Umzug mit Kindern

Mandy Niemann, freie Fotografin

Bedeutung des Umzugs für Kinder

Ein Umzug mit Kindern führt immer zu nachhaltigen Veränderungen der familiären Lebensführung. Gerade für Kinder ist ein Umzug ein einschneidendes Erlebnis. Das Wohlgefühl von Kindern ist sehr stark abhängig von der Lebensumwelt und den primären Bezugspersonen. Gerade junge Kinder haben daher ein starkes Bedürfnis nach Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit. Mit einem Umzug wechseln das räumliche Umfeld und die sozialen Kontakte. Für Kinder sind diese beiden Elemente nicht immer klar trennbar. Die Folgen können Verunsicherung, Angst und Stress für das Kind sein. Studien haben ergeben, dass Kinder bis zu 5 Jahren einen Umzug relativ gut verkraften, da sie noch nicht so viele Sozialkontakte nach Außen haben und ihnen ihre Bezugspersonen am wichtigsten sind.

 

Tipps für den Umzug mit Kindern

Der erste Schritt für einen Umzug mit Kindern beginnt mit der Vorbereitung. Die Versorgung mit Gas, Wasser, Strom und Telefon sollte sichergestellt werden. Auch alle Dinge im Bezug auf Ämter, wie z.B. das Ummelden und das Anmelden an dem neuen Kindergarten, sollten vor dem eigentlichen Umzug erledigt werden. Zu empfehlen sind hier Checklisten für Eltern. Damit werden Stress und Hektik vermieden. Ebenso hilfreich sind Skizzen, auf denen die Stellung der Möbel bereits geplant wird. Unruhe durch das Verschieben von Möbelstücken nach dem eigentlichen Umzug wird so vermieden.

Da der Umzug mit Kindern stattfindet, sollten ihre Bedürfnisse wie z. B. nach Bewegung bei der Wahl einer neuen Wohnstätte miteinbezogen werden. Des Weiteren ist es wichtig, dass man rechtzeitig vor dem Umzug mit dem Kind darüber spricht und ihm die Gründe für den Umzug erklärt. So kann es sich an den Gedanken gewöhnen. Entsprechende Bilderbücher können helfen, den Ablauf eines Umzuges kindgerecht zu erklären. (siehe auch www.huckepack.de )

Die Sorgen des Kindes sollten auf jeden Fall ernst genommen werden, z. B. indem man einen regelmäßigen Familienrat einberuft, bei dem offen über Sorgen, Erwartungen usw. gesprochen werden kann. Um das Kind langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen, können vor dem Umzug gemeinsame Erkundungstouren unternommen werden, auf denen Spielplätze, der neue Kindergarten usw. entdeckt werden. Ist dieses nicht möglich, können entsprechende Bilder gezeigt werden. Auch die neue Wohnstätte sollte dem Kind vor dem eigentlichen Umzug gezeigt werden.

Je nach Alter des Kindes kann es auch in die Vorbereitungen miteinbezogen werden, indem es z.B. selber entscheidet, wie sein neues Zimmer gestrichen und eingerichtet werden soll. Auch das Kind kann eine Art Checkliste bekommen. So kann es z.B. helfen, seine Spielsachen zu packen. Dieser Karton sollte sowohl als letzter gepackt als auch als erster wieder ausgepackt werden. Lieblingssachen, wie z.B. das Schlafkuscheltier, sollten nicht in Kartons, sondern sichtbar ins „Handgepäck“ verstaut werden.

Je nach Alter des Kindes sollte ihm die Möglichkeit gegeben werden, sich bewusst von der alten Umgebung und Freunden zu verabschieden. So kann z.B. eine Abschiedsparty mit allen Freunden und Nachbarn veranstaltet werden.

Darüber, was das Beste für das Kind in der konkreten Umzugszeit ist, sind sich die Experten uneinig. Die einen sagen, dass es für das Kind wichtig ist, wenn es miterlebt, wie Möbel, Kisten usw. in den LKW gepackt und an der neuen Wohnstätte wieder ausgepackt werden. Die anderen sind der Meinung, dass die Umzugszeit immer Stress bedeutet. Eltern haben nicht immer genügend Zeit, um sich angemessen um die Kinder zu kümmern. Daher sagen sie, dass das Chaos am Umzugstag die Kinder nur verunsichert, und es daher entspannter für sie ist, wenn sie ein paar Tage bei Verwandten oder guten Bekannten bleiben, bis die neue Wohnstätte weitestgehend fertig ist. Damit bei den Kindern keine Verlustängste entstehen, ist wichtig, dass die Eltern ihre Kinder in dieser Zeit oft und regelmäßig besuchen.

Das neue Kindezimmer sollte nicht gleich mit neuen Möbeln und Sachen eingerichtet werden. Möbel und Sachen sind für kleinere Kinder Bezugspunkte, die ihnen Geborgenheit vermitteln. Das Auspacken der Spielsachen sollte gemeinsam stattfinden. Um neue soziale Kontakte aufzubauen, bietet es sich an, eine Willkommensparty für die Nachbarn und neuen Freunde zu veranstalten. Auch durch das Aufsuchen von Vereinen, Gruppen oder Spielplätzen können schnell neue Sozialkontakte geknüpft werden. 

 

Hilfreiche Links:

Familie.de: So gelingt der Ortswechsel für Kinder: Zum Fachartikel "so gelingt der Umzug"
Urbia.de: Umzug mit Kindern: Zum Fachartikel "Umziehen mit Kindern"
Eltern.de: So gewöhnen sich Kinder schnell ein: Zum Fachartikel "Eingewöhnen nach dem Umzug"

Autor
  • Miriam Cordes
  • Beruf: Diplom Pädagogin
Veröffentlichung
  • Kiggi
  • bei: Kiggi
  • am: 01.01.1970
  • Kitas und Eltern
  • Kategorie: Kinder
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