Umgang mit Trennung und Scheidung bei Kindern

C. Riesenberger

Wenn Eltern sich trennen

Weil Kinder Mama und Papa lieben, gibt es für sie kaum etwas Schlimmeres, als eine Trennung der Eltern. Doch wenn es so weit gekommen ist, kann man einiges dafür tun, um es den Kindern so leicht wie möglich zu machen, mit der Scheidung zurechtzukommen. Am wichtigsten ist, dass sie beide nach der Scheidung als Mutter bzw. Vater verfügbar bleiben. Es wird für Sie nach all den Kränkungen durch ihren Ex-Partner schwierig sein, mit ihm als anderem Elternteil zusammenzuarbeiten, aber genau das müssen sie tun. Zunächst sollten Sie das Gespräch mit Ihren Kindern suchen, und Ihnen mit deutlichen, einfachen Worten, aber ohne den anderen Elternteil zu beschuldigen, erklären, dass Sie sich trennen werden.

 

Reaktion von Kindern auf Trennungen

Wie Kinder auf die Trennung reagieren, hängt von der jeweiligen Situation ab. Kleine Kinder fallen häufig in schon überwunden geglaubte Verhaltensweisen zurück, z.B. nässen sie wieder ein. Ganz ähnlich zeigen auch Kinder im Kindergartenalter ihren Kummer. Trauer und das Verlangen nach dem abwesenden Elternteil werden deutlich artikuliert. Da Kinder in diesem Alter sich noch als Mittelpunkt der Welt erleben, suchen sie die Schuld für die Trennung häufig bei sich selbst. Mit dem Schulalter beginnen die Kinder die Trennung der Eltern besser zu verstehen – aber keineswegs zu akzeptieren. Sie sind oft traurig, wütend und hilflos. Die Schulleistungen können nachlassen und es kann zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Etwas ältere Kinder machen sich oft große Sorgen um die Eltern und übernehmen bereitwillig Verantwortung. Die Eltern reagieren häufig ratlos auf das „Problemverhalten“ ihrer Kinder. Doch das schwierige Verhalten ist eine normale Reaktion auf eine schwierige Situation. Spätestens nach zwei Jahren sollte es sich gelegt haben.

 

Verhalten als Eltern bei bevorstehender Trennung

Eltern sollten darauf achten, dass sie die Trennung selbst verarbeiten und ihr Kind nicht zusätzlich mit den eigenen Sorgen und Nöten belasten. Kinder sind kein Ersatz für erwachsene Gesprächspartner. Das würde das Kind überfordern. Vielleicht hat das Kind schon eine eigene Meinung dazu, wo es wohnen will und wann es welchen Elternteil sieht. Ein gewisses Mitspracherecht kann helfen, dass das Gefühl der Machtlosigkeit nicht so einen großen Raum einnimmt. Versuchen Sie, nach einiger Zeit wieder eine gute Basis der Kooperation mit dem anderen Elternteil zu finden und nicht dauernd zu streiten. Kinder leiden unter einer solchen Situation sehr, sie beziehen es auf sich und glauben, nicht mehr geliebt zu werden. Daher reißen Sie sich im Interesse ihres Kindes zusammen. Ideal ist es, wenn in der Zeit der Trennung andere Angehörige wie die Großeltern mehr Zeit mit dem Kind verbringen und es so auffangen.

 

Externe Hilfe bei Trennungen

Kein Elternteil darf den anderen beim Kind schlechtmachen oder sogar versuchen, ihm den Umgang zu verwehren. Es liegt in Ihrer Verantwortung als Eltern, dieses schädliche Verhalten zu unterlassen. Oft verbirgt sich hinter solchen Verhaltensweisen die Angst, das Kind zu verlieren oder durch die Streitereien ist das Vertrauen in den Ex-Partner so zerstört, dass man nicht glaubt, dass der andere es schon gut mit dem Kind machen wird.Dann können Mediatoren oder Eltern-Coaching helfen, um aus dieser Sackgasse wieder herauszunavigieren. Wenn Sie selbst nach der Trennung psychisch allzu geschwächt sind, sollten Sie soziale Unterstützung von außen oder therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Sie sollten rasch eine verlässliche Alltagsstruktur für Ihr Kind aufbauen, damit es sich wieder sicher fühlen kann. Sie müssen sich vor Ihrem Kind nicht übertrieben harmonisch geben, es würde sich sonst fragen, warum Sie sich überhaupt getrennt haben. Offener Streit und gegenseitige Beschimpfungen sollte es aber nicht geben. Die Verarbeitung einer Trennung der Eltern kann durchaus 2 bis 3 Jahre dauern. Im statistischen Vergleich zeigen Scheidungskinder im Vergleich zu Kindern aus mehr oder weniger intakten Familien eine Reihe von Auffälligkeiten. Ihre Selbstsicherheit ist beeinträchtigt und sie sind anfälliger für psychische Krankheiten wie Depressionen.

 

Hilfreiche Links zum Thema Trennung und Kinder

Broschüre der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung: Zur Broschüre

Zeit.de: Verständnisvolle Scheidungskinder gibt es nicht: Zum Fachartikel

Sueddeutsche.de: Trennung kann eine Chance sein: Zum Fachartikel

 

 

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