Wald- und Natur­pädagogik

Geschichte der Wald- und Naturpädagogik

Ihren Ursprung finden die Wald- und Naturkindergärten in Skandinavien, genauer gesagt in Dänemark. Dort eröffnete 1950 der erste Natur-und Waldkindergarten und damit fast 20 Jahre bevor in Wiesbaden 1968 die erste Kita dieser Art eröffnete. Erst in den 90er-Jahren fand die Idee mehr Anhänger und etablierte sich 1993 mit dem ersten anerkannten Wald- und Naturkindergarten in Flensburg. 

 

Ansatz der Wald- und Naturpädagogik

Stand Ende 2012 zählt Deutschland mehr als 1.000 Einrichtungen dieser Art. Prägend für die Wald- und Naturkindergärten ist, dass die meisten Aktivitäten außerhalb der festen Gebäude meist im Wald oder auf Wiesen stattfinden, unabhängig von den Witterungsbedingungen. Lediglich eine warme Hütte in zumutbarer Nähe des Waldgebietes ist seitens des Gesetzgebers vorgeschrieben, um Schutz vor allzu schlechten Wetterlagen zu finden. Hierzu kommen häufig Bauwagen oder Hütten der Wandervereine zum Einsatz. Auf handelsübliches Spielzeug wird in der Regel verzichtet, vielmehr sollen sich die Kinder mit Naturgegenständen beschäftigen, die sie in unmittelbarer Nähe finden. Geeignet sind der Wald- und Naturkindergärten für Kinder ab 3 Jahren bis zum Eintritt in die Schule. Die Größe der Gruppe ist limitiert auf 15 bis 20 Kinder bei mindestens 2 staatlich anerkannten Erziehern. Meist sind die Wald- und Naturkindergärten als Verein organisiert und tragen sich daher aus staatlichen Zuschüssen, Spenden und Vereinsbeiträgen. 

Die Förderung der Fein- und Grobmotorik, der Koordination und der Tiefensensibilität gehört zu den prägenden Inhalten der Waldkindergartenpädagogik. Diese werden positiv durch den täglichen Aufenthalt in der Natur unterstützt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder aus Waldkindergärten nicht schlechter auf die Schule vorbereitet sind als Kinder die einen Regelkindergarten besucht haben, in vielen Teilen sogar besser. Weitere Pädagogikschwerpunkte sind das Erleben von Natur, Pflanzen und Tieren, aber auch das Zählen von Waldgegenständen oder dem Singen auf dem Weg durch den Wald.

 

Gegenwart der Wald- und Naturpädagogik

Analog zu den Regelkindergärten ist der Morgenkreis ein tägliches Ritual. Anstelle eines Raumes sitzt man jedoch auf Isomatten inmitten der Natur und lauscht den Geräuschen des Waldes. Dort wird auch in der Regel das von zu Hause mitgebrachte Frühstück eingenommen. Sollte ein Notfall eintreten, sind die Erzieherinnen immer mit einem Handy und einer Erste-Hilfe-Notfalltasche ausgestattet, so dass die Hilfe schnell erfolgen kann.

Im Gegensatz zum Trend Richtung Ganztageskindergarten liegt die Betreuungszeit bei den Wald- und Naturkindergärten zwischen 4 und 5 Stunden. Vielfach wird für den Nachmittag eine ergänzende Nachmittagsbetreuung organisiert.

In den letzten Jahren gab es zunehmend kritische Stimmen zu den Wald- und Naturkindergärten. Zum einen sind es Pädagogen, die in der Waldkindergartenpädagogik eine Benachteiligung der Kinder gegenüber Kindern der Regelkitas sehen. Zum anderen hat die Ausbreitung der Zecken in Deutschland die Angst der Eltern vor möglichen Krankheiten sensibilisiert, was zu Lasten der Popularität der Waldkitas ging. Heute versuchen die Sportkindergärten die Vorteile der Waldkitas (Bewegung und Motorik) mit denen der Regelkitas (keine gesundheitlichen Risiken) zu verbinden.

 

Interessante Links zur Wald- und Naturpädagogik


Wald- und Naturpädagogik (wikipedia.org)

Wald- und Naturpädagogik (bundesverband-waldkinder.de)

Wald- und Naturpädagogik (waldkindergaerten-deutschland.de)

Wald- und Naturpädagogik (wikimedia.org)

Anzeige

Erzieher

Kita und Krippe

Kitafinanzierung

Freizeit

Kinder