Kinderhaus

Rainer Sturm / pixelio.de

Definition Kinderhaus

Wikipdia definiert ein Kinderhaus als "Einrichtung in der Kindertagesstätte (Kita) und Kinderhort in räumlicher und organisatorischer Einheit betrieben werden".

Wenn sich bei der Erziehung und Betreuung von Kindern die Rahmenbedingungen verändert haben und die Aufgaben differenzierter und schwieriger geworden sind, dann ist es auch Aufgabe der Institutionen, durch neue geeignete Angebote auf die sich veränderte Situation zu reagieren - z.B. mit dem Kinderhaus.

Das Kinderhaus ist eine wohngebietsnahe Einrichtung mit unterschiedlich langen Betreuungszeiten für Kinder verschiedener Altersstufen.

Im Kinderhaus

  • werden Kinder in einer erweiterten Altersmischung betreut
    • bei der sog. kleinen Lösung Kinder in einer Gruppe von 1/1,5 Jahren bis 6 Jahren oder in einer Gruppe von 3 - 10/12 Jahren betreut
    • in der sog. integrierten Lösung Kinder in einer Gruppe von 1 Jahr bis 12 Jahren

  • werden nebeneinander unterschiedliche Betreuungszeiten angeboten
    • Regelöffnungszeiten des Kindergartens und Ganztagsbetreuung oder
    • Regelöffnungszeiten des Kindergartens, die zusammenhängende 6-stündige Öffnungszeit am Vormittag mit Mittagessen und die Ganztagsbetreuung.

Einrichtungen, die die Kinder nach Alter und/oder Betreuungszeit trennen, schließen evtl. auch einen Teil der Kinder des Wohngebietes aus. Da ist z.B. einerseits der Kindergarten als Bildungseinrichtung, dessen Platzangebot besser ausgebaut ist und andererseits die Ganztagsbetreuung als Nothilfemaßnahme, deren Platzangebot sehr knapp ist. Nach den jeweiligen familiären Gegegebenheiten - berufstätige und/oder alleinerziehende Eltern bzw. Eltern in der Familienphase zu Hause - sind die Kinder dem Kindergarten oder der Ganztagsbetreuung zugeordnet.

Eine sinnvolle Konsequenz wäre, die bisher getrennten Einrichtungsformen zu integrieren und wohnungsnah je nach Bedarf für alle Kinder und Eltern zu konzipieren.

 

Bedeutung des Kinderhauses die Kinder und Eltern

Kinder und Eltern müssen nicht die Einrichtung wechseln wenn das Kind z.B. aus dem Kleinkindalter in das Kindergartenalter hineinwächst oder wenn familiäre Gegebenheiten ein anderes Betreuungsangebot erforderlich machen. Unabhängig von diesen Veranderungen bleibt für die Kinder und Eltern die personelle und räumliche Kontinuität durch das Kinderhaus erhalten.

Die Chancen der altersgemischten Gruppe für die Kinder sind:

„Die Konkurrenz ist geringer, die Verantwortung der Älteren für das gemeinsame Leben in der Gruppe lässt sich entwickeln, und die Rollen der Kinder wechseln durch das Heranwachsen in der Gruppe natürlicherweise. Die Jüngeren erhalten durch Beobachten und Mitmachen Entwicklungsreize, sie erweitern ihr Verhaltensrepertoire. Kinder mit Defiziten in bestimmten Leistungsbereichen erleben ihre Möglichkeiten im Vergleich zu den Jungeren immer noch positiv, sie können ihr Selbstwertgefühl leichter erhalten (...). Die altersgemischte Gruppe kann intensive Erfahrungen mit Kindern verschiedener Altersstufen und unterschiedlicher familiärer Kontexte vermitteln. Durch Kontinuität wird emotionale Sicherheit geschaffen, durch die Anteilnahme an Erlebnissen der Großen und der Kleinen erweitert sich das Erfahrungsfeld des Kindes (...)“, Renate Thiersch in „Orte für Kinder“, Projektblatt 5/1993 des Deutschen Jugendinstituts.

Dabei darf nicht unberücksichtigt bleiben, wie wichtig fiir die Beziehung der Kinder aber gleichzeitig die Gruppe der Gleichaltrigen ist. Und es ist auch zu berücksichtigen, dass es Probleme in der altersheterogenen Gruppe gibt.

“Größere Kinder können Kleinen Angst machen, weil sie einfach viel größer sind – Kleine können Größeren auch lästig werden (...). Solche Erfahrungen entsprechen der Situation außerhalb des pädagogischen Schonraums (.._)“, Renate Thiersch in „Orte für Kinder“, Projektblatt 5/1993 des Deutschen Jugendinstituts.

An die pädagogischen Mitarbeiterinnen sind in den altersgemischten Gruppen deshalb besondere Anforderungen im Hinblick auf die Differenzierung der pädagogischen Arbeit gestellt.

 

Bedeutung des Kinderhaus für Träger

Soll aufgrund des aktuellen Bedarfs über die Erweiterung der Öffnungs- und Betreuungszeiten in bestehenden Tageseinrichtungen hinaus an einzelnen Standorten ein Angebot für die Ganztagsbetreuung gemacht werden, bietet sich dafür aus pädagogischen und finanziellen Gründen die Konzeption des Kinderhauses an. Sein Vorteil ist nicht zuletzt, dass auf Bedarfsschwankungen hinsichtlich des Betreuungsumfanges und der Altersgruppe außerordentlich flexibel reagiert werden kann.

Personelle Besetzung

2 Fachkräfte während der Hauptbetreuungszeit; bei einer 10 stündigen Öffnungszeit sind dies 3 - 4 Fachkräfte.

Gruppengrößen

- 15 Kinder bei einer Altersmischung von 1 - 6 Jahren (dabei 5 Kinder unter 3 Jahre und 10 Kinder über 3 Jahre)

- 18 - 20 Kinder bei einer Altersmischung von 3 - 10 Jahren (dabei ca. 10 - 12 Kinder unter 6 Jahren und ca. 8 Kinder über 6 Jahre)

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