Kinder und Musik

C. Riesenberger

Bedeutung von Musik für Kinder

Jedes Kind verfügt über eine angeborene Musikalität. Es bereitet ihnen von Natur aus großes Vergnügen mit Händen oder Füßen zu trommeln, zu klatschen oder sich zur Musik zu wiegen. Diese Begeisterung für Musik ist unabhängig von Kultur, Lebensalter, Intelligenz, Wahrnehmungsdefiziten und Behinderung. Musik ist eine universale Sprache. Kinder haben ein natürliches, entwicklungsbiologisches Bedürfnis nach Musik. Die musikalische Bildung findet zunächst durch die Wahrnehmung statt. Durch das Lauschen, Tasten und Beobachten sammeln und ordnen bereits Kleinkinder musikalische Phänomene. Das Ohr ist mit das erste Sinnesorgan, das sich während der Schwangerschaft entwickelt. Daher reagiert bereits der Fötus im Mutterleib auf entsprechende akustische Reize. Säuglinge sind in der Lage, schiefe Töne zu erkennen und zwischen Dur und Moll zu unterscheiden. Ab ca. 2 Jahren können sie den Unterschied zwischen gesprochener Sprache und Gesang ausmachen. Mitunter singen sie auch schon spontan mit. Ab ca. 6 Jahren erkennen sie verschiedene Tonlagen und sind in der Lage, diese auch selbst zu halten.

 

Ganzheitliche Förderung der kindlichen Entwicklung durch Musik

Musikalische Erlebnisse führen zu einer engen Vernetzung zwischen den beiden Gehirnhälften. Das erhöht die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Durch das Erlernen neuer Instrumente entstehen neue Verbindungen im Gehirn. Das Spielen von Instrumenten ist eine komplexe Tätigkeit, die den Intellekt, die Motorik, die Emotionen und Sinne stimuliert.

Die Musik wirkt sich auch auf den Körper aus. Sie beeinflusst den Herzschlag, den Blutdruck, die Atmung und den Puls. So können Wiegenlieder Kinder zur Ruhe bringen. Musik kann dem Kind aber auch helfen, eigene Emotionen wahrzunehmen und zu verarbeiten. So kann Musik als Sprachrohr dienen, mit dem das Kind seine eigenen Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringt.

Durch Musik wird auch die Bewegungsphantasie des Kindes angeregt. Durch die Bewegung zur Musik entwickelt das Kind ein Gefühl für Rhythmus. Seine Bewegungen werden differenzierter, Muskeln bauen sich auf, und der Körper des Kindes wird gelenkiger.

Durch das Nachdenken und Sprechen über Musik werden die kognitiven Fähigkeiten des Kindes gefördert. Gleichzeitig wird die Entwicklung des zeitlichen und räumlichen Vorstellungsvermögens angeregt. Das Denken in Mustern, Strukturen und Abstraktionen fördert die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen. Durch Klangexperimente mit verschiedenen Materialien und Instrumenten, z.B. beim selber Bauen von Instrumenten, gewinnt das Kind physikalische Erkenntnisse.

Durch das gemeinsame Musizieren werden die sozialen Kompetenzen gefördert. Das Kind lernt auf andere zu hören, einzugehen, sich an anderen zu orientieren und von ihnen zu lernen. Die Aufmerksamkeit, die Ausdauer und das Verantwortungsgefühl werden so positiv gefördert. Das Kind erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft. Dieses wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus. Das Kind erlebt sich selbst als schöpferisches Individuum. Das stärkt die Selbständigkeit, Selbstsicherheit und das Selbstvertrauen.

Durch traditionelle Lieder und Musik kann die Integration in eine Kultur gefördert werden. Durch das Kennen und Singen von Volksliedern findet eine Identifikation mit dem Lebensumfeld statt. Das Selbstbild des Kindes wird so positiv beeinflusst.

 

Tipps zur Förderung der Musikalität von Kindern

Das Wichtigste ist die Freude des Kindes an der Musik zu erhalten bzw. zu aktivieren.

Musik sollte als „Ausdrucksmittel“ für Gefühle usw. gesehen werden und nicht nur als „Noten lernen“. Es gibt daher kein „richtig“ oder „falsch“.

Das Kind sollte sowohl die Möglichkeit zum aktiven Musizieren durch Singen, Tanzen oder das Erlernen eines Musikinstrumentes, als auch zum rezeptiven Tun, das Nachlauschen von Tönen oder das Hineinversetzen in Musikstücke, bekommen.

Bereits Säuglinge und Kleinkinder können spielerisch an die Musik herangeführt werden. Bei alltäglichen Tätigkeiten, wie z.B. beim Wickeln oder Spazierengehen, kann man dem Kind etwas vorsingen oder gemeinsam auf Geräusche oder Stille hören. Durch Sing- und Fingerspiele wird das Gefühl für Rhythmus gefördert.

 

Hilfreiche Links:

Sueddeutsche.de: Wieso Musik für Kinder wichtig ist: Zum Fachartikel der süddeutschen Zeitung

Ganz Ohr! Musik für Kinder: Zur Website "ganzohr.org"

A4k.de: Kinder brauchen Musik: Zum Fachartikel "Kinder brauchen Musik"

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 30.09.2016
  • Eltern
  • Kategorie: Kinder
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