Elterngeld

C. Riesenberger

Definition Elterngeld

Nach der Geburt eines Kindes erhalten Eltern vom Staat Elterngeld. Damit soll der Lohnausfall abgefedert werden, der durch die Geburt des Kindes entsteht. Ab Juli 2015 gibt es zusätzlich das Elterngeld Plus, das den Bezug von Elterngeld und Teilzeitarbeit besser kombinierbar machen soll. Das Elterngeld ist ein Anspruch gegenüber dem Staat, wenn ein Elternteil sich um das Kind kümmert und deshalb nicht voll arbeiten kann. Die Elternzeit dagegen ist ein Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber. Dieser muss seinen Mitarbeitern ermöglichen, nach bis zu drei Jahren Elternzeit wieder ins Unternehmen zurückzukehren. Alle Mütter und Väter, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, haben einen Anspruch auf Elterngeld.

 

Bemessung des Eltergelds

Die Höhe des Elterngelds richtet sich danach, wieviel der Elternteil vorher durchschnittlich verdient hat. Bei Müttern werden dafür die zwölf Monate vor dem Mutterschutz, bei Vätern die 12 Monate vor der Geburt herangezogen. Bei einem Einkommen von bis zu 1200 Euro netto beträgt das Elterngeld 67% vom Durchschnittslohn, darüber sind es 65%. Wer davor kein eigenes Einkommen hat, bekommt 300 Euro. Mehr als 1800 Euro werden nicht bezahlt. Das Elterngeld wird wie folgt berechnet: Zuerst wird das relevante Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate ermittelt. Vom Bruttoeinkommen wird ein Abzug für Werbungskosten in Höhe eines Zwölftels des Arbeitnehmer-Pauschbetrages abgezogen. Jetzt wird ein fiktives Nettoeinkommen berechnet. Dazu werden pauschalierte Sätze von Arbeitslosen-, Renten-, Pflege- und Krankenversicherung abgezogen, sowie die Kirchen- und die Einkommenssteuer. Das so ermittelte Nettoeinkommen ist für das Elterngeld maßgeblich. Das Elterngeld wird für 12 Monate gezahlt und lässt sich beliebig zwischen den Eltern aufteilen. Über Partnermonate kann die Bezugsdauer auf 14 Monate verlängert werden. Wenn in der Familie ältere Geschwister leben, kann ein Anspruch auf einen Geschwisterbonus bestehen. Diesen gibt es, bis das ältere Kind drei Jahre alt ist. Bei drei oder mehr Kindern gibt es den Bonus, solange zwei der Kinder noch unter sechs Jahren alt sind. Der Geschwisterbonus erhöht das Elterngeld um 10 Prozent, mindestens jedoch um 75 Euro monatlich. Bei Mehrlingen besteht nur einmal Anspruch auf Kindergeld, für das Mehrlingsgeschwister wird aber ein Bonus von 300 Euro gezahlt. Das Elterngeld können die Eltern erst beantragen, wenn das Baby auf der Welt ist. Innerhalb von drei Monaten muss der Eingang bei der Elterngeldstelle erfolgen. Das Geld wird auch rückwirkend bezahlt. Für Kinder, die ab dem 01.Juli 2015 geboren werden, kann Elterngeld plus beantragt werden. Der betreuende Elternteil kann nun, wenn er Teilzeit arbeitet, den Anspruchszeitraum verlängern. Aus einem Elterngeldmonat wird bei Teilzeitarbeit 2 Elterngeldmonate plus. Das Elterngeld verringert sich für diesen Zeitraum entsprechend. Nach der Elternzeit haben Eltern das Recht, auf ihren alten oder einen vergleichbaren Arbeitsplatz zurückzukehren. Wenn Eltern Teilzeit arbeiten wollen, könnte der Arbeitgeber Probleme machen. Oft heißt es dann, es sei keine entsprechende Stelle vorhanden. Mit dieser Argumentation kommen die Unternehmen vor den Arbeitsgerichten jedoch nicht durch. In Zukunft kann die Elternzeit in drei Abschnitte unterteilt werden statt wie bisher in zwei. Und dann gibt es da noch den Partnerschaftsbonus: Der Partnerschaftsbonus besteht aus der Möglichkeit, für vier weitere Monate Elterngeld Plus zu nutzen. Und zwar dann, wenn beide Eltern zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Der Partnerschaftsbonus soll eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung fördern.

 

Hilreiche Links:

 

Broschüre des Familienministeriums: Zur Broschüre des BMFSFJ zum Thema Kindergeld

Familien-Wegweiser.de: Zum Fachtext "Elterngeld"

Elterngeld-plus.de: Zum Fachartikel

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