Diabetes bei Kindern

C. Riesenberger

Was versteht man unter Diabetes?

Diabetes bei Kindern ist meistens ein Diabetes vom Typ 1. Dies ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Abwehrprozesse zerstört werden. Diese Krankheit ist nicht heilbar. Wegen der geschädigten Betazellen kann die Bauchspeicheldrüse kein oder nur noch wenig Insulin produzieren. Dieser Stoff ist jedoch nötig, um Zucker aus der Blutbahn in die Zellen zu transportieren. Gegen den Insulinmangel müssen die Betroffenen lebenslang Insulin spritzen. Ziel der Behandlung eines Typ-1-Diabetes ist es, den Blutzuckerspiegel im normalen Bereich zu halten, um Organschäden und Stoffwechselentgleisungen zu verhindern. Kinder mit Typ-1-Diabtes müssen mehrmals täglich Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken. Abgesehen von der Spritze gibt es noch den Pen oder die Insulinpumpe.

 

Therapie von Diabetes

Die sogenannte intensivierte Insulintherapie ist der Standard. Bei dieser erhalten die Betroffenen ein lang wirksames Insulin verabreicht, das den Grundbedarf decken soll, das sogenannte Basalinsulin. Zusätzlich werden kurzfristig wirkende Insuline gegeben, um nach dem Essen die Blutzuckeranstiege auszugleichen. Um die richtige Dosierung zu finden, sind der aktuelle Blutzuckerwert, bevorstehende Mahlzeiten und geplante körperliche Aktivitäten zu berücksichtigen. Die Kinder müssen beispielsweise lernen, wie man den Gehalt an Kohlenhydraten einer Mahlzeit richtig berechnet, denn nur so wissen sie, wieviel Insulin sie spritzen müssen. Um zu vermeiden, dass der Blutzuckerspiegel zu stark absinkt, müssen Kinder auch außerhalb der Pausen im Unterricht etwas essen dürfen. Mit der Insulinpumpe, das sind kleine Geräte, die am Körper getragen werden, lässt sich das Insulin einfacher dosieren als mit Pen oder Spritze. Die Insulinpumpen geben auf Knopfdruck Insulin ab, zusätzlich geben sie laufend eine kleine Menge Insulin für den Grundbedarf ab. Gerade für Kleinkinder ist eine Insulinpumpe oft die bessere Lösung, da sich die geringen Insulindosen, die sie benötigen, mit der Spritze oder dem Pen oft schlecht dosieren lassen. Die Kinder müssen etwa fünf- bis achtmal am Tag die Blutzuckerwerte kontrollieren, unter Umständen auch öfter. Das Messen selbst ist recht einfach: Mit einer Stechhilfe seitlich in den Finger piksen, den Blutstropfen mit den Teststreifen aufnehmen und vom Blutzuckermessgerät innerhalb von wenigen Sekunden auswerten lassen. Je nachdem, wie das Ergebnis der Blutzuckermessung ausfällt, kann es nötig sein, sofort zu reagieren. Bei zu niedrigen Werten sollte man schnell eine Mahlzeit mit ausreichend Kohlenhydraten zu sich nehmen und bei zu hohen Werten kann es sinnvoll sein, zusätzliches Insulin zu spritzen. Bei einer Unterzuckerung fällt der Blutzuckerspiegel stark ab. Sie lässt sich schnell mit Kohlenhydraten beheben, die schnell ins Blut übergehen, z.B Traubenzuckertäfelchen oder Cola. Außerdem sollte jede körperliche Aktivität unterbrochen werden, damit der Zucker nicht weiter sinkt. Eine Bewusstlosigkeit durch Unterzuckerung kann der Notarzt mit einer Glukose-Injektion rasch beheben. Ein anhaltend hoher Blutzucker hingegen kann ebenfalls eine Reihe von Symptomen hervorrufen, zum Beispiel starken Durst und einen typischen Azetongeruch in der Ausatemluft, der wie Nagellackentferner riecht. Wenn solche Zeichen auftreten, weist dies auf eine Ketoazidose hin, eine Übersäuerung des Blutes. Das Kind muss nun viel Flüssigkeit, zum Beispiel Mineralwasser, zu sich nehmen. Wenn der Blutzuckerspiegel nicht sinkt, kann es zu einem diabetischen Koma kommen. Dieses ist lebensbedrohlich und muss stationär behandelt werden. Wollen Kinder mit Diabetes Sport treiben, gibt es einige Dinge zu beachten. Wenn sich das Kind bewegt, verbraucht es Energie und senkt damit den Blutzucker. Um eine Unterzuckerung zu vermeiden, müssen die Kinder entweder vorher weniger Insulin spritzen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu sich nehmen. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten ist Sport verboten. Denn es kann sein, dass der Blutzuckerspiegel durch die Bewegung nicht sinkt, sondern aufgrund des Insulinmangels weiter steigt, weil beim Sport Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet werden, die den Blutzuckerspiegel heben.

 

Hilfreiche Links:

Diabetes-Ratgeber.net: Zum Fachartikel "Kinderdiabetes"

Netdoktor: Zum Fachartikel "Kinderdiabetes"

Stern.de: Zum "Stern-Artikel"

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