Emotionale Kompetenz bei Kindern

Fotograf: Esther Stosch / pixelio.de

Definition "Emotionale Kompetenz"

Emotionale Kompetenz bei Kindern beschreibt den Umgang mit eigenen und fremden Emotionen und die Bewältigung von sozialen Konflikten. Daher besteht eine enge Verknüpfung zwischen emotionaler und sozialer Kompetenz.

Emotionale Kompetenz bei Kindern umfasst die Fähigkeiten, die eigenen Gefühle zu erkennen, zu benennen und auszudrücken; mit den eigenen Gefühlen angemessen umzugehen; die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu formulieren; die Gefühle anderer zu erkennen, einzuordnen und zu verstehen; andere Menschen mit ihren Bedürfnissen zu respektieren; sich in andere Menschen hineinzuversetzen und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Die emotionale Kompetenz bildet auch die Basis für die psychologische Gesundheit. Sie beeinflusst sowohl den Körper als auch den Geist und die Gedanken.

 

Entwicklung emotionaler Kompetenz

Die Entwicklung der emotionalen Kompetenz bei Kindern vollzieht sich nach Bonerjee in drei Bereichen. Der erste Bereich findet im Säuglingsalter statt. Hier entwickelt das Kind zunächst ein grobes Verständnis von nonverbalen und verbalen Emotionsausdrücken. Danach entwickelt das Kind ein kognitives Verständnis von Emotionen als innere subjektive Zustände (Emotionsverständnis). Zum Schluss ist das Kind in der Lage, diese kognitiven Fähigkeiten anzuwenden (Emotionsregulation). Die Entwicklung findet zunächst stufenweise und dann parallel statt, indem sich die Bereiche gegenseitig beeinflussen. Das Entwicklungstempo dieser Basiskompetenzen ist bei jedem Kind individuell.

Eine grundlegende Fähigkeit für die emotionale Kompetenz ist die Empathie. Auch wenn noch kein prosoziales Verhalten seitens des Kindes im ersten Lebensjahr vorhanden ist, so übernimmt das Kind in emotionalen Situationen die Gefühle seines Gegenübers. Vom zweiten bis zum vierten Lebensjahr entwickeln die Kinder eine egozentrische Empathie. Hier werden eigene und fremde Emotionen miteinander vermischt. Das Kind ist in der Lage, sich prosozial aus seiner eigenen Sicht zu verhalten. Zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr entwickelt das Kind die emotionale Empathie. Das Kind ist jetzt in der Lage, zwischen den eigenen und fremden Gefühlen zu unterscheiden. Die Kontextuelle Empathie beschreibt die Fähigkeit, sich prosozial unter der Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensgeschichten, Identitäten und Kontexten zu verhalten. Zu dieser Fähigkeit gelangt das Kind mit ca. sieben Jahren.

 

Stärkung emotionaler Kompetenz

Die Basis für die Entwicklung der emotionalen Kompetenz bei Kindern bildet ein gesundes Selbstbewusstsein. Die Grundlage hierfür ist der Aufbau einer sicheren Eltern-Kind-Beziehung. Das Kind sollte das Gefühl haben, dass es angenommen und geliebt wird.

Damit das Kind lernen kann sowohl mit seinen eigenen als auch mit den Gefühlen anderer angemessen umzugehen, ist es wichtig, dass seine Gefühle ernst genommen werden. Auch wenn sie für Erwachsene nicht immer nachvollziehbar sind. Vor allem das Gefühl der Angst ist bei Kindern nie unbegründet, auch wenn der Grund nicht immer klar zu erkennen ist. Hier kann es helfen, Sachverhalte zu klären, z. B. indem die Ursache von angstmachenden Geräuschen aufgedeckt wird. Es sollte immer feinfühlig sowohl auf die positiven als auch auf die negativen Emotionsäußerungen des Kindes reagiert werden. Sollte das Kind Schwierigkeiten haben, in der Situation angemessen mit seinen oder fremden Emotionen umzugehen, ist es wichtig, ihm Hilfe zur Emotionsregulierung anzubieten.

Ebenso wichtig ist es, dem Kind die Möglichkeit zur „Entlastung“ zu geben, z. B. bei Trauer und Angst Weinen oder auch Schreien zulassen.

Auch die Stärkung der Selbständigkeit kann die emotionale Kompetenz bei Kindern fördern. Kinder sollten hier die Möglichkeit bekommen, ihre Konflikte und Probleme möglichst eigenständig lösen zu können.

Die für die emotionale Kompetenz so wichtige Empathie lernen Kinder am besten im gemeinsamen (Rollen-)Spiel, bei dem sie aufeinander zugehen, sich in den anderen hineinversetzen und ihre eigenen Wünsche und Gefühle den anderen mitteilen.

Da die emotionale Kompetenz von Kindern vor allem durch Modelllernen erworben wird, ist ein positiver Umgang mit den eigenen und den kindlichen Emotionen eine Grundvoraussetzung, um Kindern die nötigen Fähigkeiten nahe zu bringen. Hierbei sollte das Kind auch erfahren können, dass auch Erwachsenen der Umgang mit Gefühlen nicht immer leichtfällt. Auch ein positives soziales Familien- und Gruppenklima stärkt indirekt die emotionale Kompetenz bei Kindern.

 

Hilfreiche Links:

Papilio.de: Soziale und emotionale Kompetenz: Theoretische Grundlagen: Zum Fachartikel
 
Bertelsmann-Stiftung: Emotionale Kompetenzen: Zum Fachartikel der Bertelsmann-Stiftung
 
Kindergartenpaedagogik.de: Grundlagen der emotionalen Entwicklung im frühen Kindesalter: Zum Fachartikel
 

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 30.09.2016
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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