Wie Kinder mit dem Thema Tod umgehen

Ruben Weyringer / pixelio.de

Einleitung

Mit dem Thema Tod will sich in unserer heutigen Zeit niemand so richtig beschäftigen, die meisten Menschen weichen dem Thema aus, sie verdrängen es, da es bei ihnen Angst und Schrecken auslöst. ln solchen Fällen erfahren dann letztendlich die Kinder überhaupt nichts über den Tod. Doch jeder Mensch wird irgend wann ein mal mit dem Tod konfrontiert. Daher wäre es wichtig, wenn man schon den Kindern den Tod in einer gewissen Weise vertraut macht. Ein Verlust von einem Bekannten, Freund, Angehörigen oder gar näher Verwandten wie Oma oder Opa, ein Elternteil oder ein Geschwisterchen kann sehr schmerzhaft für ein Kind sein.

Man muss verstehen lernen, dass der Tod etwas ganz natürliches ist, er gehört zu unserem Leben. Die meisten Menschen glauben, dass ihnen bei einem Todesfall ein nahestehender Mensch aus dem Leben entrissen wird. Aber dies stimmt nicht, sie werden nur von uns geholt in eine bessere Welt, sie werden aufgenommen in das Himmelreich Gottes.

Begegnet ein Kind dem Tod, äußert sich dies in verschiedenen Reaktionen.

 

Wie Kinder auf den Tod verschiedener Personen reagieren

Sterben und Tod der Eltern

Stirbt ein Elternteil eines Kindes, versucht sich ein Kind oftmals in die Rolle des Verstorbenen hineinzusetzen, meistens der Sohn beim Verlust des Vaters und die Tochter beim Verlust der Mutter. Denn ihnen geht das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit verloren, und durch die Rolle, die ein Kind bei einem Todesfall annimmt, wird es oftmals Ersatzpartner für den alleinerziehenden Elternteil, denn dieser bindet sich somit viel starker an die Kinder.

Ein Todesfall löst bei einem Kind Ängste aus, sie werden verunsichert und stellen Fragen wie: „Was wird jetzt aus uns?“; „Wer versorgt uns, wenn unsere Mama oder unser Papa auch noch stirbt?“

Manchmal verliert ein Kind auch bei einem Verlust eines Elternteils eine gewisse Weise seines Kindseins, es wird schneller erwachsen als es seinem Alter entspricht. Der Auslöser dafür kann sein, dass ihnen nicht genügend Raum für ihre Trauer zur Verfügung steht. Andere Reaktionen gibt es beim Verlust eines Geschwisterchens.

 

Sterben und Tod eines Geschwisterchens

Der Tod eines Geschwisterchens ruft bei einem Kind oftmals ein Gefühl der Einsamkeit hervor, sie fühlen sich alleine gelassen, denn die Eltern sind zu sehr in einer Trauer, dass sie ohne Absicht die anderen Kinder vernachlässigen. Bei einem Kind entstehen bei einem solchen Todesfall gemischte Gefühle, auf der einen Seite sind sie froh darüber, dass der Bruder oder die Schwester endlich tot sind - dies ist der Fall, wenn das Kind an einer Krankheit gelitten hat und womöglich auch im Krankenhaus gelegen hat, und die Eltern sich ziemlich viel um ihn kümmern mussten.

Auf der anderen Seite kann es aber auch sein verstorbenes Geschwisterchen vermissen. Oftmals begehen die Eltern große Fehler, wenn sie z.B. Vergleiche ziehen wie: „Deine Schwester hat das immer viel besser gemacht als Du.“ usw. Das Kind bekommt dann ein Gefühl, dass es besser gewesen wäre, wenn es selber gestorben wäre und nicht sein Schwesterchen oder Brüderchen.

Ein Kind wird hergerissen zwischen Schmerz, Trauer, Schuldgefühlen, Erleichterung und manchmal auch Wut. Außenstehende können meistens nicht sehen wie ein Kind bei einem Verlust leiden kann und trösten zum großen Teil nur die Eltern.

Wie Kinder trauern möchte ich nun in meinem nächsten Punkt aufzeigen.

 

Die Art und Weise wie Kinder trauern

Kinder zeigen ihre Trauer meistens nicht regelmäßig oder spontan. Viele Leute glauben dann, dass sie keinen Schmerz empfinden, aber dies stimmt nicht. Man sollte immer bedenken, dass Kinder auf eine andere Art und Weise trauern als Erwachsene.

Kiggi möchte hier die drei häufigsten Trauerphasen darstellen:

  • Kinder können etappenweise trauern. Manchmal ist die Trauer gut zu erkennen und manchmal ist sie kaum zu erkennen.
  • Eine andere Weise ist, dass Kinder nicht personenbezogen trauern, das heißt sie fragen z.B. nicht mehr nach den Toten oder sie lassen die Toten auch z.B. nicht mehr in ihren Gesprächen vorkommen. Sie reagieren dagegen auf Schicksale von Personen in Büchern und Filmen oder auf Gegenstände wie ein zerbrochenes Glas usw.
  • Eine weitere Art ist, dass sich bei den Kindern Angst und Panik entwickeln. Wenn ein Kind ein mal dem Verstorbenen, als er noch lebte, gewünscht hat, dass er für immer verschwinden solle, glauben die Kinder, dass sie nun an dem Tod des Verstorbenen schuld seien.

Wie sich Kinder den Tod in den verschiedenen Altersstufen vorstellen stellt Ihnen Kiggi nachstehend vor.

 

Wie Kinder sich den Tod in den verschiedenen Altersstufen vorstellen

Die Vorstellungen der Kinder vom Tod sind sehr unterschiedlich und sie sind auch abhängig von der Einstellung der Eltern gegenüber dem Tod. Der Tod ist für die Kinder etwas unfassbares, etwas was sie sich nicht vorstellen können.

Kinder unter 3 Jahren:

Diese können sich den Tod nicht vorstellen, sie können ihn nicht begreifen. Wenn sie über Tote sprechen empfinden sie es so, als seien sie nur für eine kurze Zeit abwesend, auf jeden Fall noch am Leben.

Kinder zwischen 3-5 Jahren:

Die Kinder wollen in dieser Zeit den Tod erforschen, sie stellen viele Fragen und geben Äußerungen über den Tod. Stirbt ein Familienmitglied, werden Alltagsängste intensiviert. Z.B.: Angst vor dem Alleinsein, der Dunkelheit usw.

Kinder zwischen 5-9 Jahren:

Der Tod wird für die Kinder realistischer, sie begreifen ihn aber noch nicht so ganz. Ein Gefühl des Schmerzes und der Trennung verbindet nun die Kinder mit dem Tod.

Kinder zwischen 10-14 Jahren:

Der Tod ist nun ein abschließendes und unausweichliches Ereignis im Leben. Sie erkennen nun, dass der Tod Trennung, Liebesverlust und Endgültigkeit bedeutet.

 

Pädagogische Hilfen bei einer Begegnung mit dem Tod

  • Außer einer starken Zuwendung braucht das Kind viel Ablenkung. Ist ein Kind ständig unter Trauernden, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Daher ist es wichtig, dass es sich unter nicht so sehr trauernden Menschen viel aufhält.
  • Man sollte ständig für das Kind Zeit haben, wenn es über den Verstorbenen reden will. Man sollte es allerdings zu keinem Gespräch zwingen.

 

Abschluss

Kiggi hat das Anliegen sich mit Kindern mehr über das Thema Tod zu beschäftigen. Besonders Christen sollten sich die Kraft schöpfen, sich einer solchen Aufgabe zu stellen.Kindern, die einem Sterbefall unterliegen, muss man zeigen, dass sie in der Familie einen Ort für die Trauer finden.

 

Quellenangaben

  • Tausch - Flemmer, Daniela uııd Bickel, Lis:
  • Wenn Kinder nach dem Sterben fragen
  • Verlag Herder Freiburg im Breisgau, 1994

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