Grundlagen zum Start

C. Riesenberger

Einleitung

Ist die Entscheidung gefallen, sich selbstständig zu machen, und hat man die Entscheidung darüber getroffen entweder eine Spielgruppe, Tagesbetreuung oder Kindertagesstätte zu eröffnen gilt es, alle wichtige Grundlagen für den erfolgreichen Start vorzubereiten. Im nachstehenden Text sollen die 10 wichtigsten Schritte und Aufgaben auf dem Weg zur eigenen Kita kurz und prägnant zusammengefasst werden.

 

Das Kita-Konzept

In einem ersten Schritt gilt es die Idee in ein grobes Betriebskonzept umzusetzen und einen entsprechenden Businessplan vorzubereiten. Im Kita-Konzept sind Fragen zum pädagogischen Konzept zu klären, die Anforderungen an die Räumlichkeiten zu definieren, die Größe der Kita festzulegen, die USP`s der Kita festzuschreiben und wichtige Adressen für die Finanzierung und Mitarbeitersuche festzuhalten. Der Businessplan gibt Auskunft darüber, ob die geplanten Einnahmen und Zuschüsse die Kosten für Personal, Betrieb und Miete decken. Wertvolle Hinweise zur Gründung einer Kita gibt es bei politischen Organisationen, aber auch bei der IHK. Wichtig bei der Erstellung des Kita-Konzepts ist auch die Einbeziehung von Eltern, um deren Vorstellungen und Ideen gebührend zu berücksichtigen.

 

Die Nachfrage

Neben dem Kita-Konzept kommt der Nachfragestimulation eine ganz wichtige Rolle zu. Sprechen Sie mit Eltern auf dem Spielplatz, besuchen Sie Spiel- und Krabbelgruppen und gewinnen Sie diese für Ihre Idee. Sammeln Sie Unterschriften und machen Sie die Dringlichkeit Ihrer Entscheidung auf der Behörde deutlich. Nichts ist schlimmer als eine neu eröffnete Kita, deren Kinder fehlen.

 

Der Gang zur Behörde

Steht das Konzept und konnten Sie viele Befürworter für Ihre Idee finden, steht die Genehmigung bei der zuständigen Behörde an. In der Regel ist hier der Gang zum örtlichen Jugendamt notwendig, um das formale OK zur Gründung Ihres Unternehmens zu bekommen. Je überzeugender das Konzept und die Finanzierung und je größer die Elternlobby, umso leichter wird man Ihnen die Unternehmensgründung gewähren.

 

Die eigentliche Gründung

Hat das Jugendamt der Idee beigepflichtet, steht nun der Schritt zur offiziellen Gründung an. Entgegen der üblichen Meinung, zu Beratungszwecken einen Anwalt einzubinden, würde ich von diesem sehr teuren Schritt in der Startphase abraten. In der Literatur gibt es genügend Ausführungen darüber, welche Rechtsformen für eine Kita generell in Frage kommen. In der Regel ist die Gründung eines Vereins ausreichend, für große Kitas kann unter Umständen eine gemeinnützige gGmbH die richtige Rechtsform sein. Informationen, wie ein Verein zu gründen ist, gibt es genügend im Internet wie auch Vorschläge zum Aufsetzen einer Vereinssatzung. Haben Sie sich über diese Punkte genügend Gedanken gemacht entwerfen Sie eine Vereinssatzung oder den Gesellschaftsvertrag und lassen Sie erst jetzt diesen durch einen Rechtsanwalt prüfen. Auch wenn sich all diese Punkte sehr lästig anfühlen, ist die Sache nur halb so schlimm.

 

Finanzierung

Der Businessplan, den Sie in Stufe 1 erstellt haben, gibt Ihnen Auskunft darüber wie hoch ihr Finanzbedarf sein wird. Zusammen mit den Adressen der Geldgeber machen Sie sich nun auf den Weg, die kommunalen Förderprogramme der Kommunen abzurufen. Beachten Sie, dass die Förderprogramme von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gestaltet sind.

 

Die passende Immobilie

Bezüglich der Immobilie für eine Kita gibt es vielfältige Anforderungen, die je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sind. Informieren Sie sich über die lokalen Besonderheiten auf der örtlichen Baubehörde, informieren Sie sich beim Gesundheitsamt über die sanitären und hygienischen Grundvoraussetzungen und fragen Sie die Kita-Aufsicht welche weiteren Punkte Sie bei der Immobilienwahl beachten sollten. Halten Sie sich immer vor Augen, dass neben den Personalkisten die Betriebskosten für die Immobilie der größte Kostenfaktor sind. Lassen Sie bei der Wahl der Immobilie aber auch nicht außer Acht, dass diese flexibel genug ist, ggf. Ausbaumaßnahmen und Erweiterungen zuzulassen. Je nach Zinslage und Preis der Immobilie kann es auch Sinn machen, diese zu erwerben, um Ihrem Betriebsvermögen Substanz zukommen zu lassen.

 

Das finale Konzept

Steht das Kita-Konzept, gibt es eine Idee zur passenden Immobilie und ist die Finanzierung in den Grundzügen gesichert, gilt es das Konzept final auszuarbeiten, um die nötige Betriebserlaubnis zu erhalten. Diese ist beim zuständigen Jugendamt zu beantragen. Dieses sollte Sie bereits aus den Voruntersuchungen kennen, was den Genehmigungsprozess beschleunigt.

 

Umbau

Liegt die Betriebsgenehmigung vor, gilt es die Immobilie entsprechend der Landesvorgaben umzubauen. Nehmen Sie sich hierzu etablierte Unternehmen wie beispielsweise Schilling Raumkonzepte zu Rate. Achten Sie auf einen hochwertigen Innenausbau, an dem Sie lange Freude haben. Vermeintlich günstige Einrichtungen werden schnell zu einem teuren Spaß!

 

Personal

Personal zu bekommen ist nicht die leichteste Aufgabe. Bevor Sie starten machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie als Besonderheiten bieten wie bspw. Urlaubstage, Schulungen, Getränke und Essen frei, ...Diese Feinheiten werden Ihnen helfen, erfolgreicher Personal zu akquirieren. Hängen Sie Ihr Stellenangebot an die schwarzen Bretter der Universitäten, schreiben Sie eine Vermittlungsprämie aus und scheuen Sie sich nicht davor, in der Kita der direkten Nachbarschaft Personal abzuwerben.

 

Eröffnung

Es ist geschafft, der Tag der Eröffnung steht an. Laden Sie die Presse ein und machen Sie auf sich aufmerksam. Suchen Sie Sponsoren, die Ihnen die Feier mitfinanzieren. Nun steht einer erfolgreichen Karriere als Unternehmer nichts mehr im Wege.

 

 

Weiterführende Links

Grundlagen zum Start: (familie.de)

Grundlagen zum Start: (kitagruendung.info)

Grundlagen zum Start: (kitagruenden.de)

Grundlagen zum Start: (arag.de)

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