Ringelröteln

Ringelröteln

Bei Ringelröteln handelt es sich um eine weltweite Infektionskrankheit. Übertragen wird sie durch das Virus Parvovirus B19. Ringelröteln sind nicht zu verwechseln mit den normalen Röteln.

In den Industrieländern erkranken 60-70% aller Menschen im Verlauf ihres Lebens an Ringelröteln. Bei Kindern im Vorschulalter liegt der Durchschnitt etwa 5-10% höher.

Etwa alle 4 bis 5 Jahre kommt es zu lokalen Epidemien in Regionen mit mäßigem Klima, oft zwischen Winter und Frühling.

Die Krankheit wird umgangssprachlich auch „Ohrfeigenkrankheit“ genannt.

 

Ursachen

Das Virus, das Ringelröteln auslöst, kann durch eine Tröpfcheninfektion, z. B. über Niesen, Husten oder Speichel, übertragen werden. Aufgrund der schnellen Übertragung breitet sich die Krankheit vor allem in Familien, Kindergärten, Schulen usw. sehr schnell aus.

Eine Ansteckung über eine Blutspende ist möglich, aber eher selten.

Bei erkrankten Schwangeren kann sich das Virus auch auf das ungeborene Kind übertragen.

 

Symptome und Verlauf

Das für Ringelröteln typische Symptom ist eine großflächige Rötung der Haut. Diese beginnt im Gesicht mit Ausnahme des Kinns, der Nasenspitze und der Lippen. („Schmetterlings-Form“). Danach breitet sie sich über die Extremitäten und den ganzen Körper aus. Der Hautausschlag tritt in Form von Ringen und Girlanden auf, daher der Name „Ringelröteln“. Dieser Hautausschlag kann auch jucken und Spannungsgefühle auf der Haut hervorrufen. Er verschwindet nach ca. 7 Wochen von selbst.

Ringelröteln lassen sich in ihrem Verlauf in zwei Krankheitsstadien unterteilen. Sie beginnen mit der Virenvermehrung. Das Virus vermehrt sich in den Vorstufen roter Blutkörperchen und hemmt deren Bildung im Knochenmark. Daraufhin kommt es zu einer Verminderung der roten Blutkörperchen. In dieser Zeit treten noch keine Symptome auf, aber der Erkrankte ist trotzdem ansteckend. 2-3 Tage nach Ansteckung geht die Krankheit in das Exanthemstadium über. In dieser Zeit kommt es zu allgemeinen Krankheitsgefühlen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen usw. 14 Tage nach der Ansteckung treten die oben beschriebenen typischen Symptome auf. Allerdings weisen nur 15-20% der Erkrankten die typische Hautrötung auf. Sie sind aber dennoch ansteckend.

Ringelröteln verlaufen in den meisten Fällen unbedenklich.

Bei erkrankten Föten kann es aber zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Die verminderte Bildung von roten Blutkörperchen kann bei ihnen zu einer akuten Blutarmut führen. Die Folgen sind Wasseransammlung im Gewebe (Hydrops fetalis) und eingeschränkte Nährstoff- und Sauerstoffversorgung. Diese führen bei Nichtbehandlung bei ca. 10-15% der Ungeborenen zum Fruchttod.

Zu einer weiteren Risikogruppe zählen Personen, die an einer Blutarmut leiden. Durch die von Ringelröteln ausgelöste Verschlimmerung des vorherigen Zustandes kann das Knochenmark geschädigt werden.

Des Weiteren sind Menschen mit einem eingeschränkten Immunsystem, wie z. B. HIV-Patienten oder Leukämie-Erkrankte, gefährdet, da ihr Körper nicht mehr in der Lage ist gegen die Viren Antikörper zu bilden.

 

Diagnose

Ist die typische Hautrötung vorhanden, wird die Diagnose anhand der Symptome gestellt.

Bei unklaren Fällen und bei Schwangerschaften wird das Blut auf bestimmte Antikörper, die das Immunsystem zur Abwehr des Virus produziert hat, untersucht. Das funktioniert aber nicht bei Föten, sodass hier andere labortechnische Untersuchungsmethoden durchgeführt werden müssen.

In manchen Fällen, vor allem, wenn die typischen Symptome ausbleiben, wird die Krankheit oft gar nicht diagnostiziert.

 

Therapie

Da es sich bei Ringelröteln um eine Infektionskrankheit handelt, die durch Viren hervorgerufen wird, kann sie nicht direkt behandelt werden. Lediglich die Symptome wie mögliches Fieber oder Jucken der Haut können mit entsprechenden Mitteln gelindert werden.

Des Weiteren sollten an Ringelröteln erkrankte Personen viel trinken und strikte Bettruhe einhalten.

Da die Haut nach Abklingen der Rötung oft schuppig ist, empfiehlt es sich diese bei der Regenerierung durch entsprechende Pflegeprodukte zu unterstützen.

Um bei erkrankten Föten eine ausreichende Zahl an roten Blutkörperchen im Blut zu halten, ist oft eine Bluttransfusion vonnöten.

 

Vorbeugung

Da Ringelröteln über ein Virus übertragen werden, ist eine Schutzimpfung nicht möglich. Immunglobuline zum Schutz vor Ringelröteln werden derzeit noch erforscht. Ihre Wirkung ist allerdings noch nicht nachgewiesen.

Nach der Erkrankung an Ringelröteln besteht eine lebenslange Immunität. Das gilt auch wenn die Krankheit ohne die typische Hautrötung verlaufen ist. Bei Schwangeren, die immun gegen Ringelröteln sind, überträgt sich diese Immunität auch auf das ungeborene Kind.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten gerade Schwangere und gefährdete Personen den Kontakt zu erkrankten Menschen vermeiden. Nach Kontakt zu an Ringelröteln Erkrankten sollte man sich gründlich die Hände waschen.

 

Interessante Links zum Thema Ringelröteln

Fachtext zu Ringelröteln auf "www.9monate.de" 

Fachtext zu Ringelröteln auf symptomat.de) 

Fachtext zu Ringelröteln auf kinderaerzte-im-netz.de 

Fachtext zu Ringelröteln auf paradisi.de

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 25.01.2017
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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