Situations­ansatz

Pädagogischer Ansatz des Situationsansatzes

Der Situationsansatz ist ein sozialpädagogisches Konzept und ist in Deutschland stark verbreitet und betrieben. Es dient der Begleitung von Kindern in Kindergärten und Kitas und wurde auf deren Entwicklungsprozesse abgestimmt. 1970 begann die Geschichte des Situationsansatzes und erhielt 1990 einen weiteren Schub. Bitte verwechseln Sie nicht den Situationsansatz mit dem Situationsorientierten Ansatz nach Krenz.

 

Schwerpunkte des Situationsansatzes

Im Situationsansatz werden alltägliche Situationen und Themen des Lebens genommen und in Schlüsselsituationen eingeteilt. Dahingehend gibt es beispielhafte Situationen, die exemplarisch den Kindern Orientierung und Hilfestellung für die Bewältigung von Problemen geben sollen. Vor allem der realistische Ansatz alltäglicher Situationen im Rahmen einer Kita zu erleben und begleitend zu unterstützen macht dieses Konzept so wertvoll. Daher werden auch die Kinder in die Planung und das Aufgreifen von Themen miteinbezogen.

 

Leitbild des Situationsansatzes

Das Leitbild des Situationsansatzes könnte man wie folgt umschreiben: die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, ein Umfeld zu schaffen, damit die Kinder das eigenständige Lernen, das Selbstvertrauen, eigene Entscheidungen zu treffen und dazu Rücksicht auf andere zu nehmen, erlernen können. Dazu müssen verlässliche Beziehungen und anregende Umfelder geboten werden. 

 

Die Grundsätze des Situationsansatzes

Die konzeptionellen Grundsätze des Situationsansatzes kann man sich so vorstellen: Baut man ein Konstrukt um ein jedes Kind auf, so wird einem auffallen, dass besagte Schlüsselsituationen aus einem Lebensbereich entstammen. Diese werden nun in 16 Grundsätze aufgeschlüsselt und innerhalb des Situationsansatzes bewertet, beschrieben und im Kita-Rahmen umgesetzt. Die Kinder können somit diese Erfahrungen in einem vertrauten und angeleitetem Umfeld erleben und für sich integrieren.

Im Grundsatz 1 des Situationsansatzes handelt es sich darum, dass die Erzieher/innen sich der Lebenssituation der Kinder und deren aktuelles Umfeld wie auch den Themen im Alltag widmen und darauf eingehen.

Im Grundsatz 2 des Situationsansatzes geht es darum, dass gemeinsam mit den Eltern und nahen Erwachsenen nach sogenannten Schlüsselsituationen geforscht wird. Diese werden dann in der Kita individuell behandelt.

Im Grundsatz 3 des Situationsansatzes geht es darum, dass die Pädagogen analysieren, was die Kinder zum aktuellen Zeitpunkt können und wo Ihre Interessen hingehen. Daraufhin kann ein entsprechendes Erfahrungsumfeld geschaffen werden.

Im Grundsatz 4 geht es um die geschlechtsspezifische Entwicklungsförderung auf Basis einer freien Entdeckung ohne Doktrinen.

Grundsatz 5 des Situationsansatzes besagt, dass die Erzieherinnen den Kinder die Gelegenheit geben, spielerisch Ihre Umwelt zu entdecken, um Phantasie und Schöpferkraft zu erleben.

Im Grundsatz 6 geht es darum, dass jüngere und ältere Kinder voneinander lernen können. Dieses förderliche Umfeld soll geschaffen werden.

Im Grundsatz 7 geht es um die aktive Mitgestaltung im Kindergartenalltag. Dadurch soll erreicht werden, dass die Kinder Ihre Selbstständigkeit erfahren und erleben.

Im Grundsatz 8 des Situationsansatzes handelt es sich um die Auseinandersetzung mit Werten und Normen, die im Alltag erlebbar gemacht werden. Regeln werden vereinbart und eingehalten.

Im Grundsatz 9 des Situationsansatzes werden die unterschiedlichen Kulturen und deren Stärken behandelt.

Der Grundsatz 10 im Situationsansatz beschreibt die Integration von Kindern mit Behinderung oder unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen. Man wendet sich hier gegen das Ausgrenzen von Randgruppen.

Der Grundsatz 11 behandelt die Gestaltung von Räumen zur Förderung der Entwicklung der Kinder. Welche Möglichkeiten bieten sich und wie kann ich als Pädagoge unterstützend wirken?

Grundsatz 12 der Situationspädagogik behandelt das Thema, dass Erzieher/innen Lehrende und Lernende zugleich sind.

Grundsatz 13 der Situationspädagogik befasst sich mit der Partnerschaft zwischen Eltern und den Erziehern, die gemeinschaftliche Ausrichtung in der Bildung und Betreuung.

Grundsatz 14 besagt, dass die Einrichtungen sich im nahen Umfeld den Kooperationen zu anderen Einrichtungen öffnen sollen und diese aktiv erlebbar machen.

Grundsatz 15 des Situationsansatzes besagt etwas über die Art und Weise der Dokumentation zu Fortschritten der Kinder wie auch die Planung zukünftiger Schritte.

Grundsatz 16 des Situationsansatzes besagt, dass eine jede Einrichtung eine lernende Organisation ist. Sprich die Weiterentwicklung im Team und der gesamten Einrichtung sind maßgebend in einem fortlaufenden Prozess.

 

Interessante Links zum Situationsansatz

Situationsansatz (wikipedia.org)

Situationsansatz (situationsansatz.de)

Situationsansatz (bildungsserver.de)

Situationsansatz (familie.de)

 

 

Anzeige

Erzieher

Kita und Krippe

Kitafinanzierung

Freizeit

Kinder