Rotaviren

Rotaviren

Bei Rotaviren handelt es sich um die Auslöser für die häufigste Magen-Darm-Erkrankung in Deutschland. Fast jedes Kind unter 5 Jahren infiziert sich mindestens einmal mit dieser Krankheit. Sie ist daher die häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen bei Kindern. Der Grund hierfür liegt in dem noch nicht ausgereiften Immunsystem der Kinder in diesem Alter.

Der medizinische Begriff für diese Magen-Darm-Erkrankung lautet „pädiatrische Rotavirus-Gastroenteritis“ (PRG). In Deutschland ist der behandelnde Arzt dazu verpflichtet, jede ihm bekannte Erkrankung zu melden.

Die Anzahl der Fälle in Deutschland ist zwar rückläufig, aber 2012 wurden immer noch 612.495 Fälle registriert. (Quelle: www.babycenter.de) Davon waren 2/3 Kinder unter 5 Jahren, die aufgrund der Erkrankung in stationäre Behandlung kamen.

Die meisten Krankheitsfälle treten zwischen Februar und April auf.

 

Ursachen

Die Rotaviren können sowohl über die Hände, z. B durch das Berühren von infizierten Gegenständen oder Personen (Schmier-Infektion), in den Mund (fäkal-oral Infektion), über die Luft (Tröpfcheninfektion), als auch über Lebensmittel oder Wasser in den Körper gelangen. Sie vermehren sich dann in den Schleimhautzellen des Darms und schädigen so die Schleimhaut.

Der Erreger heftet sich an infizierte Oberflächen und lässt sich nur sehr schwer entfernen. Wenige Viren reichen aus, um sich anzustecken. Daher ist diese Krankheit sehr ansteckend. Die meisten Krankheitserreger befinden sich im Stuhl des erkrankten Kindes.

 

Symptome und Verlauf

Die Krankheit beginnt mit plötzlichen Bauchschmerzen, Erbrechen und wässerigem Durchfall. Des Weiteren kann es zu Fieber, Husten und Schnupfen sowie Schleim in der Windel kommen. Der Ausbruch der Krankheit erfolgt ca. 1-3 Tage nach der Ansteckung. Das Brechen endet innerhalb des 1. bis 3. Tages. Der Durchfall hält ca. 3-8 Tage an. Der Erreger bleibt noch bis zu 8 Tagen nach dem Abklingen der Krankheit im Stuhl. Eine Ansteckungsgefahr besteht während des Krankheitsverlaufes und bis 8-30 Tage danach.

Die durch Rotaviren ausgelöste Erkrankung unterscheidet sich vor allem in ihrer Schwere von anderen Magen-Darm-Erkrankungen. Beim Verdacht auf Ansteckung sollte man sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gehen, da das Risiko einer Dehydration (Austrocknen) 5-mal höher ist als bei anderen Erregern. Die Symptome einer Dehydration sind ein trockener Mund, zurückbleibende Hautfalte, gewisse Teilnahmslosigkeit, dunkler Urin bzw. kaum Urin.

Nach der Erkrankung ist die betroffene Person eine Zeit lang immun gegen diesen Virus. Da mehrere Virusstämme der Rotaviren existieren, sind auch mehrmalige Erkrankungen möglich.

Besonders gefährdet sind Frühgeborene und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

 

Diagnose

Sobald der Verdacht einer Infizierung mit Rotaviren besteht, wird eine Laboruntersuchung des Stuhls auf Antikörper und Viren durchgeführt.

 

Therapie

Da diese Krankheit durch Viren ausgelöst wird, kann sie nicht direkt behandelt werden, sondern lediglich ihre Symptome. In schweren Fällen werden dem erkrankten Kind durch eine Magensonde oder eine Infusion im Krankenhaus Nährstoffe verabreicht.

Leichte Fälle können auch zu Hause behandelt werden. Hierbei ist es wichtig, dass das Kind ausreichend viel trinkt. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßter Tee, da unverdauter Zucker dem Darm Wasser entzieht und somit den Durchfall verstärkt. Damit der Magen nicht überfordert wird, sollte das Kind viele kleine Portionen trinken. Um den Salz- und Nährstoffverlust auszugleichen, können dem Kind auch Elektrolyt-Ersatzlösungen und Traubenzucker gegeben werden. Sobald das Kind wieder in der Lage ist feste Nahrung zu sich zu nehmen, sollte es am besten leicht verdauliche Kost wie Bananen, Reis und Zwieback sein.

Damit sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann, ist die Hygiene in der Zeit der Ansteckungsgefahr sehr wichtig. Aufgrund einer möglichen fäkal-oralen Infektion ist das gründliche Händewaschen mit Seife und Desinfektionsmittel, vor allem nach dem Stuhlgang bzw. dem Wechseln der Windeln, vor der Nahrungszubereitung und vor dem Essen, sehr wichtig. Des Weiteren sollten das erkrankte Kind und die gesunden Personen eines Haushaltes verschiedene Pflegeprodukte und Handtücher benutzen.

Aufgrund der Gefahr der Schmierinfektion sollten alle möglicherweise infizierten Gegenstände wie z. B. die Toilette, die Wickelunterlage, die Armaturen, die Türklinken und das Spielzeug des Kindes mit Desinfektionsmittel gereinigt werden. Wichtig ist hierbei, dass das Desinfektionsmittel nicht nur antibakteriell, sondern auch gegen Viren wirksam ist.

Des Weiteren sollte die Bett- und Leibwäsche des erkrankten Kindes häufig gewechselt und bei mindestens 60° gewaschen werden.

Bettruhe und wenig Kontakt zu anderen Menschen verhindert, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Solange eine Ansteckungsgefahr besteht, darf das Kind nicht in den Kindergarten oder die Schule. Eltern müssen die Einrichtungen über die Krankheit informieren.

 

Vorsorge

Es wurden 2 Impfstoffe zum Schutz vor bekannten Rotaviren entwickelt. Bei beiden Impfungen handelt es sich um Lebend- und Schluckimpfungen. Hierbei wird dem Kind eine kleine Menge nicht krankmachender Viren verabreicht. Diese regen den Körper zur Produktion von Antikörpern an. Der Impfschutz dauert ca. 2-3 Jahre an und wird von der ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Da es sich hierbei nicht um eine Standardleistung der Krankenkassen handelt, wird die Impfung auch nicht von jeder Krankenkasse bezahlt.

Des Weiteren kann man sich durch entsprechende Hygienemaßnahmen (siehe oben) zu einem gewissen Grad vor einer Ansteckung mit den Rotaviren schützen.

 

Internetseiten zum Thema Rotaviren

Zum Fachtext auf babycenter.de

Zum Fachtext auf auf infektionsschutz.de

Zum Fachtext auf individuelle-impfentscheidung.de

Zum Fachtext auf baby-und-familie.de

Zum Fachtext auf familie.de 

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 23.01.2017
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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