Kriterien für die Kita-Wahl

Einleitung

Die Wahl der richtigen Kita ist in den meisten Fällen eine Bauchentscheidung. Es gibt jedoch eine Reihe objektiv nachvollziehbarer Kriterien, die die Entscheidung unterstützen. Nachfolgend möchte Kiggi eine Hilfestellung geben, die Kitas anhand von Prüfpunkten zu bewerten. Kiggi erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird daher die Kriterien fortlaufend ergänzen.

 

Pädagogisches Konzept

Sicherlich eines der wichtigsten Entscheidungskriterien ist die Frage nach dem angewandten pädagogischen Konzept. Dieses gilt es immer im Kontext der Gruppenstärke zu bewerten. Im Kinderbetreuungsnetzwerks der Europäischen Union ist nachzuschlagen, dass auf einen Pädagogen im Optimalfall zwischen sechs und acht Kinder kommen sollten, jedoch nie mehr als 15 Kinder je Organisationseinheit. Da die pädagogischen Konzepte zum Teil sehr unterschiedlich sind, empfiehlt es sich, diese auf Kiggi.de ausführlich zu studieren. Nachfolgend die Links zu den entsprechenden Seiten auf Kiggi.de.

FREINET PÄDAGOGIK

EMMI PIKLER KLEINKIND­PÄDAGOGIK

FRÖBEL PÄDAGOGIK

KNEIPP PÄDAGOGIK

MONTESSORI PÄDAGOGIK

REGGIO PÄDAGOGIK

SITUATIONSANSATZ

SYSTEMISCHE PÄDAGOGIK

WALDORF PÄDAGOGIK KONZEPT

WALD- UND NATUR­PÄDAGOGIK

INTEGRIERBARE PÄDAGOGISCHE KONZEPTE

 

Träger

Der Träger hat zwar nicht zwingend Einfluss auf das pädagogische Konzept, bestimmt jedoch in vielen Fällen die inhaltliche Ausrichtung der Kindertagesstätte. Dies gilt insbesondere für Einrichtungen, die religiösen Trägern angebunden sind. Eltern sollten sich daher Gedanken machen, welche Weltanschauung die Ausrichtung des Kindes beeinflussen soll. Aus diesem Grund seien nachstehend die wesentlichen Trägerarten gelistet: 

 

ZENTRAL­WOHLFAHRTS­STELLE DER JUDEN

DEUTSCHER CARITAS­VERBAND

KOMMUNALE VERWALTUNG UND ÖFFENTLICHE TRÄGER

DEUTSCHES ROTES KREUZ (DRK)

ARBEITER­WOHLFAHRT (AWO)

SOS-KINDER­DÖRFER

BETRIEBS­KINDER­GARTEN

BUNDES­VEREINIGUNG EVANGELISCHER TAGES­EINRICHTUNGEN FÜR KINDER E.V. (BETA)

MONTESSORI DACH­VERBAND

DER VERBAND KATHOLISCHER TAGES­EINRICHTUNGEN FÜR KINDER (KTK)

BUND FREIER EVANGELISCHER GEMEINDEN

PRIVAT GEWERBLICHE KITAS

 

Öffnungszeiten

Der Arbeitsmarkt fordert von den Mitarbeitern eine immer höhere Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Die Öffnungszeiten der Kitas sind daher ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Wahl der richtigen Kita.

Starteten vor vielen Jahren die meisten Kindertagesstätten erst gegen 8:00 Uhr morgens öffnen heute viele Kitas bereits um 6:30 um auch Müttern die Chance zu geben einem Beruf nachzugehen.

Einige Kitas sind mittlerweile so flexibel, dass Sie auf Anfrage die Öffnungszeiten nach oben oder nach unten ausweiten. Dieses Angebot ist selbstverständlich mit Mehrkosten für die Eltern verbunden.

Zu berücksichtigen sind auch die Schließtage. Hier orientieren sich die meisten Kindertagesstätte an den Schulferien. Liegt jedoch der geplante Urlaub außerhalb der Schließtage ist mit der Kita-Leitung zu klären inwieweit ein Ferienprogramm für die "Daheimgebliebenen" besteht. Oftmals bestehen zwischen den Kitas direkte Kontakte, so dass die Erzieher meist sehr schnell eine Lösung zur Ferienproblematik erarbeiten können.

 

 

Die Räumlichkeiten

Allgemeines

Die Ausstattung der Kita, der Zustand der Spiele und die Gestaltung der Funktionsbereiche erlauben meist einen guten Einblick in die Qualität und Leitung der Kita. Allen Eltern sei dringend empfohlen, der ausgewählten Kita einen Besuch abzustatten, wenn möglich unangemeldet. Neben der Größe der Räume hat auch die Gestaltung der Räumlichkeiten erheblichen Einfluss auf das Wohlfühlgefühl eines Kinds.

 

Innenbereich

Im Innenbereich ist darauf zu achten, dass Möbel und Spielzeug liebevoll arrangiert sind und die persönlichen Dinge des Kindes einen festen und sympathisch gestalteten Platz finden. Kaputte und nicht aufgeräumte Spielsachen zeigen schnell Defizite in der Führung auf und verweisen auf eine mangelhafte Personal- oder Finanzausstattung.

Beobachten Sie die Kinder! Ganz schnell zeigt sich ob sie sich wohlfühlen und ein Vertrauensverhältnis zu den Erzieherinnen aufgebaut haben.

 

Küche

Sofern vorhanden, lassen Sie sich die Küche zeigen. Ist diese sauber, entspricht das Geschirr den Anforderungen an Kinderhände und würden Sie persönlich in dieser Küche essen? Falls ja hat der Kindergarten bestanden und Sie können sich den sanitären Anlagen widmen.

 

Sanitäre Anlagen

Ein Kindergarten ist kein Krankenhaus. Dennoch müssen die Wasch- und Toilettenräume den hygienischen Grundanforderungen entsprechen. Gibt es Duschen, falls der Schlamm im Außenbereich den Kindern allzu sehr zusetzt? Sind die Räumlichkeiten groß genug, dass sich die Kinder nach dem Waschen jeweils getrennt an- und umziehen können? Sind die Toiletten so ausgelegt, dass auch die ganz Kleinen ihren Platz finden? Ist genügend Toilettenpapier und Seife da? Hier wird sehr schnell deutlich, wie verantwortungsbewusst sich Erzieher dieser Aufgabe stellen.

 

Außenbereich

Das Außenbereich ist -zumindest im Sommer- mindestens genauso wichtig wie der Innenbereich. Hier wird der Bewegungsdrang der Kleinen gestillt und die Motorik trainiert und gefördert.

Prüfen Sie, ob es für alle Altersklassen passende Spielgeräte gibt. Können sich die Kinder zurückziehen und ungestört die direkte Umgebung erforschen, ist das Spielzeug aufgeräumt, wird das Element Wasser vorgestellt, gibt es Geräte, die die Kreativität der Kinder fördern, gibt es genügend Klettergerüste und Seile, um Grenzen auszuloten oder stellen Sie sich einfach die Frage, ob Sie Lust hätten, hier zu spielen. Prüfung bestanden?

 

Lern- und Spielmaterial

Nicht nur die Qualität des Lern- und Spielmaterials ist relevant, auch die entsprechende Menge. Gibt es Musizierecken, Puppenstuben, Bastelbereiche oder Experimentierecken? Falls ja, wie ist deren Zustand? Fehlt bereits die Hälfte der Ausstattung? Nutzen Sie auch die Möglichkeit sich alles erklären zu lassen. Schnell erfährt man ob die Erzieherinnen sich wirklich nachhaltig mit den Themen beschäftigt haben.

 

Ruhe- und Turnräume

Jede Kindertagesstätte sollte einen Ruheraum oder zumindest Ruheecke haben wo sich die Kleinen zurückziehen können. Ein Turnraum ist die ideale Ergänzung zum Außenbereich und sollte hell und freundlich ausgestaltet sein. Prüfen Sie ob genügend Matten vorhanden und alle Geräte gesichert sind.

 

 

Lage

Die Lage der Kita ist ein entscheidendes Kriterium. Ist die Kita im Notfall auch zu Fuß erreichbar? Achten Sie auf staugefährdete Bereiche auf dem Weg zur Kita. Sind Sie berufstätig, wäre eine Lage zwischen Kita und Wohnung perfekt. Denken Sie auch an Ihre Freunde und Bekannte! Wohnen diese in der Nähe zur Kita um im Notfall ihr Kind abholen zu können? Beachten Sie auch das Umfeld der Kindertagesstätte. Wie ist die Qualität des Umfelds? Wie stark werden die Kinder beim Spielen durch Lärm und Abgase beeinträchtigt?

Achten Sie auch darauf, auf welchen Kindergarten die Freunde ihres Kindes gehen. Ein gemeinsames Ziel macht es viel leichter, Bring- oder Abholdienste zu organisieren.

 

 

Kosten und Verpflegung

Allgemeines

Die Kosten für die Kita sind je nach Bundesland anders geregelt. Allen Kindertagesstätten gemein ist jedoch die Tatsache, dass die Verpflegungskosten nicht im Kindergartenbeitrag enthalten sind.

 

Kindergartenbeitrag

Der Kindergartenbeitrag fällt je nach Träger und Bundesland ganz unterschiedlich aus und richtet sich an verschiedenen Parametern wie

  • Betreuungszeit
  • Betreuungsangebot
  • privater oder öffentlicher Träger
  • Einkommen der Eltern
  • Finanzkraft der öffentlichen Geldgeber
  • Engagement des Elternbeirats falls vorhanden
  • Einbindung externer Sponsoren

 

Die Verpflegung

Getränke und Brotzeit

In den meisten Kitas werden Getränke wie Tee, Wasser und Säfte gestellt. Die Brotzeit wird meistens von den Eltern gestellt und im Rahmen eines gemeinsamen Frühstücks gegessen. Viele Kindergärten bieten mittlerweile auch eine Brotzeit an, die in der Kita angerichtet und gemeinsam eingenommen wird.

 

Mittagessen

In vielen Kitas gehört das Mittagessen zum Standardangebot. Oftmals wird es von eigenen Hauswirtschafterinnen gekocht und dann gemeinsam gegessen. Viele Kindergärten sind dazu übergegangen, das Essen über Catering-Services bringen zu lassen und im Haus nur noch aufzuwärmen. Andere Kindertagesstätten werben mit vegetarischem Essen oder ausschließlich der Verwendung von Bio-Produkten.

 

Aufnahmekriterien

Die Kriterien für die Aufnahme eines Kindes lassen sich wie folgt zusammenfassen: 

  • Konfession (es gibt Kitas die einer bestimmten Konfession vorbehalten sind)
  • Alter (Krippe, Kindertagesstätte, Hort)
  • Wohnort (oft werden Kinder der direkten Umgebung bevorzugt)
  • Elternstand (Alleinerziehende Mütter oder Väter werden bevorzugt)
  • Geschlecht (Gemischte Gruppen bedürfen einer gewissen Ausgeglichenheit)

 

Generell muss allen Eltern empfohlen werden, sich frühzeitig über die Aufnahmekriterien zu informieren. Auch sollte immer ein Plan B bereit liegen, sollte es mit der favorisierten Kita nicht klappen.

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