Kinder und Haustiere

Mandy Niemann

Wer kennt nicht das Problem?

Viele Familien stehen irgendwann vor der Frage, ob sie sich ein Haustier anschaffen wollen oder nicht. Und wenn ja, welches Tier für das Kind und die Familie das richtige ist. Oft ist der Wunsch des Kindes nach einem eigenen Tier der Auslöser.

Da es sich bei einem Tier um ein Lebewesen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen handelt, sollte im Interesse aller im Vorfeld das Thema ausreichend und ehrlich überdacht werden.

 

Was spricht für ein Haustier für das Kind?

Wird das Haustier zu einem echten Gefährten und Spielkameraden des Kindes, so wirkt sich dieses positiv auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus. Durch das Versorgen und Pflegen eines Haustieres lernt das Kind Verantwortung zu übernehmen. Durch die Beziehung zu einem Tier kann das Kind positive emotionale und psychische Erfahrungen sammeln. Studien haben ergeben, dass sich eine solche „Kind-Haustier-Beziehung“ auch positiv auf das gesamte Wohlbefinden des Kindes auswirkt. Diese Kinder sind oft ruhiger und ausgeglichener. Sie sind in der Lage besser mit Stress umzugehen. Dieses wirkt sich auch positiv auf die schulischen Leistungen der Kinder aus. Sie haben oft eine höhere soziale Kompetenz, weniger Lernschwierigkeiten, sind belastbarer, ausgeglichener und verantwortungsbewusster.

Durch die emotionale Wärme in der Beziehung von Kind und Tier und die bedingungslose Zuneigung des Tieres zum Kind erfährt das Kind Geborgenheit und Verlässlichkeit. Das Haustier kann so zum Seelentröster des Kindes werden. So ist es z. B. wissenschaftlich belegt, dass Scheidungskinder, die ein Haustier haben, weniger unter der Trennung der Eltern leiden als andere. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Beziehung zum Haustier intakt und für das Kind kontrollierbar bleibt.

Ein Haustier kann aber auch eine Bereicherung für die ganze Familie sein. Durch die gemeinsame Pflege kann der Zusammenhalt innerhalb der Familie wachsen. Durch das gemeinsame Umsorgen eines Tieres lernt das Kind die Bedeutung von festen Regeln.

Des Weiteren werden so sowohl die Wahrnehmung als auch das Wissen über Lebewesen geschult. Das Kind lernt z. B. die „Körpersprache“ von Hunden oder Katzen kennen.

 

Welches Haustier passt zum Kind und der Familie?

Wenn sich Eltern zum Kauf eines Haustieres entschlossen haben, so stellt sich die Frage, welches Tier es sein soll. Um diese Frage zu klären, sollte man sich überlegen, was für Bedingungen und Wünsche in einer Familie herrschen.

Das Alter des Kindes, das ein Haustier bekommen soll, spielt herbei eine große Rolle. So brauchen Kindergartenkinder noch ein hohes Maß an Hilfe für die Pflege und Betreuung eines Haustieres, wohingegen Schulkinder schon mehr Verantwortung übernehmen und in manchen Bereichen eigenverantwortlich handeln können. Wie stark das Kind in die Pflege des Tieres einbezogen werden kann, hängt im Einzelfall von der persönlichen Reife des Kindes ab.

Des Weiteren sollten sich die Eltern Gedanken darüber machen, wie viel Geld sie pro Jahr in die Unterhaltung eines Haustieres investieren wollen. Hier sollten sich die Eltern vorher informieren, was alles an Ausgaben, wie z. B. Futter, Pflegeprodukte, Arztbesuche, Steuern usw., auf sie zukommt.

Auch sollte geklärt sein, wie viel Zeit man pro Tag mit dem Tier und für seine Pflege bereit ist aufzubringen. Denn ein Kind alleine kann nicht die volle Versorgung für ein Tier übernehmen. Die Verantwortung für das Wohlergehen des Tieres liegt immer bei den Erwachsenen.

Des Weiteren spielen auch die Wohnverhältnisse eine wichtige Rolle. Da sind z. B. die Fragen zu klären, ob in einer Mietwohnung das Halten von Haustieren erlaubt ist und ob die Wohnverhältnisse den Bedürfnissen des Tieres entsprechen.

Auch die eigenen Wünsche an ein Haustier sollten geklärt sein. So sollten sich Eltern Gedanken darüber machen, welche Kompetenzen des Kindes, wie z. B. Stabilisierung in Krisen, Lebensfreude, Frustrationstoleranz, Unternehmungsgeist, Verantwortungsgefühl, Geborgenheit und Sicherheit, Beobachtungsgabe, Kontakt zu anderen Kindern, Abbau innerer Unruhe, Selbstbewusstsein stärken usw., gestärkt werden sollen.

Ebenso sollten auch die Wünsche des Kindes, wie z.B. das Tier zu versorgen, mit ihm draußen etwas zu unternehmen, mit ihm zu spielen oder zu toben, ihm Kunststücke beizubringen, zu schmusen und streicheln, mit ihm zu reden usw., in die Überlegungen mit einfließen.

Auch eventuellen Befürchtungen im Bezug, z. B. auf die Sauberkeit und Geruchsbelästigung, den Einschränkungen bei spontanen Unternehmungen, viel Arbeit und zu wenig Zeit und darauf, dass das Kind schnell das Interesse verlieren könnte, sollten ehrlich in die Überlegungen mit einbezogen werden.

 

Was spricht gegen ein Haustier?

Wenn eine Kind-Haustier-Beziehung zu eng ist, so entsteht die Gefahr, dass diese zum Ersatz für soziale Beziehungen zu anderen Kindern bzw. Menschen wird. Des Weiteren kann ein Haustier auch ein möglicher Auslöser für Allergien, wie z. B. Tierhaarallergie, Milbenallergie usw. sein. Bei nicht artgerechter Haltung und angemessenem Umgang mit dem Haustier bestehen auch gesundheitliche Gefahren für das Kind, z. B. wenn das Tier das Kind beißt und/oder kratzt. Aber auch die Gesundheit des Tieres kann gefährdet sein. So kann eine nicht artgerechte Haltung Stress für das Tier bedeuten, der es krank machen und womöglich zum Tod führen kann. Ein Tier beansprucht Zeit für Pflege und Versorgung, auch bei Krankheit und während des Urlaubes.

 

Entscheidung gegen ein Haustier:

Sollten sich die Eltern nach reiflicher Überlegung gegen ein Haustier entscheiden, ist es wichtig, dass dem Kind die Gründe für eine solche Entscheidung verständlich gemacht werden. Denn auch so kann das Kind Verantwortung und Respekt vor einem anderen Lebewesen lernen.

Des Weiteren sollte man überlegen, ob es nicht Alternativen gibt, die dem Kind den Umgang mit Tieren ermöglichen, wie z.B. das Besuchen und Unterstützen eines Tierheimes oder das Begegnen von Tieren in der Natur usw..

 

Internetseiten

Zum Fachartikel auf kindergartenpaedagogik.de 

Zum Fachartikel auf kinder-und-tiere.de

Zum Fachartikel auf t-online.de

Zum Fachartikel auf vigo.de

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 24.01.2017
  • Kategorie: Kinder
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