Hochbegabte Kinder

Fotograf: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Definition und Fähigkeiten

Hochbegabte Kinder haben einen IQ von 130 und höher. Diesen Quotienten erreichen pro Jahrgang 2-3% der Kinder. Ein Intelligenztest sollte auf jeden Fall von einem Psychologen durchgeführt werden. Aber ein Intelligenztest kann lediglich eine Orientierung geben. Es gibt nicht „das“ hochbegabte Kind. Somit gibt es auch keine „Checkliste“ für hochbegabte Kinder. Es gibt besondere Fähigkeiten und damit verbundene Verhaltensweisen, die bei hochbegabten Kindern des Öfteren beobachtete werden. Hochbegabte Kinder haben viel Freude beim Lernen. Sie scheinen Wissen mühelos aufzunehmen. Die Denkprozesse hochbegabter Kindern sind in verschiedenen Bereichen sehr hoch entwickelt und effektiv. Die Begabungen liegen im sprachlichen, sozialen, philosophischen, naturwissenschaftlichen, künstlerisch-/darstellenden, mathematischen, musikalischen bzw. motorischen-kinästhetischen Bereich. Vieles bringen sie sich selbst bei. Ihre Motivation kommt „von Innen heraus“. Daher lernen sie sehr ausdauernd mit einer hohen Konzentration und einem hohen Tempo. Sie bringen ein hohes Maß an Energie auf, um ihr Wissen in diesen Bereichen zu erweitern. Daher verfügen sie über ein großes Detailwissen. Durch ihre Fähigkeit Informationen schnell aufzunehmen und zu verarbeiten, sind sie in der Lage verschiedene Sachgebiete miteinander zu verknüpfen. Daher verfügen sie auch über ein großes Wissen in verschiedenen Bereichen. Ihr Denken ist bereits logisch, kritisch und selbstkritisch. Es ist nicht nur gegenwartsbezogen wie bei den meisten Kindern, sondern sie sind in der Lage Vergangenheit und Zukunft in ihr Denken und Handeln miteinzubeziehen.

 

Mögliche Verhaltensmerkmale

In der Fachliteratur lassen sich verschiedene Verhaltensweisen finden, die bei hochbegabten Kindern des Öfteren beobachteten werden. Es macht ihnen z.B. Spaß Probleme zu lösen und intellektuell aktiv zu sein. Hochbegabte Kinder besitzen oft eine Neigung zum Systematisieren. Sie sind oftmals kreativ und erfinderisch und liebes es Dinge „ganz andres“ zu tun. Sie bevorzugen es individuell und für sich zu arbeiten.

Im Bereich der Sprache entwickeln hochbegabte Kinder ein frühes differenziertes Sprechen. Manche überspringen die Babysprache und sprechen schnell in ganzen Sätzen. Sie verfügen über einen großen Wortschatz und können sich gut und klar ausdrücken.

Im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung neigen sie zum Perfektionismus. Sie bringen ein hohes Maß an persönlichem Engagement auf und sind emotional „bei der Sache“. Sie sind oft Idealisten mit einem hohen moralischen Empfinden. Das liegt auch daran, dass sie emotional sehr empfindlich sind und ein großes Einfühlungsvermögen haben.

Des Weiteren haben sie auch oft einen Sinn für Humor.

 

Mögliche Probleme

Aufgrund der schnellen Auffassungsgabe entwickeln hochbegabte Kinder oft keine neuen Lerntechniken. Durch die Unterforderung im normalen Umfeld haben sie auch nicht die Möglichkeit ihre eigenen Grenzen zu erfahren. Die Erfahrung mit Anstrengung erbrachte Erfolge zu erlangen, wird nicht gemacht. Dadurch können sie auch keine Bewältigungsstrategien bei Misserfolgen entwickeln. Unter Gleichaltrigen haben sie keine oder nur wenig Konkurrenz. Der Mangel an Informationen über geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten führt oft zu Langeweile. Diese wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Mögliche negative Folgen sind daher soziale Isolation, Leitungsverweigerung, Schulangst und gegebenenfalls psychosomatische Probleme.

 

 

Mögliche Förderung:

Grundsätzlich benötigen hochbegabte Kinder eine förderliche Umgebung mit genügend Anreizen, Herausforderungen und Möglichkeiten zum Tun.

Im Kindergarten kann eine solche Umgebung in Spiel- und Lernbereichen gestaltet werden. Hier sollten Möglichkeiten zu unterschiedlichen Tätigkeiten entsprechend den Bereichen, in denen die Kinder besonders ihre Begabungen haben, geschaffen werden.

Eine Früheinschulung ist nur sinnvoll bei vielseitigen Begabungen, hohem Selbstbewusstsein und hohem Interesse an Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Aber auch außerhalb von Institutionen sollten hochbegabte Kinder entsprechend ihrer Interessen und Bedürfnisse gefördert werden. Familien können z. B. Museen besuchen, dem Kind entsprechende Medien wie Bücher usw. zur Verfügung stellen und mit ihm Strategiespiele spielen usw. Ebenso wichtig sind Zuwendung, Geborgenheit und Verständnis seitens der Eltern. Hochbegabte Kinder müssen nicht immer nur gefördert werden. Sie sind auch normale Kinder mit normalen Bedürfnissen.

 

Hilfreiche Links:

Checkliste: Checkliste zur Erkennung hochbegabter Kinder

Artikel in Familie und Tipps: Förderung von Hochbegabung

Fachartikel zum Thema Hochbegabung: Hochbegabung bei Kindern

Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind: Zum Fachartikel des dghk

Fachartikel zu hochbegabten Kindern: Zum Fachartikel

Institut für das begabte Kind: Zur hochbegabten Homepage

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 27.07.2016
  • Kitas und Eltern
  • Kategorie: Kinder
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