtet das Vorkommen von Kopfläusen sofort dem Gesundheitsamt zu melden. Eine komplette Desinfektion des gesamten Haushaltes ist nicht nötig. Es genügt Kämme, Haarbürsten und –gummis in heißer Seifenlauge gründlich zu reinigen. Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher und die Leibwäsche sollten gewechselt werden. Kopfbedeckungen, Schals und alle Gegenstände, auf die eine Kopflaus gelangen kann, sollten für 3 Tage luftdicht in eine Plastiktüte gepackt werden. Um eine weiter Verbreitung von Kopfläusen bei Kindern zu vermeiden ist es wichtig, dass besonders in Gemeinschaftseinrichtungen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gegenüber den Erkennungsmerkmalen erbracht wird und dass ein entsprechendes Grundwissen bei Erziehern, Lehrern und Betreuern vorhanden ist. In Zusammenarbeit mit den Eltern kann so ein rasches Erkennen und Behandeln erfolgen, das die Voraussetzung für eine erfolgreiche Verhütung der Kopfläuse bei Kindern bildet.

 

Hilfreiche Links:

Broschüre der Bundesanstalt für zentrale Aufklärung (BzgA): Zum Broschüre des BzgA

Kindergesundheit.info: Wie Sie erfolgreich Kopfläuse behandeln: Zum Fachartikel "Erfolgreich Kopfläuse behandeln"

Stern.de: Blutsauger in den Haaren: Zum Fachartikel "Blutsauger in den Haaren"

Baby-und-familie.de: Wie sie Kopfläuse bei Kindern bekämpfen: Zum Fachartikel

Drpabel.de: Die Kopflaus: Zum Fachartikel

RKI.de: Ratgeber Kopflausbefall: Zum Fachartikel

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