Vorurteils­bewusste Erziehung und Bildung

Entstehung des Ansatzes " Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung"

Der Ansatz der "Vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung" geht zurück auf das Jahr 1980 und basiert auf den Anti-Bias Approach, entwickelt von Louise Derman-Sparks für Kinder ab 2 Jahren. Ziel des pädagogischen Ansatzes ist es die Kinder darauf vorzubereiten, sich aktiv gegen Bewegungen und Verhaltensweisen einzusetzen und zu bekämpfen, die Unterdrückung und Diskriminierung forcieren. Auf die Welt der deutschen Frühpädagogik übertragen wurde der Anti-Bias Approach im Jahr 2000 im Rahmen des Projektes Kinderwelten und nennt sich seitdem die "Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung".

Ziele der "Vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung"

Der Ansatz der "Vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung" zielt darauf ab, für das Themenfeld der Diskriminierung zu sensibilisieren, dessen Hintergründe zu verstehen und die eigene Positionierung innerhalb gesellschaftlicher Selbstverständlichkeiten kritisch zu hinterfragen bzw. zu reflektieren. Daraus abgeleitet gilt es, alternative Handlungsansätze und Kommunikationswege aufzuzeigen, die antidiskriminierend und vorurteilsfrei wirken. Den pädagogischen Rahmen für die Umsetzung des Ansatzes beschreiben 4 aufeinander aufbauende Ziele:

  1. Stärkung der Identität: Kinder gilt es in ihrer Ich-identität zu stärken, dass sie sich selbst lieben ohne sich anderen gegenüber über- oder unterlegen zu fühlen.
  2. Kindern die Vielfältigkeit der Welt erfahren lassen: Kinder gilt es möglichst früh auf einen vorurteilsfreien, ungezwungenen Umgang mit Menschen unterschiedlichsten Hintergrunds vorzubereiten.
  3. Gerechtigkeit als Grundprinzip: Kinder gilt es durch Sachinformationen und Hilfestellung zu einem kritischen Nachdenken über Vorurteilen anzuregen und in einer ich-kritischen Situation klare Stellung zu beziehen, um Positionierungen deutlich zu machen.
  4. Aktionismus statt Gleichgültigkeit: Kinder gilt es zu zeigen, dass es sich lohnt, gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit aktiv anzukämpfen.

 

Umsetzung des Konzepts "Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung"

Die Umsetzung des pädagogischen Ansatzes bedarf einer entsprechend ausgerichteten Lernumgebung. Diese gilt es so zu gestalten, dass die Kinder ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln und sich in Ihrer Gruppe und Einrichtung wiederfinden.

Ebenso wichtig ist es bei der Gestaltung der Räumlichkeiten auf Stereotype zu verzichten und diese so auszugestalten, dass diese zu einem Abbild der pluralistischen Gesellschaft werden bspw. durch gemeinsame Fotos, Puppen unterschiedlicher Hautfarbe oder Familienwänden.

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung im Kontext des Lernraums bedeutet aber auch die vorurteilsbewusste Materialauswahl insb. bei besonders jungen Kindern. Auch beim Experimentier- und Theaterbereich gilt es bewusst die Geschlechtertrennung aufzuheben, um der Diversität der Arbeitswelt Rechnung zu tragen.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist unerlässlich. Die Bezugsgruppe des Kindes gilt es in den Blick zu nehmen d.h. sich zunächst in der Kita wiederzufinden aber auch zu vermitteln, dass seine Familie geschätzt und in der Kita jederzeit willkommen ist.

Die Umsetzung einer vorurteilsbewussten Umgebung ist herausfordernd, da sich Stereotype fast unweigerlich in allen Dingen des Tages einschleichen. Diesen entgegenzuwirken bedarf großer Sorgfalt und einer ständigen Überprüfung. Bereits von Anfang an gilt es, die Kleinen nicht von der Umwelt abzuschotten, sondern aktiv und informativ in die sozialen Gesichter der Welt einzubinden. Hierzu bedarf es gut ausgebildeter, sensibler und aufmerksamer pädagogischer Fachkräfte.

 

Interessante Links zur "Vorurteilsbewussten Erziehung und Bildung"

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung (kita-fachtexte.de)

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung (kindergartenpaedagogik.de)

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung (lvr.de)

Vorurteilsbewusste Erziehung und Bildung (heimatkunde.boell.de)

 

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