Keuchhusten

Definition Keuchhusten (Pertussis)

Bei Keuchhusten handelt es sich um eine bakteriell verursachte Infektionskrankheit der Atemwege.

Früher zählte Keuchhusten zu den klassischen Kinderkrankheiten. Da heute mehr Erwachsene als Kinder an Keuchhusten erkranken, ist es nicht mehr nur eine typische Kinderkrankheit. Der Grund dafür ist, dass die meisten Kinder (90%) gegen Keuchhusten geimpft sind. Da die meisten Erwachsenen ihren Impfstatus aber nicht auffrischen, liegt die Rate der neuer Krankten über18 Jahren bei 80%. Das Ansteckungsrisiko liegt bei nicht immunen Menschen bei 70-80%. Aufgrund der Impfungen tritt die Krankheit insgesamt seltener auf. Eine Übertragung von Keuchhusten ist nur von Mensch zu Mensch möglich. Das bedeutet, dass es theoretisch möglich ist, diese Krankheit auszurotten.

 

Ursache

Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Dieses Bakterium ist auch die Ursache für den hartnäckigen Krankheitsverlauf.

Keuchhusten ist hoch ansteckend, vor allem in der Anfangsphase, bevor der typische Husten beginnt.

Der Erreger breitet sich über die Luft, z. B. beim Husten, Niesen usw. (Tröpfcheninfektion) aus.

 

Symptome und Verlauf

Das Bakterium setzt sich in den Atemwegen (Luftröhre und Bronchien) fest und vermehrt sich dort. Es hat einen eigenen Stoffwechsel und produziert Eiweißstoffe. Dabei entstehen Gifte (Toxine), die die Schleimhaut und die Flimmerhärchen schädigen und entzünden. Des Weiteren reizen diese Gifte das Hustenzentrum im Gehirn und es kommt zu dem charakteristischer Husten, der der Krankheit ihren Namen verleiht.

Die Inkubationszeit bei Keuchhusten beträgt vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ca. 7 bis 10 Tage. Danach verläuft sie in 3 Stadien. Im ersten Stadium (catarrhale) treten allgemeine Symptome wie leichtes Fieber, Husten, Schnupfen, Müdigkeit und Angeschlagenheit auf. Da diese Symptome denen einer normalen Erkältung ähneln, wird der Keuchhusten in diesem Stadium oft mit einer normalen Erkältung verwechselt. Die an Keuchhusten erkrankte Person ist aber in dieser Zeit bereits ansteckend. Dieses Stadium dauert ca. 1 bis 2 Wochen.

Im zweiten Stadium (convulsivum) sinkt das Fieber und es kommt zu den typischen krampfhaften Hustenanfällen („Stakkato-Husten“). Hierbei handelt es sich um einen trocknen und heftigen Husten, bei dem der Erkrankte oft zu ersticken scheint. Das Gesicht läuft dann oft bei herausgestreckter Zunge rot bis bläulich an und der Erkrankte würgt glasigen Schleim hervor. Häufig folgen mehrere Hustenattacken direkt nacheinander. Nach diesen Hustenanfällen kommt es zu keuchenden und zischenden Atemgeräuschen. Bis zur nächsten Attacke setzt erst einmal eine Pause ein. In diesem Stadium kann es bis zu 40 Attacken am Tag kommen. Besonders schlimm sind sie in der Nacht. Mögliche Folgen sind daher Muskelkater, Bauch- und Kopfweh, Nasenbluten, Zungenbandgeschwüre, Blutungen in der Augenbindehaut und Gewichtsverlust. In Extremfällen kann es auch zu Leisten- und Rippenbrüche kommen. Bei Erwachsenen kann eine vorübergehende Inkontinenz auftreten. Auch Langzeitfolgen wie allergische Erkrankungen und chronisches Asthma sind möglich.

Des Weiteren kann es aufgrund des geschwächten Immunsystems durch das vom Erreger produzierte Gift zu Infektionskrankheiten wie Lungen- und Mittelohrentzündung kommen. In Einzelfällen kann es beim Keuchhusten mit Krampfanfällen zu einer Sauerstoffunterversorgung im Gehirn kommen. Sehr selten ruft das Gift des Keuchhusten-Bakteriums dauerhafte Schädigungen des Gehirns hervor.

Dieses Stadium dauert ca. 4 bis 6 Wochen an.

Das letzte Stadium (decrement) dauert ca. 2 bis 4 Wochen (unbehandelt: 4 bis 6 Wochen). In dieser Zeit werden die typischen Hustenanfälle schwächer und immer seltener, bis sie schließlich verschwinden.

Der Verlauf der Krankheit ist in der Regel bei Kindern unauffällig.

Zu Komplikationen kommt es vor allem bei erkrankten Neugeborenen und Säuglingen. Sie haben meist nicht diesen wie oben beschriebenen typischen Husten, sondern eher ein hilfloses Piepsen. Durch das schnelle Zuschwellen der Atemwege und dadurch, dass sie sich nicht von alleine aufrichten können, besteht bei ihnen eine akute Erstickungsgefahr durch lebensbedrohliche Atemaussetzer (Apnoe). Verstärkt wird diese Gefahr durch die lebensgefährliche Beteiligung des Zentralnervensystems (Enzephopathie) aufgrund einer Störung im Gehirn.

Erkrankte Erwachsene weisen eher einen lang anhaltenden Husten auf.

Nach durchgestandener Krankheit besteht für ca. 10 Jahre eine Immunität. Nach dieser Zeit ist eine erneute Ansteckung möglich. Die Symptome werden bei Folgeerkrankungen immer schwächer. Auch nach einer Impfung im Kindesalter ist eine Ansteckung mit Keuchhusten im Erwachsenenalter wieder möglich, da die Impfwirkung nach 5-6 Jahren nachlässt.

 

Diagnose

Am einfachsten lässt sich Keuchhusten bei Kindern anhand der typischen Hustenanfälle erkennen. Da Keuchhusten im Erwachsenenalter milder verläuft, sind hier ein lang anhaltender Husten Anzeichen für eine eventuelle Erkrankung.

Des Weiteren ist ein Nachweis des Erregers im Anfangsstadium über einen Abstrich des Nasen-Rachen-Raums möglich. Eine schnelle und zuverlässige Diagnose bietet die Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction). Hierbei erfolgt der Nachweis von erregerspezifischer Erbsubstanz. Ein Bluttest auf Antikörper ist erst 2-4 Wochen nach Ansteckung möglich. Bei diesem Test können parallel auch mögliche Lungen- und Mittelohrerkrankung diagnostiziert werden.

 

Therapie und Behandlung

Ein zu Beginn vom Arzt eingesetztes Antibiotikum kann die Bakterien abtöten und somit den Verlauf der Krankheit und Ansteckungszeit auf 5-7 Tage verkürzen. Das Antibiotikum wird in der Regel über 14 Tage eingenommen. Die Hustenanfälle dauern weiter an bis sich die Flimmerhärchen wieder erholt haben und das Gift im Körper abgebaut ist.

Neben der medizinischen Behandlung können Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden durchgeführt werden.

So sollte das Kind nach einem Hustenanfall viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das löst den Schleim und das Abhusten fällt dem Kind leichter. Herkömmliche Hustensäfte helfen oft nicht. Ebenso können warme Brustwickel helfen. Ältere Kinder können regelmäßig heißen Wasserdampf mit ein paar Teelöffeln Meeressalz inhalieren.

Spaziergänge, ruhiges Spielen und das Vermeiden von Aufregung und körperlicher Anstrengung verringern das Provozieren von Hustenanfällen. Ebenso bewirkt ein gutes Raumklima, vor allem beim Schlafen, dass das Kind weniger husten muss.

Ebenso wichtig sind viel Zuwendung durch Beruhigen, Herumtragen, Aufsetzen während des Hustens usw.

Das an Keuchhusten erkrankte Kind sollte auf jeden Fall auch nach medizinischer Behandlung solange zuhause bleiben bis es sich restlos von der Krankheit erholt hat. Am besten klärt man dieses mit dem behandelnden Arzt.

Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Schulen sollten informiert werden.

Erkrankte Säuglinge sollten auf jeden Fall ins Krankenhaus um dort besser medizinisch versorgt zu werden (Linderung der Atemnot, Absaugen von Schleim, Vorbeugen des Erstickungstods, Abwehr von weiteren Infektionen)

 

Vorbeugung

Gegen Keuchhusten kann man sich impfen lassen. Die Grundimmunisierung beginnt im Säuglingsalter ab Vollendung des 2. Lebensmonats. Danach folgen 4 weitere Impfungen. Hierbei handelt es sich oft um eine kombinierte Impfung gegen Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung. Die erste Auffrischung findet nach 5 Jahren und die nächste zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr statt. Letztere hält etwa 15 Jahre. Danach kann man sich wieder mit Keuchhusten infizieren. Aus diesem Grund sollten sich auch Erwachsene gegen Keuchhusten impfen lassen. Gerade für Erwachsene, die viel Kontakt zu kleineren Kindern haben, und Frauen mit Kinderwunsch wird diese Impfung empfohlen.

 

Links zu interessanten Internetseiten

Zum Fachtext Keuchhusten auf apotheken-umschau.de

Zum Fachtext Keuchhusten auf gesundpedia.de

Zum Fachtext Keuchhusten auf krankheiten-portal.de

Zum Fachtext Keuchhusten auf netmoms.de

Zum Fachtext Keuchhusten auf paradisi.de

Zum Fachtext Keuchhusten auf praxisvita.de

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 24.02.2017
  • Eltern und Erzieher
  • Kategorie: Kinder
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