Worauf achtet eine Erzieherin?

C. Riesenberger

Beobachtung und Dokumentation

Grundlage für die Bildungsarbeit ist die Beobachtung und Wahrnehmung des Kindes. Handlungen, Vorstellungsgabe, Ideenreichtum, Schöpferisches, Problemlösungen u.ä. Fähigkeiten werden beobachtet und dokumentiert. Darüber hinaus wird verlangt, „dass Beobachtung und Auswertung von der pädagogischen Fachkraft notiert und als Niederschrift des Bildungsprozesses des einzelnen Kindes dokumentiert wird ...“.

Die Qualität dieser Dokumentationen und Beobachtungen wird daran gemessen, ob sie geeignet ist, die Komplexität des Entwicklungsprozesses von Kindern festzuhalten. Die Versuchung ist groß, angesichts eines Handlungsdrucks seitens der Träger und der Politik auf einfachste Beobachtungsbögen zurückzugreifen. Diese können jedoch nur auf einen Ausschnitt kindlicher Entwicklung abgestimmt sein und nicht die eigentliche Bildungsleistung des Kindes beschreiben.

 

Orientierungsfragen einer Erzieherin

Diese könnten sein:

  • Was sieht das Kind?
  • Was hört das Kind?
  • Wie empfindet es seine Körperwahrnehmungen?
  • Was fühlt das Kind (emotional)?

 

Was wird in der Kita beobachtet?

Beobachtet wird immer aus einer Situation heraus, die sich in einer Kita, Krippe oder Hort abspielt. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf:

  • Das einzelne Kind
  • Das Verhalten in der Gruppe
  • Die Rahmenbedingung, in der die Beobachtung geschieht
  • und die Beteiligung der Erzieher/innen am Geschehen.

 

Was beobachtet eine Erzieherin, wenn diese wahrnehmend beobachtet?

Wahrnehmendes Beobachten bedeutet, in ein Geschehen mit einzutauchen und fühlend dabei zu sein. „Empathie“ verlangt, sich selbst mit wahrzunehmen. Wahrnehmen geschieht immer über alle Sinnesbereiche (Körpersinne, Gefühle) zur gleichen Zeit. Es sind immer Gefühle, welche die Aufmerksamkeitsrichtung der Erzieherin lenken werden. Diese Gefühle hängen eng mit den Lebenserfahrungen der eigenen Person zusammen. Die Erzieherin sollte sich immer wieder ins Bewusstsein rufen, inwiefern ihre Aufmerksamkeitsrichtung etwas mit ihren eigenen Lebenserfahrungen zu tun hat. Deshalb ist es so wichtig, reflektiert bei der Arbeit zu sein und sich klar zu werden, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen.

 

Sinnesbogen

  • Was nehmen die Kinder mit ihrem Körper wahr?
  • Was sehen sie?
  • Was hören sie?
  • Welche Gefühle drücken sie aus?

Was kann vom Kind selbst wahrgenommen werden?

  • Welche Vorstellungen, Interessen oder Themen beschäftigen das Kind?
  • Welche Vorstellungen oder Bilder entwickelt es zu seinem Thema?
  • Welches Können setzt das Kind ein?
  • Werden neue Ideen selbst entwickelt und angesprochen?
  • Welche Theorien werden geäußert?
  • Welche Fantasien hat das Kind?
  • Wie geht das Kind mit Unsicherheiten oder Schwierigkeiten um?
  • Was wird in Worte gefasst?

Welche sozialen Beziehungen können beobachtet werden?

  • Wie verständigt sich das Kind im Rahmen mit anderen Kindern?
  • Wie verständigt sich das Kind mit Erwachsenen?
  • Worüber reden die Kinder?
  • Werden Wahrnehmungen, Empfindungen und Gefühle geäußert?
  • Geht das Kind einfühlsam mit anderen um?
  • Werden Ideen ausgetauscht?

 

Wertvolle Links zum Thema „Worauf achtet eine Erzieherin“

Hilfreicher Link (Sprachförderung)

Link (eltern.de)

Worauf wird geachtet (Kindergartenpädagogik)

 

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