Wie hoch sind ­die Betreuungs­kosten?

C. Riesenberger

Einleitung Betreuungskosten

Noch vor wenigen Jahren war es für Eltern das größte Glück einen Kindergartenplatz zu bekommen. Heute, im Jahr 2015, hat sich die Situation weitgehend entschärft.

An dessen Stelle gerät nun die Frage nach der Höhe der Kitakosten. Hierzu soll nachstehend Stellung bezogen werden.

 

Determinanten der Kita-Kosten

Die Gebühr für die Unterbringung eines Kinds in einer Krippe oder Kindergarten ist keinen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Vielmehr hängt die Höhe des Betreuungsgeldes vom Betreuungsumfang, der Einkommenssituation der Eltern und dem Wohnort ab. Die Spreizung geht dabei von mehreren tausend Euros pro Jahr für die Gutverdiener bis hin zur kostenlosen Kinderbetreuung ab dem 2. Jahr in Rheinland-Pfalz.

 

Zusammensetzung der Kosten

Die Kosten eines kommunalen Kindergartens setzen sich aus den Verpflegungs- und den Betreuungskosten zusammen. Die Verpflegungskosten ergeben sich aus den Aufwendungen für die Getränke, dem Frühstück oder dem Mittagessen, sollte dieses vom Kind in Anspruch genommen werden. Die Betreuungskosten umfassen die Unterbringung und pädagogische Begleitung des Kindes zu den Regelzeiten der Kita. Eine Flexibilisierung dieser führt i.d.R. zu Zusatzkosten für die Eltern.

 

Beispiele zu den Betreuungskosten

Da es keine Statistiken zu den Betreuungskosten in Deutschland gibt und selbst Pädagogen ihre Schwierigkeiten haben, sich im Kostendschungel zurechtzufinden, ist es am einfachsten, auf ein paar Beispiele einzugehen.

 

Rheinland-Pfalz

Am 1. Januar 2006 wurde das Landesgesetz zum Ausbau der frühen Förderung in Rheinland-Pfalz verabschiedet. In mehreren Stufen erfolgten Erweiterungen und seit dem 1. August 2010 wird für Kinder ab dem 2. Lebensjahr kein Elternbeitrag mehr erhoben. Damit ist Rheinland-Pfalz das erste und einzige Bundesland, das Kitas ab dem zweiten Lebensjahr beitragsfrei stellt.

 

Betreuungskosten in Bremen

Weit im Norden gelegen führt Bremen die Liste der teuersten Betreuungskosten an. Mit durchschnittlich 146€ monatlich für das erste Kind bei einem mtl. Bruttoeinkommen eines Paars von knapp 3.700 Euro / zahlt eine Bremer Familie im Schnitt etwa 5 mal mehr als eine Berliner Paar. Ändern tut sich das Bild wenn sich das mtl. Bruttoeinkommen auf etwa 6.700 Euro erhöht. Spitzenreiter ist dann Potsdam mit etwa 194 Euro pro Monat. Am günstigsten ist für Gutverdiener, man mag es kaum glauben, Stuttgart mit monatlich 47 Euro gefolgt von Leipzig mit 49 Euro (Quelle: netmoms.de)

 

Betreuungskosten in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen ist ein gutes Beispiel, wie die Kommunalpolitik Einfluss auf Lastenverteilung nimmt. Zwar ist man stolz, dass mehr als die Hälfte der Kitaplätze für Kids unter 3 Jahren kostenfrei sind, verschweigt aber auch dass dies zumeist an den niedrigen Einkommensverhältnissen der Eltern liegt. Betrachtet man die Situation für Gutverdiener kostet der Betreuungsplatz für ein Kind unter 2 Jahren stolze 770 Euro. Damit liegt Gelsenkirchen ganz oben in der Liste der teuersten Städte für die Kinderbetreuung von Gutverdienern.

 

Betreuungskosten in Berlin, der KITA-Hauptstadt

Berlin gehört mit einer durchschnittlichen monatlichen Betreuungsgebühr von 30 Euro für das erste Kind zum Schlaraffenland für Wenigverdiener. Anders sieht die Lage aus wenn sich das Einkommen der Eltern von monatlich 3.700 Euro auf 6.700 € erhöht. In diesem Fall verdreifacht sich die monatliche Gebühr von 30 Euro auf stolze 76 Euro. Noch teurer wird es wenn das zweite Kind folgt, für das dann 151 € fällig werden.

 

Die teuerste Kinderbetreuung Deutschlands, Potsdam

Man glaubt es kaum, aber Potsdam ist die teuerste Stadt für Eltern mit Kids im Kitaalter. Sowohl für das erste Kind als auch das zweite Kind werden mit durchschnittlich monatlich 193 Euro respektive 308 Euro die höchsten Betreuungskosten aufgerufen.

 

Institut für soziale Marktwirtschaft

Grundsätzlich sei allen Eltern empfohlen sich über das Institut der sozialen Marktwirtschaft (INSM) zu den Kindergartengebühren in den jeweiligen Städten zu informieren. Der dort veröffentlichte Kindergartenmonitor gibt einen guten Überblick über die regionalen Unterschiede.

 

Ersatz privater Kinderbetreuungskosten

In speziellen Fällen haben Eltern einen Rechtsanspruch auf die Erstattung einer privat organisierten Kinderbetreuung nämlich dann, wenn eine Kommune den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nicht erfüllen kann. Voraussetzung dieser Bedingung ist jedoch, dass Eltern den Bedarf rechtzeitig angemeldet haben und diese nachweisen können, dass bis zu einem definierten Zeitpunkt auch tatsächlicher Bedarf (bspw. Arbeitsverhältnis) besteht.

  

Weiterführende Links zu den Betreuungskosten:

Betreuungskosten: (insm.de)

Betreuungskosten: (netmoms.de)

Betreuungskosten: (spiegel.de)

Betreuungskosten: (deutsche-rentenversicherung.de)

Betreuungskosten: (bmf.gv.at)

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