Schlafwandelnde Kinder

Definition:

Der medizinische Fachbegriff für Schlafwandeln lautet „Samnambulismus“. Hierbei handelt es sich nicht um eine Krankheit, da Schlafwandeln die Gesundheit nicht gefährdet.

Schlafwandelnde Kinder sind keine Seltenheit. So stehen etwas 30% der 4-6 Jährigen von Zeit zu Zeit nachts auf, während sie schlafen. Bei 80% der Kinder verschwindet das Schlafwandeln mit der Pubertät. Bei 8 von 10 Betroffenen tritt das Phänomen im Alter von ca. 20 Jahren wieder auf. Im Alter ist es sehr selten.

Während des Schlafwandelns richten sich die Kinder im Bett auf, gehen umher, sprechen oder rufen (meistens unverständlich). Ihr Gesichtsausdruck ist dabei eigenartig und ihr Blick geht ins Leere. Da das Kind schläft, ist es auch nicht orientiert und zu keinen komplexen Handlungen wie z. B. Bildermalen oder Schreiben fähig.

 

Ursachen/Auslöser:

Der Grund für das Schlafwandeln ist noch nicht eindeutig definiert. Manche Experten gehen davon aus, dass dem Schlafwandeln bei Kindern eine normale neurologische Ursache zugrunde liegt. Die nächtliche Verarbeitung von Eindrücken, Erlebnissen, Gelerntem und die ständige Neuverknüpfungen von Nervenzellen bewirken, dass bestimmte Areale des kindlichen Gehirns auch nachts aktiv sind. Der Grund liegt demnach im noch nicht ausgereiften zentralen Nervensystem, insbesondere in den sich entwickelnden Verbindungen zu den Bewegungszentren. Da aber auch Erwachsene schlafwandeln, gibt es auch die Theorie, dass das Gehirn im Schlaf nicht zur Ruhe kommt. Hirnstammmessungen haben ergeben, dass verschiedenen Areale ruhen, aber andere aktiv sind. Daher kann dieser Zustand nicht eindeutig dem Schlaf oder dem Wachsein zugeordnet werden.

Abgesichert durch Studien ist aber z B., dass es bei (Schul)Stress, Infekten, Fieber, Schlafmangel, Angst, erblicher Veranlagung und psychischer Belastung vermehrt zum Schlafwandeln kommen kann.

 

Maßnahmen:

Aufgrund der oben beschriebenen möglichen Auslöser für das Schlafwandeln bei Kindern sollten die Eltern darauf achten, dass das Kind einen regelmäßigen Schlafrhythmus, ausreichend Schlaf und eine ruhige Atmosphäre zum Schlafen erhält. Tipps sind hier feste Abend-Rituale und das Vermeiden von Unruhe vor dem Schlafengehen.

Da keine gesundheitliche Gefahr für das schlafwandelnde Kind besteht und das Schlafwandeln in den meisten Fällen von selbst verschwindet, ist eine ärztliche Behandlung in der Regel nicht vonnöten. Ausnahmefälle sind z. B. wenn das Kind ein besonders aggressives Verhalten beim Schlafwandeln zeigt, eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht, das Kind über einen längeren Zeitraum fast jede Nacht schlafwandelt, das Kind unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit leidet oder andere Familienmitglieder in ihrer Nachtruhe stark beeinträchtigt werden. Dann sollte man sich beraten lassen, z. B. durch einen Schlafmediziner.

Das einzige Risiko bei schlafwandelnden Kindern ist die Verletzungsgefahr. Schlafwandelnde Kinder gehen einfach immer nur geradeaus. Das bedeutet, dass mögliche Gefahrenquellen wie Stolperfallen und gefährliche, spitze Gegenstände aus dem Weg geräumt werden müssen. Da schlafwandelnde Kinder in diesem Zustand essen, auch was nicht essbar ist, z. B. die Schokolade mitsamt der Verpackung, sollte darauf geachtet werden, dass auch solche Dinge weggeräumt werden. Des Weiteren sollten alle Türen und Fenster geschlossen und Treppen gesichert sein. Auch Hochbetten sind für diese Kinder ungeeignet. Ein Glöckchen oder Windspiel im Kinderzimmer kann dafür sorgen, dass die Eltern geweckt werden sobald das Kind aufsteht. Dann sollten sich die Eltern langsam dem Kind näheren, beruhigend auf es einreden und versuchen, es sanft zurück ins Bett zu führen.

Auch wenn das Kind beim Schlafwandeln auf einmal wacht, besteht keine gesundheitliche Gefahr für das Kind. Dann kann es nur sein, dass es verwirrt und orientierungslos ist, da es sich nicht erinnern kann, wie es dahin gekommen ist. Das kann zur Folge haben, dass es sehr verschreckt ist und nicht mehr einschlafen kann.

Des Weiteren sollte man dem Kind am nächsten Tag auch nicht erzählen, dass es schlafgewandelt ist. Das könnte beim Kind Ängste auslösen, die dazu führen können, dass es nicht mehr schlafen gehen will.

  

Hilfreiche Links:

Wikipedia.de: Somnambulismus: "Somnambulismus" bei Wikipedia

Baby und Familie: Schlafwandeln: Zum Fachartikel

Mamiweb: Schlafwandeln bei Kindern: Zum Fachartikel

Baby und Familie zum Thema Schlafwandeln: Zum Fachartikel

Familie und Tipps: Schlafwandeln:Zum Fachartikel

Kindergesundheit zum Thema Schlafwandeln: Zum Fachartikel

Mütterberatung zum Thema Schlafwandeln:Zum Fachartikel

Rund ums Baby: Albträume und Schlafwandeln: Zum Fachartikel

 

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 13.12.2016
  • Kitas und Eltern
  • Kategorie: Kinder
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