Lesen und Rechnen beim Einschlungstest

Fotograf: Mike Frajese / pixelio.de

Wie wichtig ist Lesen und Rechnen im Einschulungstest?

Die Eltern sollten den Einschulungstest bei Kindern nicht mit Personalgesprächen oder Bewerbungsgesprächen von Erwachsenen vergleichen. Ziel des Einschulungstests ist es, die bestmögliche Förderung für jedes Kind zu finden - nicht Ranglisten zu entwerfen.

Das Wichtigste für die Einschulung ist, dass die Kinder Spaß in der Schule und am Lernen haben. So sind die besten Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen. Wie vor jeder Prüfung verspüren auch Kinder Verunsicherung, so dass Stress und Pauken gerade im Alter von 4 - 5 Jahren sicherlich der falsche Weg sind. Das Kind hat bis zum Test schon viele Dinge gelernt, die es im Einschulungstest auch zeigen wird. Die einzelnen Übungen, die im Test anfallen sind allgemeiner Natur und helfen dem Amtsarzt den Entwicklungsstand jedes Kindes zu beurteilen. Das Kind wird bestimmt nicht einwandfrei Lesen und Rechnen können, aber sicher kennt es schon ein paar einfache Buchstaben und kann bis 10 zählen. Geprüft wird vor allem die Konzentrationsfähigkeit; z.B. dadurch, wie lange das Kind ruhig sitzen bleiben kann, während es Wörter vervollständigt, einfache Figuren malt oder sich 2-3 Dinge merken muss. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass der Einschulungstest manchmal bis zu 2 Jahre vor dem eigentlichen Einschulungsdatum stattfindet und das Kind sich in dieser Zeit ja auch noch weiterentwickelt.

 

Wer entscheidet eigentlich wie Einschulungstest ablaufen müssen?

In Deutschland sind die Einschulung und der Einschulungstest Sache der einzelnen Bundesländer. So liegt das Einschulungsalter in Deutschland zwischen 5 und 7 Jahren - je nach Geburtsdatum, das eben vor oder nach einem bestimmten Stichtag (30.Juni bis 31.Dezember) liegt. Die genaue Festlegung dieser Grenze wie auch die Einschulungstests, die über die Schulpflicht entscheiden, obliegen der Hoheit der einzelnen Bundesländer. Hat das Kind die Schulpflicht im jeweiligen Bundesland erfüllt, muss es auch die Schule besuchen. Dasselbe gilt zum Beispiel in der Schweiz, in der die einzelnen Kantone über die Schulpflicht entscheiden. In Amerika hingegen ist es den Eltern überlassen, die zwar ab dem 6. Lebensalter die Bildungspflicht des Kindes erfüllen müssen - wie diese dann aber umgesetzt wird, ist den Eltern überlassen.

In Deutschland wurden 2010 bzw. 2011 95,2% der Erstklässler in Grundschulen eingeschult, nur 3,4 % in Förderschulen und 0,5% in integrierten Gesamtschulen.

 

Was genau wird im Einschulungstest geprüft und untersucht? 

Im Einschulungstest selbst sind nur das Kind und die ärztliche Assistentin im Raum. Man kann diesen ersten Test, der ungefähr 18 bis 24 Monate vor der eigentlichen Einschulung stattfindet, in zwei Teile gliedern. Im ersten Teil werden die körperliche Gesundheit, Haltung, Motorik und der Wahrnehmungsapparat (Seh- und Hörvermögen sowie Gleichgewichtssinn) des Kindes überprüft; außerdem die Haltung (Wirbelsäule, Stellung der Füße) sowie die Körpergröße und das Körpergewicht. Gesundheitliche Auffälligkeiten werden festgehalten. Im zweiten Teil des Einschulungstests werden Verhalten und Fähigkeiten des Kindes überprüft. Dabei wird darauf geachtet, ob für das Alter entsprechend grundlegende Dinge verstanden und gemacht werden können: so müssen zum Beispiel Wörter vervollständigt, Bilder beschrieben, Assoziationen erbracht, einfache Zeichnungen von z.B. einem Stern oder Haus angefertigt und Dinge gemerkt werden. Dabei achtet die Assistentin gar nicht mal so sehr auf die Ergebnisse der einzelnen Aufgaben, sondern vielmehr darauf, ob das Kind in der Lage ist, konzentriert und ruhig zu bleiben. Die Leitfrage dabei: Ist das Kind bereits fähig, eine Schulstunde ruhig durchzustehen?

Man kann sicherlich auf die Erfahrung der ärztlichen Assistentin vertrauen. Diese prüft schließlich jeden Tag mehrere Kinder, hat mit Sicherheit einen Blick für ihre Schützlinge und gestaltet die Tests individuell. Wurden alle Tests durchweg „gut“ bestanden, wird das Kind als normal schulisch eingestuft.

 

Muss ich mich und mein Kind überhaupt vorbereiten auf den Einschulungstest?

Die ersten Lebensjahre eines jungen Menschen sind eine für die gesamte spätere Entwicklung elementar wichtige Phase: Jetzt kann die Zukunft des Kindes vorgeformt werden. So gesehen kann der Einschulungstest als Soll/Ist Kontrolle des Erziehungs- und Entwicklungsstandes begriffen werden.

Wie so vieles im Leben geht es meistens mit Ruhe und Gelassenheit am besten – auch in Erziehungsfragen. Dem Kind das Gefühl von Zuversicht zu geben, ist für dessen Zukunft und Entwicklung das Beste. Und auch wenn uns alle das Mensch sein eint, so ist doch jeder Mensch auch ein einmaliges Individuum mit Stärken und Schwächen. Der Einschulungstest ist ein Instrument, um das im Grundgesetz verbriefte Recht auf gleiche Förderung für alle im demokratischen Sinne zu gewährleisten. Die Schwächen, die in einem solchen Test zu Tage treten können, sind nichts, dessen man sich schämen müsste – vielmehr wird auf diese Weise Förderungspotential angezeigt, dass gezielt genutzt werden kann.

Der Einschulungstest stellt für viele Kinder die erste Testsituation überhaupt dar – von daher sollte man dem Kind von vornherein ein gutes Gefühl mitgeben. Denn dieser Einschulungstest ist ein Geschenk: Für die Eltern, die eine amtliche Entwicklungserhebung ihres Kindes erhalten, sowie für das Kind selbst, wenn es nach dem Test sagen kann: „Habe ich gut gemacht!“

 

Weiterführende Informationen:

Weiterführende Informationen zum Lesen und Rechnen vor dem Schuleintritt bei: (urbia.de)

Weiterführende Informationen zum Lesen und Rechnen vor dem Schuleintritt bei: (eltern.de)

Weiterführende Informationen zum Lesen und Rechnen vor dem Schuleintritt bei: (neuropaedagogik.de)

 

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