Burnout bei Müttern

C. Riesenberger

Symptome eines Burnout bei Müttern

Innere Leere, das Gefühl, ständig überfordert zu sein, und eine tiefe Erschöpfung können Symptome eines Burnouts bei Müttern sein. Nach Dr. Wilhelm Ulrich, leitender Arzt im Therapiezentrum Caritas-Haus-Feldberg, befinden sich betroffene Mütter in einem Teufelskreis. Diese Mütter setzen sich intensiv für ein Ziel ein, merken dann, dass sie dieses Ziel nicht mehr erreichen können und haben das Gefühl, nicht mehr zu funktionieren. Aber anstatt sich diesen Gefühlen zu stellen, verdrängen sie diese und machen verbissen weiter. Wenn sie darauf angesprochen werden, suchen sie nach Ausreden und schwächen ihre derzeitige Gefühlslage ab. Die Folgen sind Frust und innere Leere bis zur Apathie. Es kann zu einer tiefen Erschöpfung kommen. Diese ist so tief, dass sie sich auch nach 3 Wochen Urlaub nicht erholt haben. Auch körperliche Probleme wie Muskelverspannungen, Fieber, Drehschwindel, unbestimmte Herz- und Brustbeschwerden, Kreislaufschwäche, häufige Infekte und Migräne können Folgen einer solchen Erschöpfung sein.

Laut einer Studie von Prof. Jürgen Collatz (Universität Hannover, Auftrag des Müttergenesungswerks) leiden 10-15% aller Mütter unter schweren Erschöpfungszuständen. Sie fühlen sich ständig überfordert.

Burnout bei Müttern hat oft viele Gründe. Ein Grund liegt in der Gesellschaft. Hausfrauen und Müttern wird nur sehr wenig Wertschätzung für ihre Arbeit entgegengebracht und das nicht nur finanziell. So leiden sie oft unter der mangelnden Anerkennung und dem ständig negativen Feedback. Hinzu kommt, dass sie nicht mal „frei machen“ können, da sie ständig, gerade wenn die Kinder noch sehr klein sind, in Beziehungen stehen, die sie fremdbestimmen.

Ein weiterer Grund ist der gesellschaftliche Druck, alles perfekt machen zu müssen. Gerade für berufstätige Mütter ist die Mehrfachbelastung ein weiterer Grund für ein mögliches Burnout. Auf der einen Seite fordert die Arbeit ihren vollen Einsatz. Die heutige Arbeitswelt ist hektisch und durch lange Meetings und Überstunden zeitaufwendig. Dieser hohe Zeitaufwand führt zum schlechten Gewissen gegenüber der Familie. Dieses kann sich negativ auf die Erziehung auswirken. Oft haben diese Mütter Probleme, klare Grenzen zu ziehen. Des Weiteren ist der Druck, die Kinder optimal fördern zu müssen, enorm hoch. Daher fühlen sich Mütter als „Rabenmütter“. Frauen, die zum Perfektionismus neigen, übernehmen diesen Anspruch und machen ihn zu ihrem eigenen. Sie wollen alles perfekt und vor allem alleine machen: Kindererziehung, Haushalt, Partnerschaft und Beruf. Es kann zu dauerhaften Schlafstörungen, tiefer Erschöpfung, mangelndem sexuellen Interesse und körperlichen Problemen wie z. B. Verspannungen, Kopf- und Magenschmerzen, kommen.

 

Auswirkung des Burnout auf die Kinder

Burnout bei Müttern wirkt sich auch auf das Wohlergehen der Kinder aus. Kinder reagieren oft sehr sensibel auf diese veränderte Situation. Sie geben sich selbst die Schuld am Leid der Mutter. Sie werden ernst und vermeiden es, fröhlich zu sein. Manche ziehen sich in sich selbst zurück. Andere versuchen mit allen Mitteln, die Aufmerksamkeit der Mutter wiederzugewinnen.

Mit den betroffenen Kindern sollte daher offen und ehrlich über die Situation gesprochen werden. Es sollte ihnen erklärt werden, woran die Mutter leidet und dass es nicht ihre Schuld ist. Es muss ihnen klar werden, dass sie ein Recht darauf haben, fröhlich zu sein und dass sie nicht für das Wohlergehen der Mutter verantwortlich sind.

 

Prävention zur Vermeidung eines Burnout

Eine gesicherte Diagnose zum Burnout bei Müttern kann nur ein Arzt stellen. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Auch eine entsprechende Therapie ist nur mit professioneller Hilfe möglich. Hier können lediglich Vorschläge zur Vorbeugung eines Burnouts gemacht werden.

Um einem Burnout bei Müttern vorzubeugen, ist vor allem eine ausgewogene Lebensweise ratsam. Hierzu zählen ausreichender Schlaf, ausgewogene Ernährung, die Pflege von sozialen Kontakten nach außen und körperliche Bewegung. Hinzu kommen regelmäßige Pausen. Entspannungsmethoden wie Meditation, Yoga, bewusstes Atmen oder Lesen und Musikhören können helfen, sich und seinen Körper zur Ruhe kommen zu lassen. Des Weiteren ist es wichtig, seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und sich selbst wichtig zu nehmen, indem man sich Raum und Zeit für sich schafft.

 

Hilfreiche Links:

Spiegel online: Gesundheitsrisiko Mutterschaft: Zum Fachartikel "Gesundheitsrisiko Mutterschaft"

Urbia.de: Mütter in der Erschöpfungsfalle: Zum Fachartikel "Mütter in der Erschöpfungsfalle"

ZDF Volle Kanne: Burn-out bei Müttern: Zum Artikel "Burnout bei Müttern"

 

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 30.09.2016
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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