Das Offene Konzept

Entstehung des offenen Konzepts

Entstanden ist das offene Konzept als Ergebnis einer Basisbewegung von Pädagogen, die mit den Strukturen der Kindertagesstätten unzufrieden waren. Insbesondere ging es Reformern darum, die Kita-Leitungen zu mehr Selbstkritik und Reflektionsbereitschaft zu gewinnen und sich offener gegenüber reformpädagogischen Ansätzen wie Freinet oder Montessori zu zeigen.

 

Ziele des offenen Konzepts

Mit der Öffnung der Kindertagesstätten wird das Ziel verfolgt, nicht nur die Bewegungs- und Entscheidungsräume der Kinder zu erweitern, sondern auch die pädagogische Arbeit der Erzieherinnen transparenter zu gestalten. Damit werden Erziehungsprozesse in der Kita nachvollziehbar und letztendlich auch steuerbar.

 

Inhalte und Praktiken des offenen Konzepts

Mit der Umsetzung des offenen Konzepts in einer Kita gehen 3 verschiedenartige Perspektiven einher. Diese sind nachstehend kurz skizziert.

 

  • Öffnung der Kita für das Kind: Zu verstehen ist hier die Fokusierung auf das Kind und dessen Persönlichkeit mit seinen individuellen Interessen und Erwartungen. Es gilt hier stärker auf die Wünsche der Kinder einzugehen und diese bei der Umsetzung der pädagogischen Arbeit stärker zu berücksichtigen. Für Kinder entsteht dadurch der Eindruck, aktiv in die Entscheidungsprozesse eingebunden zu sein und damit auch eigenverantwortlicher und selbstständiger zu handeln. Zur Öffnung gegenüber dem Kind zählt aber auch, den Kindern mehr Variabilität bei der Wahl der Freunde zu eröffnen, indem man die starre Struktur der Gruppen auflöst und diese altersgemischt organisiert.
  • Öffnung der Kita für die Eltern: Hier gilt es die Eltern aktiver in den pädagogischen Prozess einzubinden, indem ihnen Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden. Für die Eltern bedeutet dies Verantwortung dem Kind gegenüber zu übernehmen, aber auch gegenüber dem pädagogischen Konzept der Kita-Leitung, indem dieses offen gelegt wird.
  • Öffnung der Kita für die Erzieherinnen und Erzieher: Entwicklung kann nur dann entstehen, wenn man sich neuen Praxisfragen, Entwicklungen oder Erkenntnissen nicht verschließt und sich Problemen offen und konsequent stellt. Durch die Bildung interdisziplinärer Teams werden Grenzen eingebrochen und neue Sichtweisen gewonnen. Unterstützend wirkt auch die gezielte Weiterbildung der Fachkräfte insbesondere mit dem Ziel sich gegenüber neuen, praktischen wie auch theoretischen Lern- und Entwicklungsansätzen offener zu zeigen.

 

Umsetzung des offenen Konzepts

Die praktische Umsetzung des offenen Konzeptes entwickelt sich nicht immer nach dem gleichen Muster, sondern ist der lokalen Situation der Kita vor Ort geschuldet. Allerdings gibt es einige Pointierungen, denen eine gewisse Allgemeingültigkeit einhergeht. Dies sind nachstehend skizziert:

  • Öffnung der Türen
  • Gruppenübergreifendes Arbeiten
  • Aktive Einbeziehung des Außenbereichs in das Erziehungsmodell
  • Diversifizierte Räumlichkeiten

Trotz seiner großen Anhängerschaft wird das Konzept des offenen Kindergartens auch kritisch diskutiert. Kritikpunkte sind insbesondere:

  • Verlust fester Bezugspersonen
  • Auflösung der Kommunikations- und Gruppenräume in Funktionsräume
  • Verlust der Geborgenheit durch Auflösung der Gruppen und Strukturen
  • Überforderung der pädagogischen Fachangestellten

 

Interessante Links zum offenen Konzept  

Das Offene Konzept (wikipedia.org)

Das Offene Konzept (kizz.de)

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