Schulangst

Fotograf: Anne Garti / pixelio.de

Was ist Schulangst? 

Zum Schulbeginn können Nervosität und Unsicherheit aufkommen, da man nicht weiß, was einen erwartet oder was auf einen zukommt. Generell legt sich dieses Gefühl nach ein paar Wochen, wenn man sein Umfeld, die Mitschüler und auch den Tagesablauf kennengelernt hat. Kindern aber, die von Natur aus schüchtern sind, kann es passieren, dass sich das Gefühl der Unsicherheit und anfänglichen Überforderung auch nach Wochen nicht legt – hier kann Schulangst vorliegen.

Schulangst ist ein Problem, dass ein Schüler nicht alleine lösen kann. Zur Schulangst gehören Probleme mit Autoritätspersonen wie Angst vor dem Lehrer, Probleme mit Mitschülern (Mobbing) oder Angst vor Prüfungen. Tritt Schulangst auf, äußert sich diese durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen; auch plötzliches Fieber kann auftreten. In allen Fällen sollte man das Verhalten der jungen Schüler beobachten und auf sie zugehen, wenn man das Gefühl hat, dass sie sich zurückziehen. Probleme sollte man ansprechen, den Schwierigkeiten auf den Grund gehen und auch ein Gespräch mit den Problempersonen suchen.

  

Welche Arten von Angst kann es in der Schule geben?

Kleinere Probleme mit Mitschülern oder Autoritätspersonen sind zunächst kein Grund, gleich von Schulangst zu sprechen. Werden diese Probleme aber häufiger und zieht sich das Kind deswegen zurück, kann es zur Schulverweigerung kommen. Gerade bei jungen Menschen sollte man deswegen früh genug das Gespräch suchen, um den Gründen für die Schulangst nachzugehen. Ist es die Autoritätsperson Lehrer, sind es die neuen Schüler oder sind es Prüfungsängste?

Bei jungen Menschen, die den großen Schritt in die Grundschule machen, kann zudem Trennungsangst von seinen Eltern oder nahestehenden Personen eine Rolle spielen. Dann ist das Kind unsicher und ängstlich und fragt sich, ob es den neuen Aufgaben gewachsen ist. Ein Gespräch mit einem Beratungslehrer hilft, die Situation zu erkennen und richtig reagieren zu können. Falsch wäre es, das Kind zurechtzuweisen oder gar zu bestrafen! Motivation und gemeinsame Lösungswege führen zum Ziel.

 

Was kann ich bei Schulangst machen?

Die Eltern sollten von vornherein auf eine gute Beziehung zu ihrem Kind bauen. Schon bei den ersten Schritten in Richtung Schule wie dem Einschulungstest ist es von Vorteil, dem Kind das Gefühl zu geben, dass es nicht alleine ist. Gemeinsam werden Schranken und Probleme beseitigt, das Kind fühlt sich als ein Teil der Familie. Das Kind ist offener und Probleme vor und während der Schule werden besprochen und gemeinsam angegangen. Eine Hilfe für die Eltern kann auch das Beobachten sein, um mögliche Probleme, über die das Kind nicht sprechen möchte, zu bemerken. Folgende Reaktionen des Kindes können auf eine Schulangst hindeuten:

Dem Kind ist schwindlig, ihm ist übel, es fühlt sich schlecht, es muss oft auf Toilette, es wird von Albträumen geplagt, es hat Versagensängste, zieht sich von allem zurück oder ist lustlos und demotiviert.

Treten solche Hinweise auf, sollte der Erziehungsberechtigte das Gespräch suchen. Für Erwachsene sehen Probleme von Kindern zwar klein aus, sie sind jedoch real und für das Kind von Bedeutung. Folgende Fragen helfen, die Ursache des Problems zu finden: Hat es Probleme oder Angst

  • im Unterricht aufgerufen zu werden?
  • Fehler zu machen?
  • vor der Autorität des Lehrers?
  • den Leistungsansprüchen des Elternhauses nicht zu genügen?

Oft ist es dem Kind selbst gar nicht bewusst, worin seine Probleme begründet liegen. Hier helfen offene Gespräche und Probleme können gar nicht erst entstehen.

Sie sollten das Kind auf jeden Fall ernst nehmen; keinesfalls jedoch das Problem dramatisieren oder dem Kind und seinen Problemen keine Beachtung schenken.

 

Wie wird in der Medizin mit Schulangst/Schulphobie umgegangen?

Die Medizin baut bei Schulangst oder -phobie zunächst einmal auf Diagnostik. Dabei werden persönliche Merkmale des Kindes sowie Daten über die Familiensituation gesammelt. Oft gibt es einen schulpsychologischen Dienst in Schulen, der einen Test durchführt, der dann eine Diagnose des Kindes und seiner Situation erlaubt.

Wichtig bei diesem Test ist die Situation in der Familie: Ist die Familie immigriert, haben sich die Eltern getrennt, wie ist die Beziehung zwischen den Familienangehörigen? Gespräche mit Lehrern sowie Familienangehörigen mit und ohne Kind sind der nächste Schritt. Auch professionelle Gesprächstherapie kann bei Schulphobie eine gute Lösung sein. Oft hat das Kind zu einer fremden Person, die ihm vertraut ist, einen ganz anderen „Draht“ und kann sich besser artikulieren und offen über Ängste reden. Auch in der Diagnostik wird auf Beistand und gemeinsame Problemlösung gebaut; das Kind wird nicht alleine gelassen mit seinen Problemen.

Auch in der Psychiatrie ist Schulphobie ein Thema. Bei schwerwiegenden Problemen kann ein kurzer Aufenthalt in der Klinik helfen. Es ist jedoch ratsam, erst alle anderen Möglichkeiten wie z.B. Gesprächstherapie oder den schulpsychologischen Dienst zu nutzen. Diese helfen den Kindern häufig besser, vor allem wenn es in der Familie gerade nicht „rund läuft“ und das Kind nur einen Gesprächspartner braucht. Auch das Einsehen von eigenen Fehlern kann Klarheit schaffen, wenn deutlich wird, dass dem Kind geholfen werden muss.

 

weiterführende Seiten:

Weiterführende Infos zu Schulangst bei: (familie-und-tipps.de)

Weiterführende Infos zu Schulangst bei: (wikipedia.de)

Weiterführende Infos zu Schulangst bei: (elternwissen.com)

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