Was kann ich ­beim Finanzamt ­geltend machen?

C. Riesenberger

Einleitung

Grundsätzlich gehören zu den absetzbaren Kinderbetreuungskosten alle Aufwendungen die für die Behütung eines Kindes bezahlt werden. Dabei spielt es keine Rolle wo und wann die Leistung erbracht wird. Abzugsfähig sind auch solche Kosten, die anfallen, um die Betreuungsleistung in Anspruch zu nehmen wie Fahrtkosten oder sonstige mit der Betreuung in Bezug stehenden Leistungen.

Lediglich 50 % der Kosten sind bei einem Au-Pair ansetzbar.

 

Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug

Durch eine Änderung des Steuergesetzes im Jahr 2012 können Kinderbetreuungskosten nur noch als Sonderausgaben abgesetzt werden. Die bis dato geltenden Voraussetzungen sind entfallen, so dass alle Eltern mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr grundsätzlich steuerabzugsberechtigt sind. Diese Regelung gilt auch für behinderte Kinder, wenn diese vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und diese im Haushalt der Eltern leben.

Höhe abziehbarer Kosten

Es gilt die Regel, dass Kinderbetreuungskosten zu maximal zwei Dritteln anerkannt werden, jedoch maximal bis zu 4.000 € pro Kind und Jahr. Fallen erstmals Kosten während des Jahres an, weil bspw. ein Kind nach den Sommerferien in die Kita kommt, kann dennoch der Höchstbetrag angesetzt werden.

Leben Eltern räumlich getrennt oder sind diese geschieden, kann nur der die Kosten ansetzen, der auch tatsächlich die Betreuungsaufwendungen bezahlt hat, jeweils anteilig maximal 2.000 € pro Jahr und Kind. Eine andere Aufteilung des Höchstbetrags ist auf Anfrage beim Finanzamt möglich.

 

Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten

Sind beide Elternteile berufstätig, werden die Kinderbetreuungskosten als Werbekosten anerkannt, da diese auf Grund der Arbeit anfallen und damit unvermeidbar sind.

 

Kinderbetreuungskosten und Arbeitslosigkeit

Arbeitslose Eltern können Kinderbetreuungskosten im Allgemeinen nicht als Werbekosten ansetzen da sie nicht erwerbsbedingt anfallen. Ist die Phase der Arbeitslosigkeit jedoch kürzer als 4 Monate ist der Höchstsatz ansetzbar.

Allerdings können Arbeitslose wie auch Alleinverdiener Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben geltend machen, wenn es sich um Kosten der Kinderbetreuung handelt und die Kinder ein Alter zwischen 3 und 6 Jahren haben.

 

Konkret ansetzbare Kosten

  • Aufwendungen für den Hort, die Krippe, die Kindertagesstätte, das Heim, die Tagesmutter, Wochenmutter und für Ganztagespflegestellen
  • Kosten im Zusammenhang mit der Anstellung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern
  • Aufwendungen verursacht durch die Beschäftigung von Haushaltshilfen, sofern diese Kids betreuen
  • Kosten für die Aufsicht bei der Erfüllung häuslicher Schulaufgaben
  • Spezielle Kurse mit pädagogischen Mehrwert wie Bastel- oder Musikunterricht
  • Nachhilfeunterricht
  • Kosten für Frühstück und Mittagessen des Kinds
  • Teilweise Kosten für das Au-pair

 

Weiterführende Links zu den Betreuungskosten:

Finanzamt: (insm.de)

Finanzamt: (finanztip.de)

Finanzamt: (steuersparen.de)

Finanzamt: (n-tv.de)

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