Datenspuren

Fotograf: Ingo Scharwächter / pixelio.de

Im Internet werden jede Menge Daten gesammelt, ohne dass es den meisten Benutzern bewusst ist.
Man unterscheidet zwischen nicht-personenbezogenen Daten, wie z Bsp Datum und Uhrzeit, und personenbezogenen Daten, wie z Bsp Alter, Wohnort, Name, oder E-Mail-Adresse. Diese personenbezogenen Daten werden ausgewertet, um z Bsp zielgerichtet Werbung auf Internet-Seiten platzieren zu können.

Sie und Ihre Kinder hinterlassen unter anderem hier bleibende Digitale Datenspuren:

  • Smartphone – Apps haben Zugriff auf das Telefonbuch, Bildergalerien und Notizen.
  • Ortungsdienste in Routenplaner und Foursquare verraten Ihren Standort.
  • Telefon und Internet – Telefonieren, SMS-Schreiben (wann, von wo, mit wem),
  • Internetverbindung (Uhrzeit, Nummer des Telefons), auch wenn es keine gesetzliche Vorratsdatenspeicherung mehr gibt, speichern Mobilfunkanbieter diese Daten "für Rechnungszwecke
  • Soziale Netzwerke – Profilinformationen, Freunde, alle Posts, Browsereinstellungen, Mobilfunkanbieter, Gesichtserkennung (durch Markierungen in Fotos), Aufenthaltsort, etc.
  • Cloud – alles was zu einem Cloud-Anbieter hochgeladen wird. Außerdem Standort, Uhrzeit und Gerätekennung.
  • Google – Kontakte, E-Mails (auch der Inhalt), Kalender, Google+ Profil und Kontakte, gesehene YouTube -Videos, Suchbegriffe, angeklickte Werbung
  • Online-Shopping – besuchte Internetseiten, gekaufte Produkte, Wunschzettel, Bewertungen

Datenschützer warnen vor der massenhaften Datensammelei und -speicherung. Denn viele der gesammelten Daten kommen aus dem privaten Bereich und selbst anonymisierte Daten können, wenn sie mit anderen Daten zusammengefügt werden, in vielen Fällen wieder konkreten Personen zugeordnet werden. Wie viele Leute, die bei einer bestimmten Firma arbeiten (bekannt durch IPAdresse) wohnen in derselben Stadt (Standortbestimmung), besuchten die gleiche Schule (Facebook), kaufen im gleichen Online-Shop ein (Browser-Cookie) und haben am selben Tag Geburtstag (Adressbuch)?

Außerdem werden viele persönliche Daten gespeichert, bei denen umstritten ist, ob das überhaupt erlaubt ist. Personenbezogene Datenanalysen dürfen nur mit Einwilligung erstellt werden. Diese steht aber oft im Kleingedruckten, und werden von vielen Internet-Nutzern ungelesen akzeptiert bzw. erteilt.

Website-Betreiber und Werbefirmen sind besonders daran interessiert, wie Sie auf die Seite kommen – also z. B. über eine Suchmaschine, eine Werbeanzeige oder einen Link – was Sie auf der Website anschauen, wo Sie wie lange verweilen, wieviel/was Sie in den Warenkorb legen und ob Sie die Bestellung auch abschließen.

Es gibt unterschiedliche Methoden zum sogenannten Web-Tracking:
Nutzerdaten werden oft im Browser in sogenannten „Cookies“ gespeichert, das sind kleine Dateien
mit Kurzinformationen: Besuchte Seiten, Status der Anmeldung und Ähnliches. Außerdem speichern viele Websites die IP-Adresse. Immer häufiger werden auch „Pixel-Tags“ auf Webseiten und in EMails verwendet. Das sind Bilder, die so klein sind, dass sie vom menschlichen Auge gar nicht erfasst werden, aber dennoch maschinenlesbare Informationen enthalten. Sogenannte „Javascript-Tags“ können noch mehr auslesen, z. Bsp. Browsereinstellungen wie Sprache und Zeitzone.
Facebook kennt alle Webseiten mit „Gefällt mir“-Button, die Sie aufrufen. Selbst wenn Sie nicht bei Facebook eingeloggt sind und den Button nicht anklicken. Genauso machen es viele andere Dienste wie Twitter oder Google.
Selbst das kürzlich eingeführte verbesserte Verfahren zur Vergabe von IP-Adressen (IPV6) enthält Fallstricke: Einige Betriebssysteme vergeben quasi-statische IP-Adressen, da sie Hardware-Merkmale mitverschlüsseln, deren Kombination oft eindeutig ist. Dadurch kann der Benutzer dieses Gerätes (egal ob PC, Tablet oder Smartphone) auf allen angeschlossenen Internetseiten wiedererkannt werden.
Mit dem nachträglich definierten Verfahren "Privacy Extensions for Stateless Address Autoconfiguration in IPv6" lassen sich zusätzlich zu diesen statischen Adressen temporäre Identifier per Zufallszahlen erzeugen. Allerdings setzen längst nicht alle aktuellen Betriebssysteme diese Erweiterung ab Werk ein. Derzeit hat einzig Windows die Privacy Extensions eingeschaltet.
Andere (Mac OS, Linux )beherrschen das Verfahren zwar, man muss es aber per Hand aktivieren.


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