Mutter-Kind-Kur

Gründe für eine Mutter-Kind-Kur

Grundsätzlich ist jede Mutter und jeder Vater Kur berechtigt, wenn sie/er sich aufgrund von z.B. familiären Schwierigkeiten, sozialen Problemen oder Krankheit im Alltag überlastet fühlt und somit eine Gefahr für die Gesundheit oder Verschlechterung des Verhältnisses zu den Kindern besteht. Weitere Gründe sind chronische Erkrankungen wie z.B. Allergien oder Hauterkrankungen, Erschöpfungszustände, depressive Phasen, Schlafstörungen, Rückenschmerzen oder auch Kontextfaktoren wie z.B. Erziehungsprobleme, Trennungssituation, Versorgung chronisch kranker Kinder oder Angehöriger oder ein Trauerfall. Um einer Erkrankung vorzubeugen ist dann oft aus medizinischer Sicht eine stationäre Maßnahme erforderlich.

 

Verlauf und Ziel einer Mutter-Kind-Kur

Aufgrund der oben genannten Gründe für eine Mutter-Kind-Kur unterscheidet man bei den Maßnahmen zwischen Vorsorge und Rehabilitation. Maßnahmen zur Vorsorge werden getroffen, um chronische Erkrankungen zu verhindern oder um beeinflussbare Risikofaktoren oder Gesundheitsstörungen, die voraussichtlich in absehbarer Zeit zu Krankheiten führen können, zu behandeln. Vorsorgemaßnahmen werden auch getroffen, wenn die gesundheitliche Entwicklung des Kindes in Gefahr ist oder um eventuellen Rückfälle oder Verschlimmerungen von Krankheit entgegenzuwirken.

Rehabilitationsmaßnahmen werden ergriffen, um bereits eingetretene Erkrankungen zu heilen, zu bessern oder Verschlechterung zu verhindern, z.B. nach einer schweren Erkrankung wie Krebs, Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder dauerhafte Beeinträchtigung der Aktivitäten durch körperliche, geistige oder seelische Schädigungen.

Die Behandlung ist daher immer den Bedürfnissen der Mutter angepasst und beinhaltet ein ganzheitliches Therapiekonzept. Um dieses ganzheitliche Therapiekonzept zu gewährleisten, arbeiten Berufsgruppen wie Fachärzte, Dipl. Sport- und Physiotherapeuten, Diätassistenten, Sozialpädagogen, Erzieher und Pflegepersonal in den Kliniken zusammen. Der Behandlungsplan wird somit auf die jeweilige Krankheit abgestimmt und beinhaltet je nach Bedarf medizinische, physiotherapeutische und / oder psychotherapeutische Maßnahmen. Manche Kliniken bieten auch Therapien wie Naturheilkunde, Psychotherapie oder körperliche Anwendungen an. Je nach Klinik und Bedarf erfolgen die Maßnahmen über den ganzen Tag oder zeitweise.

Bei einer Mutter-Kind-Kur handelt es sich nicht um einen Urlaub, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe, um Alltag besser zu bewältigen. Das Ziel einer jeden Mutter-Kind-Kur ist, durch eine gestärkte Gesundheit und geminderte körperliche Beschwerden neue Energie zu tanken, neuen Lebensmut zu entwickeln, das Wohlbefinden zu stärken und die Lebensfreude wieder zu entdecken. Es sollen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, um Alltagsprobleme besser meistern zu können. Durch ärztliche Anweisungen, psychologische Tipps und positive Erfahrungen sollen Mütter ihren Alltag wieder selbständig meistern können.

 

Rechtliche Grundlagen

Die Mutter-Kind-Kur ist eine Pflichtleistung der Krankenkassen und dauert in der Regel 3 Wochen. In machen Fällen ist eine Verlängerung um eine Woche möglich. Eine Mutter-Kind-Kur kann frühestens nach vier Jahren wiederholt werden.

Der Weg zur Mutter-Kind-Kur erfolgt in mehreren Schritten. Als erstes muss von einem Arzt (Kinderarzt, Facharzt oder Hausarzt) ein entsprechendes Krankheitsbild diagnostiziert und die entsprechenden Ziele einer Kur festlegt werden. Beides muss dann vom Arzt attestiert werden. Entsprechende Attestformulare sind z. B. in Beratungsstellen, beim Mutter-Kind-Hilfswerk e. V. erhältlich und stehen auch zum Downloaden im Netz. Mit diesem Attest beantragt die Mutter dann eine Mutter-Kind-Kur bei ihrer Krankenkasse oder wendet sich an entsprechende Beratungsstellen. Sobald die Krankenkasse zusagt, kann gemeinsam eine der Diagnose und Zielsetzung entsprechende Klinik zu einer passenden Zeit ausgewählt werden.

 

Kinder in einer Mutter-Kind-Kur

Die entsprechenden Kliniken für eine Mutter-Kind-Kur bieten auch eine Kinderbetreuung an, wenn z. B. eine Versorgung des Kindes in dieser Zeit zu Hause ausgeschlossen ist. Schulpflichtige Kinder müssen außerhalb der Ferien von der Schule beurlaubt werden. Das Alter der Kinder variiert je nach Klinik. Einige bieten bereits ab wenigen Monaten andere ab 3 Jahren eine entsprechende Betreuung an. Die meisten Kliniken bieten eine Betreuung bis zum zwölften oder vierzehnten Lebensjahr an. Bei einer Behinderung gibt es keine Altersbeschränkung.

Andere Kliniken bieten auch für Kinder ganzheitliche und individuelle Therapiepläne an, wenn das Kind ebenfalls gesundheitlich gefährdet oder krank ist. Auch hier gibt es viele Gründe für eine Mutter-Kind-Kur, z.B. wenn das Kind unter psychischen Problemen leidet, wie z. B. nach einer Trennung oder wenn die Beziehung zwischen dem Kind und den Eltern belastet ist.

 

Hilfreichen Links:

Müttergenesungswerk: zum Fachartikel "Mutter-Kind-Kur"

Wikipedia.de: Mutter-Kind-Kur: Zum Fachartikel in "Wikipedia"

Familie.de: Mutter-Kind-Kur: Zum Fachartikel "Mutter-Kind-Kur"

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 27.10.2016
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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