Lebensbezogener Ansatz

Lebensbezogener Ansatz

Beim "Lebensbezogenen Ansatz" steht "das Leben" im Vordergrund in seinem gesamten zeitlichen Ablauf und grenzt sich damit vom Situationsansatz ab ohne dessen positive Aspekte außer Acht zu lassen. Pädagogen ordnen den Lebensbezogenen Ansatz einer werte- und zielorientierten Pädagogik zu deren Werte Natur, Gerechtigkeit und Friede sind (der Lebensbzogene Ansatz in thesenhafter Kurzdarstellung, Leben für alle und alles von Norbert Huppertz).

 

Wertemodell

In der pädagogischen Praxis orientiert sich das gesamte Handeln der Erzieher an den Bedürfnissen des Kindes was dieses auch tatsächlich für ein gelingendes Leben braucht. Hierzu gehören Geborgenheit, Wertschätzung, Integration, gesundes Essen und inspirierendes Umfeld genauso wie geeignete Bildungsangebote, Orientierung aber auch Freiraum zur Selbstfindung. Im Kontext der Sprachförderung unterscheidet sich der "Lebensbezogene Ansatz" von eine selektiven Sprachförderung dadurch, dass im Vordergrund die "Sprache des Alltags" steht und durch den personell-institutionell Rahmen definiert wird. Im Unterschied zu vielen anderen pädagogischen Ansätzen wird dieser im Hinblick auf das Kind zu Ende gedacht, d.h., das Kind als Person in einem bestimmten Zeitabschnitt seines Lebens gesehen wird an dem sich auch dessen Bedürfnisse und Kompetenzen ableiten. Damit fokussiert der Lebensbezogene Ansatz weniger auf dessen Defizite als vielmehr auf dessen Stärken und Kompetenzen im betrachteten Zeitabschnitt. Eines der zentralen Elemente des Lebensbezogenen Ansatzes ist das Recht eines jeden Kindes auf pädagogische Betreuung, losgelöst von dessen Individualität. Die Orientierung am Wert "Gerechtigkeit" verlangt allerdings von den Erziehern sich auf die benachteiligten Kinder zu fokussieren ohne die bevorzugten Kinder zu vernachlässigen.

 

Praktische Umsetzung

In seiner methodischen Umsetzung steht das Idee des "Er-Lebens" im Mittelpunkt. Rollenspiele, Projekt- und Theaterarbeit finden daher besondere Beachtung. Ein Spaziergang in den Wald und das Suchen nach Pflanzen oder Erkennen von Geräuschen wird daher als wertiger erachtet als die thematische Erarbeitung mittels Bücher, Karten oder Bilder. Von allen anderen didaktischen Ansätzen unterscheidet sich der Lebensbezogene Ansatz vor allem durch seine 100% Bedürfnisorientierung und Ausrichtung an den oben genannten Werten. Der Lebensbezogene Ansatz ist im Unterschied zu vielen anderen pädagogischen Ansätzen noch recht neu und geht auf das Jahr 1990 zurück, begründet durch Norbert Huppertz. Zwischenzeitlich wurde dieser in der Praxis vielfach eingesetzt und ist für viele Kitas und Horte prägend. Aber auch auf Schulen wurde der Ansatz erfolgreich adaptiert und übertragen.

Interessierten Lesern möchte ich nachstehende Literaturhinweise ans Herz legen:

 

Literaturhinweise

  • Norbert Huppertz, Nobert: Der lebensbezogene Ansatz im Kindergarten, erschienen 2008 im Verlag "Books on Demand", ISBN-13: 9783833472862
  • Norbert Huppertz und weitere Autoren, Lebensbezogene Pädagogik und Partial-Holismus: Bildung und Forschung für ein gelingendes Leben, erschienen am 15.Juli 2010 im Verlag "Sozietät zur Förderung der wissenschaftlichen Sozialpädagogik", ISBN-13: 978-3931992286
  • Monika Huppertz und Norbert Huppertz, Sprachbildung und Sprachförderung in Kindergarten und Krippe - Lebensbezogen und alltagsintegriert, erschienen am 2. Januar 2015 im "PAIS-Verlag Oberried", ISBN-13: 978-3931992439

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