Wurmerkrankungen

Was sind Wurmerkrankungen?

Bei einer Wurmerkrankung handelt es sich um eine Infektion mit einem Parasiten, der sich meistens im Verdauungstrakt ansiedelt.

In den meisten Fällen verläuft diese Infektion ungefährlich. Es kommt nur selten zu ernsthaften Konflikten.

Zu den häufigsten Wurmarten gehören hier zu Lande Bandwürmer, Spulwürmer und Fadenwürmer. Eine Meldepflicht besteht nur bei einer Infektion mit einem Fuchsbandwurm.

Der Fachbegriff für eine Wurmerkrankung lautet Helminthiasis.

Die meisten Fälle kommen im Kindergartenalter vor, weil dann der Kontakt zu infizierten Kindern am engsten ist und die Kinder viel im Sand und mit Erde spielen.

Am häufigsten infizieren sich die Kinder mit dem Madenwurm (Oxyuris). Dieser gehört zur Familie der Fadenwürmer und ist ca. 2-13 mm lang.

 

Ursache

Die Eier der Würmer werden über den Mund in den Körper aufgenommen. Diese können z. B. über Gemüse, Obst, Salat und Fallobst, über rohes Fleisch, über Erde und Sand, über infiziertes Spielzeug oder Kleidung usw. in den menschlichen Organismus gelangen. Die Eier oder Larven entwickeln sich im Körper weiter aus. Je nach Wurmart sind diese Eier und Würmer im Stuhl des Kindes sichtbar. Bei dem Madenwurm legt das Weibchen die Eier rund um die Fältchen des Afters ab. Das verursacht einen Juckreiz am After, sodass die Kinder beginnen sich dort zu kratzen und wenn sie die Hände mit den Eiern wieder in den Mund stecken, kommt es zu einer erneuten Selbstinfektion.

 

Symptome und Verlauf bei einer Madenwurmerkrankung

Das auffälligste Symptom einer Infektion mit Madenwürmern ist ein starkes nächtliches Jucken in der Analgegend. Dieses führt zu Schlafproblemen und somit zu Müdigkeit oder Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und Nervosität. Durch das Kratzen kann es zu Entzündung im Analbereich kommen. Des Weiteren kann es manchmal auch zu unklaren Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit kommen. Es besteht die Möglichkeit, dass das Kind sowohl an Appetitlosigkeit leidet, als auch einen gewissen Heißhunger verspürt. Aber eine Infektion mit Madenwürmern verläuft auch oft beschwerdefrei, sodass sie unerkannt und somit unbehandelt bleibt. Wenn es zu keiner neuen Selbstinfektion mehr kommt, heilt sie von selbst aus.

 

Diagnose

Um eine Wurmerkrankung zu diagnostizieren können verschiedene Untersuchungsmethoden angewendet werden. Durch die Untersuchung des Stuhls kann man die Würmer oder Glieder der Würmer und somit die Wurmart feststellen.

Bei einer Infektion mit Wurmmaden produziert das Immunsystem als Abwehrreaktion Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Dieser erhöhte Leukozytenspiegel kann dann anhand eines Bluttests nachgewiesen werden. Allerdings kommt dieser auch bei allergischen Reaktionen vor.

Durch eine mikroskopische Untersuchung eines Abstriches anhand eines Klebestreifens auf der Perianalhaut können die Eier, die die Würmer dort abgelegt haben, festgestellt werden.

Weitere Untersuchungsmethoden sind Ultraschall und der Nachweis von Antikörpern.

 

Behandlung

Ziel der medizinischen Behandlung ist, die Eier, die Larven und Würmer medikamentös abzutöten, damit sie anschließend ausgeschieden werden können.

Das jeweilige Mittel ist abhängig von der Wurmart, mit dem sich das Kind infiziert hat. Daher ist eine genaue Diagnose vom Kinder- und Jugendarzt notwendig, damit er das passende Medikament verschreiben kann.

Oft muss die ganze Familie das Medikament einnehmen. Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden.

In der Regel handelt es sich um eine einmalige Einnahme. In manchen Fällen folgt noch eine zweite Einnahme nach zwei Wochen. Die Anzahl der Einnahmen und die Dauer der Behandlung hängen vom Einzelfall ab.

Damit es nicht zu weiteren Infektionen von Familienmitgliedern oder zu Selbstinfektionen kommt, ist es wichtig auf eine gewisse Hygiene zu achten. So sollte das Bettzeug, die Leibwäsche, der Schlafanzug und die Handtücher des erkrankten Kindes jeden Tag gewechselt und bei mindesten 60°C gewaschen werden.

Des Weiteren sollten sich alle Familienmitglieder täglich duschen, am besten morgens nach dem Aufstehen. Weitere Regeln werden unter dem Abschnitt Vorbeugung aufgelistet.

Auch eine homöopathische Behandlung ist nach Absprache mit Fachleuten möglich.

 

Vorbeugung

Um eine Infektion mit Würmern vorzubeugen, sollte man darauf achten, dass sich das Kind sorgfältig die Hände mit Seife wäscht, besonders vor dem Essen, nach dem Toilettenbesuch und nach dem Spielen im Freien. Kurz geschnittene Fingernägel verringern das Risiko, dass sich Eier darunter festsetzen und möglicherweise über den Mund in den Körper gelangen.

Des Weiteren sollte der Pobereich sorgfältig und regelmäßig gewaschen werden.

Durch gründliches Durchbraten von Fleisch und Tiefkühlkost bei mindestens 70°C werden mögliche Eier und Larven abgetötet.

Obst, Gemüse und Salat sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Vor allem gesammeltes Fallobst sollte man kurz in kochendes Wasser geben.

 

Internetseiten:

Zum Fachtext über Wurmkrankheiten bei kindergesundheit-info.de

Zum Fachtext über Wurmkrankheiten bei kinder-tipps.com 

Zum Fachtext über Wurmkrankheiten bei wuermer-bei-kindern.de

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 24.02.2017
  • Eltern und Erzieher
  • Kategorie: Kinder
Anzeige

Erzieher

Kita und Krippe

Kitafinanzierung

Freizeit

Kinder